E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 16°C

FC Bayern: Große Erwartungen an Niko Kovac

Die nationale Übermacht führt dazu, dass der Erfolg des FC Bayern sich immer stärker über die Champions League definiert. Niko Kovac soll gleich in seiner Debüt-Saison als Trainer „Großes“ leisten.
Der Blick geht in München immer nach oben: Das hat auch der neue Trainer Niko Kovac schon verinnerlicht, noch früh in der Saison. Foto: GUENTER SCHIFFMANN (AFP) Der Blick geht in München immer nach oben: Das hat auch der neue Trainer Niko Kovac schon verinnerlicht, noch früh in der Saison.
München. 

Den Fluch der guten Tat bekommt auch Niko Kovac gleich zu spüren. Der neue Trainer des FC Bayern wird sich nach dem makellosen Saisonstart mit fünf Siegen in Supercup, DFB-Pokal und Fußball-Bundesliga, vor allem aber nach sechs Münchner Meistertiteln am Stück in erster Linie am Champions-League-Erfolg messen lassen müssen. Und das als Novize: Am Mittwoch (21 Uhr) erlebt der 46 Jahre alte Kroate mit Berliner Wurzeln im Estádio da Luz gegen Benfica Lissabon seine Premiere als Trainer in Europas Königsklasse. Und gleich in der ersten Saison nach seinem Wechsel von der Frankfurter Eintracht an die Säbener Straße soll Kovac schaffen, was selbst einem Trainer-Großmeister wie Pep Guardiola in drei Münchner Jahren nicht glücken wollte: Die Bayern erstmals seit dem Titelgewinn 2013 wieder ins Endspiel zu führen.

15.09.2018, Bayern, München: Fußball: Bundesliga, Bayern München - Bayer Leverkusen, 3. Spieltag in der Allianz-Arena. Trainer Niko Kovac vom FC Bayern München vor dem Spiel. Foto: Lino Mirgeler/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit
Kommentar zu FC Bayern: Kovac und das Kunststück

Selbst Pep Guardiola ist in seinen drei Münchner Jahren an diesem Kunststück verzweifelt. Wenn im April und Mai die Thronfolge in der Königsklasse geregelt wurde, fehlte seinen Bayern stets etwas

clearing

Noch ist das Finale 2019 für Kovac weit entfernt. Er ist zunächst auf seinen ersten Königsklassen-Abend fixiert. „Natürlich freue ich mich darauf. Wir wollen in Lissabon ein gutes Ergebnis erzielen“, sagte er. Idealerweise wäre das ein Sieg in Gruppe E, in der Ajax Amsterdam und AEK Athen die weiteren Gegner sind. Aber er spürt auch, dass er Titelträume erfüllen soll: „Ich weiß, wie man hier denkt, wie man erfolgreich sein muss. Wir vom FC Bayern haben den Anspruch, auch international top zu sein.“

Kein Vergleich mit Guardiola

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat die Zielsetzung in diesem Sommer gleich mehrmals formuliert: „Wir wollen auch in der Champions League Großes erreichen.“ Im Wortschatz des FC Bayern ist Großes gleichbedeutend mit Titelgewinn. Rummenigge erinnerte vor dem Neustart noch einmal an die vergangene Saison: „Mit viel Pech haben wir gegen Real Madrid das Finale verpasst.“ Es war der vierte Halbfinal-K.o. in den vergangenen fünf Jahren. Allein dreimal scheiterte Pep Guardiola mit den Bayern kurz vor dem Ziel, zuletzt war es Jupp Heynckes – und 2017 war für Carlo Ancelotti schon im Viertelfinale Schluss, ebenfalls gegen Real Madrid, ebenfalls mit viel Pech.

Über Guardiola, der mit dem FC Barcelona zweimal die Champions League gewann und inzwischen Manchester City trainiert, sagte Kovac vor einem Testspielduell im Sommer in Miami ganz offen, was er schon zu Frankfurter Zeiten immer mal hatte durchblicken lassen: „Für mich persönlich ist Pep der weltbeste Trainer.“ Vergleiche mit dem 47-jährigen Katalanen maße er sich darum nicht an: „Ich muss noch viel leisten, damit ich in die Nähe von Pep Guardiola komme.“

Beim FC Bayern hat er die Chance dazu. Kovac ernennt seine Mannschaft zwar nicht zum Titelfavoriten. Aber er hält seinen Kader, der vor Champions-League-Erfahrung nur so strotzt, für sehr stark. Thomas Müller etwa steht in Lissabon vor seinem 100. Einsatz in der Königsklasse. Der wachsenden Ü-30-Gruppe um Franck Ribéry, Arjen Robben, Manuel Neuer, Jérôme Boateng, Robert Lewandowski oder Javi Martínez läuft die Zeit langsam davon. Die Routiniers trauen ihrem neuen Chef jedenfalls Großes zu. „Niko hat die Persönlichkeit, um eine große Mannschaft zu trainieren“, äußerte der 35-jährige Ribéry gerade im „Kicker“.

Ob Kovac da auf den Spuren von Heynckes ist, der in seiner vorletzten Münchner Amtszeit 2013 neben Meisterschaft und DFB-Pokal auch Europas Krone eroberte? Das alljährliche Gerede vom Triple nervt den Nachfolger. Es kommt ihm viel zu früh. „Es gab nur einen Trainer, der hat alles geholt in Deutschland. Viele andere Trainer haben nicht drei Titel geholt“, erinnert Kovac stets.

Hoeneß sammelt Geld

Die nationale Übermacht des FC Bayern führt jedoch dazu, dass sich in München sportlicher Erfolg fast nur noch im Wettbewerb mit Europas Topclubs von Real Madrid über Paris Saint-Germain und Juventus Turin bis hin zum FC Liverpool definiert. Das internationale Abschneiden bestimmt inzwischen auch die Vereinspolitik. Horrende Transfersummen konnte der Bundesliga-Krösus bislang vermeiden, weil man mit Europas Spitze konkurrieren konnte. Das erste Kovac-Jahr wird auch über die weitere Strategie entscheiden. „Wir sammeln im Moment ein bisschen Geld ein für den Fall, dass wir nächstes Jahr ein bisschen mehr ausgeben müssen“, kündigte Präsident Uli Hoeneß launig an.

In diesem Sommer wurde allein Leon Goretzka neu verpflichtet, und das ablösefrei. Der einzige Neuzugang, für den überhaupt Geld bezahlt wurde, ist trotz aller Stars auf dem Rasen die vielleicht wichtigste Personalie: der Trainer. Freilich mussten Hoeneß und Co. dank einer Ausstiegsklausel in Niko Kovacs Vertrag bei der Eintracht auch nur 2,2 Millionen Euro nach Frankfurt überweisen. Kleines Geld angesichts der inzwischen üblichen Wahnsinnssummen auf dem Transfermarkt – für einen Mann, der große Erwartungen erfüllen soll.

(dpa,mka)

Zur Startseite Mehr aus Fußball

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen