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WM-Kolumne von Hertmut Scherzer: Folge 20: Die Franzosen

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Keine Bange: Wenn sich die Geschichte wiederholt, dann wird Deutschland die Franzosen besiegen wie 1982 in Sevilla, wie 1986 in Guadalajara und ins Finale einziehen. Denn die Ausgangslagen einst und jetzt sind nahezu identisch. Die Darbietung war katastrophal, die Stimmung ganz mies. Frankreich galt in den beiden Halbfinals jeweils als hoher Favorit.

Bilderstrecke Deutschland gegen Frankreich: Ein WM-Klassiker
Die Viertelfinalbegegnung der Weltmeisterschaft in Brasilien zwischen Deutschland und Frankreich hat mehrere denkwürdige Vorgänger - unsere Bilderstrecke wirft einen Blick zurück auf die WM-Klassiker der beiden großen Fußballnationen. Fotos: imago<br><br>Unvergessen ist vor allem das Aufeinandertreffen im Halbfinale der WM 1982: Nach einem 1:3-Rückstand gewinnt Deutschland noch im Elfmeterschießen. Die Szene zeigt den deutschen Torjäger Klaus Fischer (links) im Duell mit dem Franzosen Gerard Janvion.Dem genialen Spielmacher der Equipe Tricolore, Michel Platini, gelingt hier der 1:1-Ausgleich.Und Klaus Fischer schafft per Fallrückzieher das 3:3 - mit einem der vielleicht spektakulärsten Treffer der WM-Geschichte. Ins Gedächtnis vieler Fußballfans eingebrannt ist leider aber auch...

Die knapp 400 Kilometer vom gemeinsamen Quartier mit der Mannschaft, vom „Manson Galindo“ bei Queretaro nach Guadalajara, bin ich 1986 zusammen mit Kollegen im Auto gefahren (und nachts wieder zurück). Auf der Hinfahrt haben wir nur vom bevorstehenden Ausscheiden gesprochen. In der historischen Herberge aus dem 16. Jahrhundert war nur Feuer unterm Dach gewesen. Rummenigge und Schumacher führten einen offenen Machtkampf. Der von einer Verletzung zurückgeworfene Rummenigge spielte nicht. Der Münchner bezichtigte den Kölner, er mache bei Teamchef Beckenbauer Stimmung gegen ihn. In der Folge dieses vor den Mitbewohnern, den Journalisten, offen ausgetragenen Konflikts, wurde Uli Stein nach Haus geschickt. Er hatte den „Kaiser“ einen „Suppenkasper“ geschimpft.

Die Deutschen hatten nur Rumpelfußball geboten, im feuchtheißen Monterry nur durch einen späten Sonntagsfreistoß von Lothar Matthäus 1:0 gegen Marokko und erst im Elfmeterschießen gegen Mexiko gewonnen. Die Franzosen des Michel Platini hingegen hatten im spektakulärsten Spiel des Turniers Brasilien im Elfmeterschießen raus gekickt und waren zum Top-Favoriten auf den Titel erklärt worden. Sicher siegte der deutsche Underdog 2:0.

Nach der „Schande von Gijon“ war auch 1982 die Stimmung im Keller. Ich erinnere mich, dass in der Nacht vor dem Abflug nach Sevilla mein Hotel brannte, ich nach der hastigen Flucht mich zurück durch den Qualm ins Zimmer kämpfte. Ich hatte meine Schreibmaschine vergessen. 1:1. Verlängerung. Die Deutschen lagen schnell 1:3 zurück. Dann kam Rummenigge ins Spiel. 2:3. Klaus Fischer erzielte mit einem spektakulären Fallrückzieher das 3:3. Das erste WM-Elfmeterschießen folgte. Uli Stielike verschoss, Schumacher wehrte zwei Elfmeter ab. 8:7 gewonnen.

Also ihr Löw-Typen: Der Favorit Frankreich ist zu packen, wie die Historie lehrt.

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