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Fußball-WM 2018 in Geschichte: Japan nach kurioser Schlussphase trotz Niederlage weiter

Spannung bis zur letzten Sekunde: Die Japaner schaffen den Einzug ins Achtelfinale nur, weil sie am Ende zwei Gelbe Karten weniger als der Senegal auf dem Konto hatten.
Die japanischen Spieler bejubeln mit ihren Fans frenetisch den Einzug in das Achtelfinale. Foto: Andrew Medichini (AP) Die japanischen Spieler bejubeln mit ihren Fans frenetisch den Einzug in das Achtelfinale.
Wolgograd. 

Gespannt warteten der Frankfurter Makoto Hasebe und seine Teamkollegen im Mittelkreis, dann klatschten sie sich nach der Zitterpartie und dem Schlusspfiff des Parallelspiels erleichtert ab. Dank der Fairplay-Wertung und trotz einer 0:1 (0:0)-Niederlage gegen Robert Lewandowskis Polen hat sich Japan als Gruppenzweiter zum dritten Mal nach 2002 und 2010 für das WM-Achtelfinale qualifiziert. „Natürlich war es am Ende ein komisches Gefühl, aber so ist halt Fußball. Wir haben das Achtelfinale geschafft und sind zufrieden. Das wird ein schweres Spiel in der nächsten Runde“, sagte Hasebe in der ARD.

Die Asiaten verloren am Donnerstag in Wolgograd zwar, profitierten aber vom Sieg Kolumbiens gegen Senegal (1:0). Die Japaner waren punkt- und torgleich mit den Afrikanern, auch der direkte Vergleich endete unentschieden, so dass am Ende zwei Gelbe Karten weniger über das Weiterkommen entschieden.

Jan Bednarek (59. Minute) bescherte vor 42 189 Zuschauern Polen mit dem ersten Sieg in Russland noch einen versöhnlichen Turnierabschluss. Schon bei ihren letzten Endrunden 2002 und 2006 hatten die Osteuropäer jeweils ihr letztes Spiel gewonnen und damit noch das schwächste Abschneiden bei einer WM abgewendet. „Wir wollten das letzte Spiel mit Stolz spielen, so dass unsere Fans glücklich sind“, sagte der polnische Siegtorschütze.

Bei Temperaturen um 36 Grad in Wolgograd überraschte Japans Trainer Akira Nishino mit sechs Änderungen in der Startelf, dabei blieb die ganze Bundesliga-Offensivreihe mit Genki Haraguchi, Shinji Kagawa und Yuya Osako erst einmal auf der Bank. Bei den bereits ausgeschiedenen Polen, die zuvor beide Gruppenspiele verloren hatten, kamen fünf neue Spieler zum Einsatz. Torjäger und Kapitän Robert Lewandowski war von Beginn an dabei und absolvierte sein 98. Länderspiel.

Im Tor erhielt diesmal Lukas Fabianski von Swansea City den Vorzug vor Wojciech Szczesny. Fabianski stand auch gleich im Blickpunkt gegen den forsch startenden Rekord-Asienmeister, der in der Anfangsphase zu drei guten Torgelegenheiten kam. Die Schüsse von Yoshinori Muto (13.) und dem Hamburger Gotoku Sakai (16.) konnte Polens Keeper parieren, der Kopfball von Shinji Okazaki verfehlte sein Ziel nur knapp. Insgesamt merkte man den Japanern im Angriff die Abstimmungsprobleme wegen der vielen Personalwechsel an.

Den Polen, die es bei der Europameisterschaft 2016 noch bis ins Viertelfinale schafften, war von Beginn anzumerken, dass sie sich nicht komplett blamiert von der WM verabschieden wollen. Sie machen Druck, rotieren viel in der Offensive – mal nur Lewandowski vorne, dann unterstützt von Piotr Zielinski oder noch von Kamil Grosicki, der zu seinem 60. Länderspiel kam. Grosicki hatte in der 32. Minute die größte Chance des zweimaligen WM-Dritten.

Mit dem eingewechselten Kölner Osako kam noch mal ein bisschen Schwung in der Angriffsreihe der Samurai Blue. Der Führungstreffer aber gelang den Polen: Nach einem Freistoß von Rafal Kurzawa traf Bednarek aus kurzer Distanz. Lewandowski und Tomoaki Makino hatten weitere gute Gelegenheiten für die Polen, die sich versöhnlich von der WM verabschiedeten.

Japan: Kawashima – Hiroki Sakai, Yoshida, Makino, Nagatomo – Yamaguchi, Shibasaki – Gotoku Sakai, Okazaki (47. Osako), Usami (65. Inui) – Muto (82. Hasebe). – Polen: Fabianski – Bereszynski, Glik, Bednarek – Kurzawa (79. Peszko), Krychowiak, Goralski, Jedrzejczyk – Zielinski (79. Teodorczyk), Lewandowski, Grosicki. – Schiedsrichter: Janny Sikazwe (Sambia). – Tor: 0:1 Bednarek (59.). – Zuschauer: 42 189. – Beste Spieler: Kawashima, Hiroki Sakai – Kurzawa, Grosicki. – Gelbe Karten: Makino.

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