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Hartmut Scherzers WM-Tagebuch: Folge 3: Der Cyber-Überfall

In der Hand von Cyber-Kriminellen: Die Kreditkarte unsere Korrespondenten geht derzeit auf unfreiwillge Reise durch Brasilien. Symbolfoto: Andrea Warnecke In der Hand von Cyber-Kriminellen: Die Kreditkarte unsere Korrespondenten geht derzeit auf unfreiwillge Reise durch Brasilien. Symbolfoto: Andrea Warnecke

Die „Räuberpistole“ sollte zeitgemäß erst während des Aufenthalts in Salvador da Bahia zwischen den Spielen Spanien-Niederlande am Freitag und Deutschland-Portugal am Montag Thema an dieser Stelle sein. Die mit 2,5 Millionen Einwohnern drittgrößte Stadt Brasiliens ist mit 2234 Morden 2013 die gewalttätigste des Landes, nimmt weltweit Rang 13 ein. „Bei Überfall nicht schreien“, heißt das oberste Gebot in den polizeilichen Verhaltensbroschüren für WM-Besucher. Raubmord ist das häufigste Tötungsdelikt, weil die in der Regel schwer bewaffneten Räuber beim geringsten Widerstand sofort schießen oder zustechen würden.

Aktuell: Schock ohne Schuss. Bei einem Cyber-Überfall kann das Opfer vor Wut noch so laut schreien. Ihm wird kein Haar gekrümmt. Cyber-Kriminelle rauben unbewaffnet weit, weit weg, plündern – versuchen es zumindest – in Sao Paulo sein Konto an Geldautomaten mit einer Kopie seiner Karte oder bezahlen damit an Tankstellen in Rio ihre Rechnungen. Derweil schreibe ich, der auf dieser Reise überhaupt nicht in Sao Paulo war, in Santo André ahnungslos über Miroslav Klose und Manuel Neuer. Ein letzter Klick auf die Mails vor dem Aufbruch zur Fähre. Der Münchner Kreditkartenservice bittet dringend um Rückruf zum Abgleich der Umsatzabfragen.

„Seit dem 9. Juni 2014 wurde Ihre Karte verstärkt an Geldautomaten in Sao Paulo eingesetzt. Da uns gemeldet wurde, dass hierbei mehrfach der Chip auf der Karte nicht korrekt gelesen werden konnte, befürchten wir, dass hier eine Kopie Ihrer Karte vorgelegt worden sein könnte“, heißt es. Gleiches wurde am 10. Juni von einer Tankstelle in Rio gemeldet. Bis zur Klärung des „akuten Missbrauchverdachts“ müsse meine Kreditkarte mit einem Sicherheitsvermerk versehen werden, was zu Akzeptanzproblemen führen könne. Na toll!

Eine neue Karte werde in mein Basishotel nach Porto Seguro geschickt. Das kann dauern. Welcher Schaden tatsächlich angerichtet wurde, werde ich erst bei der nächsten monatlichen Abrechnung erfahren. Aber ich lebe noch. Cyber-Räuber schießen nicht.

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