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Herber Rückschlag für Frankfurt zuhause gegen Hertha

Frankfurt hat den Schwung vom erneuten Einzug ins Pokal-Endspiel nicht mitnehmen können. Die Niederlage gegen Hertha BSC ist ein herber Rückschlag im Kampf um einen internationalen Startplatz. Für zusätzlichen Frust sorgt der Videobeweis.
Der Berliner Peter Pekarik (l) und Frankfurts Aymen Barkok beim Kampf um den Ball. Foto: Frank Rumpenhorst Der Berliner Peter Pekarik (l) und Frankfurts Aymen Barkok beim Kampf um den Ball.
Frankfurt/Main. 

72 Stunden nach dem Pokal-Coup auf Schalke war die Euphorie bei Eintracht Frankfurt schon wieder dahin. Die 0:3 (0:0)-Heimpleite gegen Hertha BSC hat das große Saisonziel Europa drei Spiele vor Saisonschluss gehörig in Gefahr gebracht.

„Wir brauchen noch den einen oder anderen Punkt, sonst fallen wir da oben raus”, stellte Eintracht-Trainer Niko Kovac fest. Als Tabellensiebter mit 46 Punkten haben die Hessen nur noch drei Zähler Vorsprung vor Verfolger Borussia Mönchengladbach. Und auch die Berliner (42), für die vor 51.000 Zuschauern Davie Selke mit einem umstrittenen Foulelfmeter in der 57. Minute, Mathew Leckie (77.) und Alexander Esswein (90.+1) trafen, dürfen plötzlich noch einmal von der Europa League träumen.

Frankfurt verlor neben dem Spiel auch noch Abwehrspieler Makoto Hasebe (79.), der nach einer Tätlichkeit gegen Selke die Rote Karte sah. Für den größten Frust sorgte aber der Videobeweis vor dem Berliner Führungstor. „Das war die entscheidende Szene, die hat das Spiel auch vom Verlauf komplett gedreht. Da muss man die Emotionen echt zurückhalten”, schimpfte Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic über die Entscheidung von Schiedsrichter Sascha Stegemann (Niederkassel).

Als Hertha-Stürmer Selke nach einem Zweikampf mit Hasebe im Eintracht-Strafraum zu Boden ging, hatte der Referee sofort auf den Elfmeterpunkt gezeigt. Doch dann überprüfte er seine Entscheidung noch einmal mit Hilfe des Videobeweises - und blieb zur Überraschung vieler Beobachter dabei. Selke verwandelte eiskalt.

„Ich habe mir die Fernsehbilder angeschaut und gesagt: Prima, kein Elfmeter. Und dann rennt er doch zum Elfmeterpunkt. Selbst Herthaner, die um mich herum waren, haben geschmunzelt”, berichtete Bobic und ereiferte sich: „Das ist der Wahnsinn. Wahrnehmungsfehler vom Schiedsrichter verstehe ich, das kann passieren. Aber wenn du mit dem Puls runtergehst, wie beim Biathlon am Schießstand, und dir das noch mal in Ruhe anschaust - dann nochmal das Gleiche zu sehen, das hat er exklusiv.” Auch Kovac äußerte sein Unverständnis: „Der Videobeweis ist wichtig und richtig. Aber heute hat der Schiedsrichter daneben gelegen.”

Drei Tage nach dem erfolgreichen Pokal-Fight in Gelsenkirchen fehlte den Frankfurtern nach dem Rückstand die Kraft, obwohl Kovac gleich auf fünf Positionen rotiert hatte. Trotz dieser Umstellungen agierten die Hessen zu Beginn druckvoller und erspielten sich schnell gute Gelegenheiten.

Luka Jovic, am vergangenen Mittwoch im Pokal-Halbfinale umjubelter Siegschütze zum 1:0 bei Schalke 04, zielte in der 9. Minute einen Tick zu hoch. „Den macht er normalerweise im Schlaf”, sagte Kovac. Zehn Minuten später legte Jovic für Mijat Gacinovic auf, der mit seinem Schuss aber nur die Lattenunterkante traf. „Wir haben zwei Geschenke verteilt, zum Glück hat Frankfurt sie zweimal nicht angenommen”, sagte Hertha-Trainer Pal Dardai.

In einer Partie auf bescheidenem Niveau waren die Berliner am Ende abgezockter und nutzen die Lücken in der Eintracht-Defensive gnadenlos aus. „Kompliment an meine Mannschaft”, lobte Dardai. „Sie hat sehr gut gearbeitet. Unser Plan ist aufgegangen.”

(Von Eric Dobias, dpa)
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