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Hertha beendet Sieglos-Serie - HSV-Krise spitzt sich zu

Auch gegen die angeschlagene Hertha gelingt dem Hamburger SV nicht das dringend benötigte Erfolgserlebnis. Coach Markus Gisdol will nun andere Wege im Umgang mit seinem Team gehen. Die Berliner beruhigen vorerst die Lage mit dem ersten Sieg nach sieben Spielen.
Hertha jubelt: Berlins Spieler (l) feiern den Treffer zum 1:0. Foto: Axel Heimken Hertha jubelt: Berlins Spieler (l) feiern den Treffer zum 1:0.
Berlin. 

Markus Gisdol stürmte direkt nach Schlusspfiff in die Kabine. Nach der erneuten Ernüchterung im Krisen-Duell bei Hertha BSC kündigte der Trainer des Hamburger SV einen verschärften Kurs an.

„Zu oft haben wir jetzt darüber gesprochen, wie wir Spiele hergeschenkt haben”, sagte der Coach enttäuscht über das 1:2 bei den Berlinern. „Es gibt andere Wege als Trainer, die du gehen kannst. Es ist vielleicht an der Zeit, ein bisschen strengere Maßstäbe anzusetzen.”

Mit dem Ende seiner eigenen quälenden Sieglos-Serie verschärfte Hertha die Misere der Hanseaten. Im niveauarmen und kampfgeprägten Aufeinandertreffen setzte sich der Hauptstadtclub dank seiner Effizienz bei Standardsituationen durch. Niklas Stark (12. Minute) und Karim Rekik (50.) sorgten mit Kopfbällen nach Ecken für den ersten Pflichtspielerfolg des Teams von Pal Dardai nach sieben Spielen ohne Sieg.

Nach dem befreienden und beruhigenden Erfolg beklagte der Trainer eine Negativstimmung im Umfeld des Clubs. „Es ist schwierig, wenn der ganze Verein so von außen beeinflusst wird, dass alle unsicher werden. Das ist nicht schön”, sagte Dardai und bezeichnete sich selbst als „Soldat, ein bezahlter, leidenschaftlicher Mitarbeiter.” Der Trainerstab müsse „Stärke zeigen, weil alle von außen manipuliert werden.”

Nach dem bitteren 1:3 im DFB-Pokal gegen den 1. FC Köln hatte es auch in der Berliner Fanszene rumort. Es sei ein „Wunsch von den Fans” gewesen, dass das Team vor dem Spiel in die Kurve gegangen war, berichtete Dardai. „Wir haben einen offenen Dialog geführt mit den Fans. Wir sind ein Verein, ein Logo, eine Fahne.”

Einziger Lichtblick für den HSV vor den Augen von Jürgen Klinsmann und Berti Vogts war das Tordebüt von Sturmjuwel Jann-Fiete Arp (73.) vor 52 131 Zuschauern. „Deswegen wird aber keine Feier stattfinden”, betonte Sportdirektor Jens Todt. „Es ist toll, und wir wissen, dass Fiete ein großes Talent ist und es wahnsinnig reif macht für sein Alter. Aber wir brauchen Punkte.”

Seit acht Partien warten die Hanseaten nun bereits auf einen Sieg, die Offensive blieb bis zum Anschlusstreffer erneut den Beweis der Bundesligatauglichkeit schuldig. Ganze drei Tore in den vergangenen acht Partien sind zu wenig, von Relegationsrang 16 droht am Sonntag der erstmalige Absturz dieser Saison auf einen Abstiegsplatz. Für den HSV war es die fünfte Niederlage bei den Berlinern in Serie.

Beim ungeliebten Gastspiel im Olympiastadion bemühte sich die Mannschaft von Gisdol früh, die Angriffsflaute zu überwinden. Eine Flanke von Filip Kostic erwischte André Hahn nicht voll mit dem Kopf (11.). Immer wieder verloren die offensiv wenig kreativen Hamburger den Ball in der Vorwärtsbewegung, agierten in der Verteidigung wie beim mutmachenden 0:1 gegen den FC Bayern mit einer Fünferkette.

Und so nutzten die Berliner zwei Ecken, um ihr Stimmungstief nach dem bitteren Aus im DFB-Pokal gegen den 1. FC Köln vorerst zu überwinden. Nach der Hereingabe von Confed-Cup-Sieger Marvin Plattenhardt entwischte Stark seinem Gegenspieler Rick van Drongelen. Der zuvor wankelmütige Rekik erzielte kurz nach der Pause ebenfalls per Kopf seinen ersten Pflichtspieltreffer für die Hertha.

Hamburg fehlten lange die Mittel, um zurückzuschlagen. Der eingewechselte Arp ließ den HSV in seinem zweiten Bundesliga-Einsatz noch einmal hoffen. Der 17-Jährige ist nach Angaben des Datenanbieters Opta der jüngste Bundesliga-Torschütze in der Geschichte des HSV - doch auch dieser Rekord konnte die Stimmung der Hamburger nur bedingt aufhellen.

(Von Florian Lütticke und Christina Peters, dpa)
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