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Hertha macht es spannend: BVB kontra Eintracht entscheidet

Hertha BSC steht an der Tür zur Gruppenphase der Europa League. Aufmachen kann sie für die Berliner der BVB, wenn der das Pokalfinale gegen Frankfurt gewinnt. Ansonsten muss Hertha wie schon im Vorjahr in die Qualifikation. Das 2:6 gegen Leverkusen würde dann schmerzen.
Versöhnlicher Saisonabschluss für Bayer 04 Leverkusen: Kai Havertz (l) trifft zum 3:0 gegen Hertha BSC. Foto: Soeren Stache Versöhnlicher Saisonabschluss für Bayer 04 Leverkusen: Kai Havertz (l) trifft zum 3:0 gegen Hertha BSC. Foto: Soeren Stache
Berlin. 

Jetzt wird das Pokalfinale BVB kontra Eintracht auch für Hertha BSC noch zu einem Endspiel. Nur wenn Borussia Dortmund gegen Frankfurt gewinnt, ziehen die Berliner als Bundesliga-Sechste erstmals seit sieben Jahren wieder in die Gruppenphase der Europa League ein.

Siegt Außenseiter Eintracht, muss der Hauptstadtclub wie bereits im Vorjahr schon in der Qualifikation ran. Mit einem bitteren 2:6 (0:3) im eigenen Stadion gegen Bayer Leverkusen vergab Hertha am 34. Spieltag noch Rang fünf, der schon jetzt den direkten Sprung nach Europa gebracht hätte.

„Grundsätzlich bin ich stolz, was wir erreicht haben. Aber zum Abschluss war es nicht das Spiel, das wir uns vorgenommen haben. Es ist richtig schiefgelaufen”, sagte Kapitän Vedad Ibisevic. Jetzt sind die Berliner Profis, die von den punktgleichen Kölnern (beide 49) aufgrund des Torverhältnisses noch abgefangen wurden, alle BVB-Fans: „Ja, aber ich möchte auch die Quali-Runde nicht negativ sehen. Für mich ist das Ziel erreicht. So oder so”, betonte Ibisevic.

Hertha wirkte im letzten Heimspiel verkrampft. Für Leverkusen ging es im letzten Spiel unter Trainer Tayfun Korkut um nichts mehr - entsprechend locker und gelöst spielten die Gäste vor 55 617 Zuschauern im Olympiastadion auf. Chicharito mit seinem elften Saisontor (5. Minute) und der junge Kai Havertz (31./45.+1) mit zwei Treffern machten schon in der ersten Halbzeit den versöhnlichen Saisonabschluss für Leverkusen perfekt.

Stefan Kießling erhöhte mit einem Foulelfmeter auf 4:0 (64.). Später traf Charles Aránguiz ebenfalls noch vom Punkt (81.). Joel Pohjanpalo setzte den Schlusspunkt (90.). Die Hertha-Treffer von Mitchell Weiser (71.) und Sami Allagui (86., Foulelfmeter) änderte nichts mehr. Mit 41 Punkten landete Leverkusen auf Platz zwölf, der allerdings weit entfernt von den eigenen Ansprüchen ist.

In Berlin war alles gerichtet für eine große Fußballfeier. Coach Dardai konnte seit langer Zeit personell wieder aus dem Vollen schöpfen. Der lange verletzte U21-Nationalspieler Weiser stand erstmals nach fünf Monaten wieder in der Startelf. Doch am Ende stand die höchste Heimniederlage seit Dezember 2014 (0:5 gegen Hoffenheim). „Wir haben uns das natürlich anders vorgestellt. Es ist ein bisschen komisch, nach so einem Spiel zu feiern”, sagte der designierte Nationalspieler Marvin Plattenhardt.

Leverkusen nutzte schnell die Berliner Fehler: Der Mexikaner Chicharito schummelte sich durch die Hertha-Abwehr, traf den Pfosten und schob den abprallenden Ball ins Tor. Hertha reagierte, Rückkehrer Weiser sorgte für große Gefahr. Doch dem ehemaligen Bayern fehlten bei besten äußeren Bedingungen Genauigkeit, Konzentration und auch Glück. Erst schoss er frei aus elf Metern am Bayer-Gehäuse vorbei (9.). Später köpfte Weiser aus fünf Metern daneben (24.).

Die Gäste zeigten sich weitaus effektiver. Nach Doppelpass mit Chicharito markierte Havertz seinen ersten Treffer. Dann nutze der noch 17 Jahre junge Mann einen Fehler von Herthas John Anthony Brooks im Mittelfeld und eine schöne Vorarbeit von Bayer-Nationalspieler Julian Brandt zu seinem zweiten Streich.

Nach Foul von Vladimir Darida an Aránguiz verwandelte schließlich Kießling den Elfmeter zum 4:0 für Leverkusen. Der Treffer von Weiser und das Elfmetertor von Allagui, der zum FC St. Pauli wechselt, änderten nichts mehr. Zumal Aránguiz den zweiten Elfmeter für Bayer ebenfalls sicher einschoss und auch noch der eingewechselte Pohjanpalo traf.

(Von Jens Mende und Andreas Krühler, dpa)
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