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Glänzender Regisseur

Kaum ein Nationalspieler wird so schnell kritisiert wie Mesut Özil. Zuletzt gab er keinen Anlass mehr dazu.
Ein starkes Team: Mesut Özil (links) und seine Kollegen von der Nationalmannschaft. Foto: imago sportfotodienst (imago sportfotodienst) Ein starkes Team: Mesut Özil (links) und seine Kollegen von der Nationalmannschaft.
Hannover. 

Als Lukas Podolski nach der EM im Sommer seinen Rücktritt aus der Fußball-Nationalmannschaft erklärte, schlug Mesut Özil sofort zu. Der Weltmeister schnappte sich die Nummer „10“. Jetzt ziert sie das Trikot des deutschen Spielmachers. Und Özil dreht in der DFB-Auswahl als Zehner richtig auf. In der WM-Qualifikation führte der Arsenal-Profi sowohl beim 3:0-Auftakt in Norwegen als auch am Wochenende beim nächsten 3:0 gegen Tschechien glänzend Regie.

„Das war schon sehr, sehr gut“, sagte Özil nach dem Spiel in Hamburg. Und er meinte damit weniger den eigenen als den gemeinsamen Vortrag. „Man hat gesehen, dass wir Spaß haben.“ Er war an zwei Toren direkt beteiligt, beeindruckte als kreativer Kopf und Spielbeschleuniger mit einer bemerkenswerten Schärfe in seinen Pässen. Özil war im Zentrum des Offensivspiels überall präsent. Die Rolle des Ideengebers und Vorbereiters behagt ihm wie keine andere. „Ich gebe ja lieber Assists als selbst zu schießen“, bemerkte er über sein Spiel.

Wenige Tage vor seinem 28. Geburtstag am Samstag wird aktuell vom womöglich besten Özil gesprochen, der beim FC Arsenal und auch im Nationaltrikot zu sehen ist. In England ist er ebenfalls top in die Saison gestartet. Fünf Siege nacheinander feierte er mit den „Gunners“ in der Premier League, zwei Tore steuerte er schon bei.

„Natürlich freut es mich, dass es im Moment sehr gut läuft“, sagte der 82-malige Nationalspieler vor dem WM-Qualifikationsspiel am heutigen Dienstagabend in Hannover gegen Nordirland (20.45 Uhr/RTL). Özil fühlt sich gereift: „Ich weiß, dass ich es immer neu beweisen muss. Mein Ziel ist es generell, mich weiterzuentwickeln. Ich möchte meine Topform behalten. Ich bin ja schon lange dabei und hatte meine Höhen und Tiefen. Man lernt davon.“

Nach dem Fußballfest gegen die Tschechen stellte sich der scheue Techniker im Hamburger Stadion ausnahmsweise auch mal den Reportern. Özil gab bereitwillig Auskunft, bis ihn Bundestrainer Joachim Löw persönlich zur Abfahrt in den Mannschaftsbus beorderte.

Nach den Rücktritten von Bastian Schweinsteiger und Podolski ist Özil der aktive Nationalspieler mit den meisten Einsätzen. Es scheint, als wolle er nun auch in der Außendarstellung Verantwortung übernehmen. Er schwor die Mannschaft gleich ein auf die neue Aufgabe. „In Hannover wird ein anderer Gegner auflaufen. Ich kenne ja einige Nordiren aus der Premier League. Die spielen robuster und körperbetonter“, mahnte Özil.

Robustheit, Behauptungswille, Körpersprache – diese äußeren Merkmale boten in der Vergangenheit häufig Anlass zu Kritik an Özils Spiel. Trotzdem ist der ehemalige Bundesligaprofi bei Löw seit Jahren neben Torjäger Thomas Müller die Konstante in der deutschen Offensive.

Özil spielt immer. Vor dem Nordirland-Spiel warb der Chef der deutschen Offensivabteilung auch um Unterstützung für Mario Götze. „Er macht seine Sache gut. Wir werden bald den alten Götze sehen“, glaubt Özil: „Mario ist noch relativ jung.“ Aber auch schon sehr erfahren. Mit 24 Jahren steht Götze in Hannover vor seinem bereits 60. Länderspiel. Und wer weiß: Vielleicht kann der „Zehner“ Özil dem „falschen Neuner“ Götze gegen die Nordiren ein Tor auflegen.

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