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Gladbach und Schalke trennen sich unentschieden

Schalke erkämpft sich in Unterzahl nach frühem Rot für Bentaleb ein 1:1 gegen Mönchengladbach. Zwar muss Schalke die Qualifikation für die Champions League vertagen, fühlt sich aber als moralischer Sieger. Gladbach wahrt die kleine Chance auf die Europa League.
Schalkes Benjamin Stambouli (r) kommt vor Gladbachs Thorgan Hazard an den Ball. Foto: Guido Kirchner Schalkes Benjamin Stambouli (r) kommt vor Gladbachs Thorgan Hazard an den Ball.
Gelsenkirchen. 

Der FC Schalke 04 muss die Feier zum Einzug in die Champion League erneut vertagen, fühlt sich nach dem Kraftakt gegen Borussia Mönchengladbach aber als moralischer Sieger.

„Das größte Kompliment ist, dass wir unzufrieden sein können nach einem Unentschieden. Wir hatten sogar in Unterzahl klar die besseren Chancen”, sagte Schalkes Nationalspieler Leon Goretzka nach der turbulenten Partie beim 1:1 (1:1) am Samstag mit dem frühen Platzverweis für Nabil Bentaleb bereits in der 13. Minute. „Das ist sehr ärgerlich. Aber wir haben große Moral bewiesen”, betonte Schalkes Keeper Ralf Fährmann. „Weil die Gladbacher den Mund so voll genommen haben, war es die passende Antwort.”

In dem teilweise hitzigen West-Duell vermochte es das Borussen-Team von Trainer Dieter Hecking nicht, aus der fast 80-minütigen Überzahl Kapital zu schlagen und den ersten Sieg auf Schalke nach vier Jahren zu landen. Raffael (32. Minute) hatte Gladbach vor 62 271 Zuschauern in der ausverkauften Arena zwar in Führung gebracht, doch Daniel Caligiuri (45.+3) glich per Handelfmeter noch kurz vor der Pause aus.

Gleichwohl ist das Erreichen der Europa League in den beiden abschließenden Saisonspielen gegen Freiburg und in Hamburg für Gladbach noch möglich. Allerdings ist die Borussia auf Schützenhilfe angewiesen, und Hecking muss gegen Freiburg in Weltmeister Christoph Kramer, Yannik Vestergaard und Denis Zakaria gleich auf drei gelbgesperrte Spieler verzichten. Zudem fällt Lars Stindl aus, der mit einer Sprunggelenksverletzung ausschied. „Es ist kein Bruch”, sagte Hecking, befürchtet aber „im besten Fall eine Kapselverletzung”. Und Sportdirektor Max Eberl meinte: „Wir müssen ihm die Daumen drücken, dass er nicht die WM deswegen verpasst.”

Der Schalker Bentaleb erwies seinem Team einen Bärendienst, als er sich nach einem Gerangel mit Stindl zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ und dem Nationalspieler ins Gesicht fasste. „Ich berühre ihn nur leicht, und er reagiert wie ein Baby. Ich habe keine Rote Karte verdient. Aber ich bin stolz darauf, wie die Mannschaft reagiert hat”, sagte der Algerier. Auch für Trainer Domenico Tedesco war die Entscheidung zu hart: „Gelb hätte es auch getan.”

Zunächst wollte Schiedsrichter Harm Osmers aus Hannover es auch bei einer Verwarnung belassen, entschied nach Videobeweis aber auf Rot. „Mit dem Platzverweis hat er uns keinen Gefallen getan”, meinte der frustrierte Christoph Kramer, dessen Team sich in Überzahl schwertat. Gladbachs Nationalspieler bekam zudem einen Schuss von Jewgeni Konopljanka im Strafraum an den Arm - und nach Ansicht der Videobilder entschied Osmers auf Elfmeter.

Für Hecking war es eine falsche Entscheidung. „Ich hätte den Elfer nicht gegeben”, sagte der Gladbacher Coach, der trotz des verpassten Dreiers in dem „hoch emotionalen und intensiven Westderby nicht unzufrieden” war. „Wir haben einen Punkt gutgemacht auf Frankfurt. Ich kann damit leben.”

Schalke überzeugte trotz Unterzahl mit großem Kämpferherz und erspielte sich nach Caligiuris verwandeltem Strafstoß noch zahlreiche Chancen. „Wenn man gefühlt 90 Minuten zehn gegen elf spielt gegen eine fußballerisch gute Mannschaft, ist es nicht einfach”, sagte Schalke-Coach Domenico Tedesco. „Entsprechend können wir stolz sein. Solche Spiele sind manchmal schöner als drei Punkte.”

(Von Ulli Brünger und Antonia Hofmann, dpa)
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