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Hartmut Scherzers WM-Tagebuch: Folge 2: Das Maracana

Von Zwischen Trauma und Traum Brasiliens liegt eine Zeitspanne von 64 Jahren. Der Schicksalsort aber ist derselbe: Das Maracana in Rio de Janeiro.
Majestätische Spielstätte: Im Maracanã-Stadion von Rio wird unter anderem das Finale der Fußball-WM ausgetragen. Foto: Riotur/Fernando Maia Majestätische Spielstätte: Im Maracanã-Stadion von Rio wird unter anderem das Finale der Fußball-WM ausgetragen. Foto: Riotur/Fernando Maia
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Hartmut Scherzer
Heute beginnt in Sao Paulo für die Selecao der patriotische Auftrag, die Schmach vom 16.Juli 1950 zu tilgen. Im letzten, entscheidenden Heimspiel jener Weltmeisterschaft verlor der hohe Favorit gegen Uruguay vor 200000 Zuschauern mit 1:2.

„Nur drei Menschen haben mit einer einzigen Bewegung das Maracana zum Schweigen gebracht: Frank Sinatra, Papst Johannes Paul II und ich“, wird Alcides Ghiggia zitiert. Der heute 87-Jährige hatte in der 79.Minute das Siegtor Uruguays geschossen und ist der einzige noch lebende 1950er Weltmeister. Brasilien wurde danach fünfmal Campeao: in Stockholm, in Santiago, in Mexico City, in Los Angeles, in Yokohama. Nun sollen die Urenkel der Verlierer von 1950 am 13.Juli in Rio, im rundum renovierten Estàdio do Maracana, die Copa do Mundo erobern.

Das vierte Wahrzeichen Rios neben Christus-Statue, Zuckerhut und Copacabana steht unter Denkmalsschutz, durfte nicht abgerissen, sondern nur, wenn auch höchst aufwendig für über 300 Millionen Euro, umgebaut werden. Das Rund aber blieb im vollen Ausmaß, mit einem neuen Dach, das das legendäre Stadion nun wie ein Ufo aussehen lässt. Der neue Metro-Abschnitt verbindet das Maracana mit einer Station namens – Uruguai. Als sollten die gelb-grünen Cariocas immer an den Fußballfeind im Süden erinnert werden.

Im einstmals größten Stadion der Welt, das aktuell nur noch 73531 Zuschauer fasst, habe ich meine Akkreditierung abgeholt. Es war eine merkwürdige Rückkehr. Ich betrat eine Arena, wie man sie heutzutage überall auf der Fifa-Welt vorfindet. In romantischer Erinnerung aber bleibt das altehrwürdige, gigantische Fußball-Colosseum. Als Urlauber hatte ich mir vor 50 Jahren hier ein Spiel angesehen. Das genaue Datum steht auf der Postkarte vom Maracana, die ich nach Hause schickte: 24.April 1964. Im Gedächtnis ist unauslöschlich festgeschrieben: Der FC Santos hat damals gespielt – mit Pele.


 

Hartmut Scherzer
Hartmut Scherzer: Unser WM-Kolumnist

Unser Fußball-Experte Hartmut Scherzer berichtet bereits zum 14. Mal von einer Weltmeisterschaft. Seine erste Endrunde war 1962 in Chile. Außerdem war der Vollblut-Journalist bei 11 Fußball-Europameisterschaften und über 20 Olympischen Spielen (Sommer wie Winter) dabei. Weltweit gibt es kaum Journalisten, die über die gleiche Erfahrung verfügen. Unser Kolumnist war früher Sportchef der "Abendpost -Nachtausgabe" und Korrespondent der "Associated Press".

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