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WM-Kolumne von Hartmut Scherzer: Folge 15: Tücken der Regenzeit

In Recife wüten Gewitter und schwere Regenfälle.  Foto. Thomas Eisenhuth/dpa Foto: Thomas Eisenhuth (dpa) In Recife wüten Gewitter und schwere Regenfälle. Foto. Thomas Eisenhuth/dpa

Was für ein Tag. Recife ertrinkt im Regen. Taxichauffeure lehnen es ab, in Staus zu stecken und wie Boote durch die überfluteten Alleen zu „schwimmen“. Nach fünf Minuten auf Taxisuche bin ich klatschnass. Erst bringt mir der Chef der Pousada Vitoria einen Schirm. Dann schickt er seinen Sohn, der mich zu einem der Medien-Hotels fährt, zu den Shuttle-Bussen ins Stadion.

Die neue Arena Pernambuco liegt 24 Kilometer außerhalb der Stadt. In der Pampa. Nein, im Regenwald. Passt treffender. Man fragt sich: Warum wurde dieses Stadion für umgerechnet 181 Millionen Euro wie ein Monolit im Nirgendwo gebaut? Mit Stopp-and-go kriecht der Bus durch die Stadt und über die Ausfallstraßen. Links und rechts waten in den Nebenstraßen Menschen kniehoch durch die Fluten.

Gut zwei Stunden braucht der Shuttle zum Stadion. Anpfiff ist 13 Uhr, kurz nach 12 Uhr mittags bin ich endlich im Media Centre, um mein Press Ticket und die Sonderkärtchen für Pressekonferenz und Mixed Zone abzuholen. Mit meinem Oldie-Charme bekomme ich von den Hostessen beide Ausweise, obwohl mir nur einer zusteht.

Wie zurück zum Flughafen kommen? Es besteht das Angebot, mit einem der Busse des DFB-Reisebüros zum Aeroporto zu fahren. Dessen Charter startet um 19 Uhr, mein Azul-Flieger um 20.30 Uhr. Dennoch entschließe ich mich für Shuttle und Taxi. Mein Glück. Nur ein DFB-Bus schafft den Abflug. Der andere mit etwa 40 Kolleginnen und Kollegen braucht vier Stunden. Der Fahrer hat sich verfahren und steckt hoffnungslos im Stau. Der Charter fliegt ohne sie ab, und die Linienmaschine nach Salvador ohne die Khaya-Media-Kollegen, die das Angebot angenommen haben.

Umsteigen in Salvador in die nächtliche Propeller-Maschine. Der letzte Flug nach Porto Seguro. Beim Landeanflug denke ich, wie pünktlich in all dem Chaos die Flüge doch sind. Da heult der Motor neben mir auf. Durchstarten. Wegen des schlechten Wetters könne er nicht landen, teilt der Pilot mit. Nach einer knappen Stunde über dem Meer kündigt der Kapitän einen zweiten Versuchen an. Wenn der aus Sicherheitsgründen wieder nicht möglich sei, müsse er in Ilhéus landen, 300 Kilometer nördlich. Zweiter Versuch. Er schafft es. Eine Stunde Verspätung zwar um 1.20 Uhr, aber ich bin wenigstens dort gelandet, wo auch mein Mietwagen steht. Was für eine Nacht.

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