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Guardiola feiert seine Europa-Rekordler

Ob's regnet, schneit oder die Sonne brennt - die Bayern siegen bei jedem Wetter und gegen große wie kleine Gegner. Der Sieg-Rekord in der Champions League unterstreicht den ungestillten Erfolgshunger. Ärgerlich nur: Kapitän Lahm vergrößert das Münchner Lazarett.

Bayern-Coach Pep Guardiola behielt auch im Schneetreiben von Moskau den Überblick. Foto: Yuri Kochetkov Bayern-Coach Pep Guardiola behielt auch im Schneetreiben von Moskau den Überblick. Foto: Yuri Kochetkov
Moskau. 

In der Moskauer Nacht konnten die Bosse des FC Bayern einmal mehr voller Stolz auf ihre nun auch noch zu Europa-Rekordlern gekürten Dauersieger anstoßen.

Und Karl-Heinz Rummenigge brauchte nach dem 3:1 beim Hauptstadt-Club ZSKA in seiner kurzen Bankett-Rede nur an den Tenor früherer Ansprachen anzuknüpfen, schließlich endete 2013 jede Auslandsreise erfolgreich.

«Das war in diesem ereignisreichen Jahr wieder mal ein Rekord: Zehnmal hintereinander gewonnen - herzlichen Glückwunsch dazu», verkündete der Vorstandschef im Ballsaal des Teamhotels unweit des Roten Platzes. Und Rummenigge hob im Angesicht von Trainer Pep Guardiola mit besonderem Stolz hervor, wem der Titelverteidiger die Bestmarke der meisten Champions-League-Siege in Serie entreißen konnte: «Wir haben immerhin Barcelona überholt.»

Der FC Barcelona, das ist gerade im ersten Jahr unter dem katalanischen Starcoach Guardiola nach wie vor die international bedeutendste Bezugsgröße des FC Bayern. Dabei ist Deutschlands Vorzeigeclub längst das Maß der Dinge in Europa. Fünf Spiele, fünf Siege, 15:2 Tore - so exzellent steht einen Spieltag vor Abschluss der Gruppenphase keiner der übrigen 31 Vereine in der Königsklasse da. «Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft», sagte Guardiola.

Was den Trainer beeindruckt, ist die Sieger-Mentalität seiner Profis. Ob's regnet, schneit oder die Sonne scheint, ob der Gegner einen großen oder kleinen Namen hat - Arjen Robben und Co. lassen sich nie hängen. «Diese Spieler haben Charakter», betonte Guardiola nach den 90 Arbeitsminuten im Chimki-Stadion, die bei minus sieben Grad und Schneefall selbst Vollblut-Fußballern wie Robben keine Freude bereiteten. «Normalerweise bin ich einer, der sagt, du musst Spaß haben auf dem Platz. Aber heute war das schwierig», gestand der Holländer: «Passen ging noch, aber dribbeln - naja.»

Trotzdem gab es sehenswerte Aktionen und aus dem Spiel heraus tolle Treffer. Die Torschützen waren exakt dieselben wie vier Tage zuvor beim 3:0 im Bundesliga-Gipfel bei Borussia Dortmund, nämlich Robben (17. Minute), Götze (56.) und Müller (65./Foulelfmeter). «Wir haben gut umgeschaltet vom Spiel in Dortmund», bemerkte Robben.

Ärgerlich war allein, dass Kapitän Philipp Lahm das schon gut gefüllte Bayern-Lazarett vergrößert. Der 30-Jährige erlitt eine Zerrung im rechten Oberschenkel und fällt mindestens für die nächsten zwei Spiele gegen Eintracht Braunschweig (Bundesliga) und beim FC Augsburg (DFB-Pokal) aus. Erfreulich ist dafür die Entwicklung von Mario Götze, der immer besser in Schwung kommt. «Ich hatte eine lange Reha hinter mir», erinnerte der Ex-Dortmunder an seinen schwierigen Start in München. «Jetzt bin ich gut drauf, fit und hoffe, dass ich mich weiter steigern kann», sagte der Nationalspieler.

Der ebenfalls starke Torwart Manuel Neuer sorgte dafür, dass einige defensiven Nachlässigkeiten nur mit dem Handelfmetertor des Japaners Keisuke Honda bestraft wurden (62.). Wie einst Oliver Kahn treibt auch Neuer sein Team ständig an: «Wichtig ist, dass wir gegen ManCity und in der K.o.-Runde genau da weitermachen», sagte er.

Tatsächlich geht es für die Bayern auch am letzten Spieltag noch um etwas, was für Robben nach 15 Punkten aus fünf Spielen «komisch genug» ist. Der Gruppensieg ist noch nicht fix, allerdings könnten sich die Bayern am 10. Dezember gegen Manchester City (12 Punkte) angesichts des 3:1-Hinspielsieges in England sogar eine Niederlage mit einem Tor Unterschied oder sogar ein 0:2 leisten. Ziel in zwei Wochen aber wird der nächste Sieg sein, denn eine makellose Vorrunde mit sechs Siegen hat noch kein deutscher Verein geschafft, sondern nur fünf ausländische - einer davon ist der FC Barcelona.

(Von Wolfgang Jung, dpa)
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