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Leipzig schießt sich Frust von der Seele: 4:1 über Wolfsburg

Plötzlich ist für RB Leipzig mit Schützenhilfe selbst die Königsklasse drin. Mit dem 4:1 gegen harmlose Wolfsburger gehen die Sachsen selbstbewusst ins Auswärtsspiel bei Hertha BSC. Ein RB-Akteur hätte den ersten Sieg nach fünf sieglosen Spielen fast verpasst.
Leipzigs Timo Werner jubelt nach dem Treffer zum 2:0. Foto: Jan Woitas Leipzigs Timo Werner jubelt nach dem Treffer zum 2:0.
Leipzig. 

RB Leipzig schoss sich gegen schwache Wolfsburger den ganzen Frust der letzten Wochen von der Seele.

Der deutsche Vizemeister hat nach vier Pflichtspielniederlagen und einem Remis seine bislang schwerste Bundesliga-Krise beendet und den VfL mit 4:1 (2:0) näher an den Abgrund zur zweiten Liga gestoßen.

Die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl verbesserte als Tabellensechster mit nun 50 Zählern die Ausgangsposition im Kampf um die Qualifikation für die Europa League. Mit Schützenhilfe ist sogar noch die Königsklasse am letzten Spieltag drin. Wolfsburg bleibt auf dem Relegationsrang, könnte aber am letzten Spieltag noch direkt absteigen.

„Wir haben sehr unsicher gewirkt am Anfang. Was ausschlaggebend war heute, war die Effektivität vor dem Tor”, sagte RB-Trainer Ralph Hasenhüttl und blickte bereits auf das Spiel bei Hertha BSC: „Eine Schlacht müssen wir noch schlagen, mal sehen, mit was wir uns belohnen werden. Zwischen Platz vier und neun ist alles möglich.”

Vor 41.487 Zuschauern in der Red Bull Arena brachte Ademola Lookman (24.) die Gastgeber in Führung, ehe Timo Werner (33.) nach 459 Minuten Torflaute wieder einen Bundesliga-Treffer erzielte. Gleich nach Wiederanpfiff gelang Daniel Didavi (47.) der Anschlusstreffer. Erneut war es Everton-Leihgabe Lookman (52.), der die Leipziger auf Kurs hielt, ehe Jean-Kevin Augustin (63.) auf 4:1 erhöhte. „Bei Leipzig besteht immer die Gefahr, in den Konter zu laufen”, bilanzierte VfL-Trainer Bruno Labbadia.

Sein Team erntete von den mitgereisten Fans Pfiffe und wüste Beschimpfungen für den harmlosen Auftritt mitten im Abstiegskampf. „Das ist im Fußball so: wenn man keine Ergebnisse liefert, dann muss man sich mit dem auseinandersetzen”, sagte Labaddia und startete einen Appell für das letzte Heimspiel: „Wir müssen an einem Strang ziehen, es geht um den Verein. Wir, das habe ich immer gesagt, können nichts einfordern, weil unsere Ergebnisse einfach nicht passen.”

Die ersten (harmlosen) Torschüsse verbuchten die Wolfsburger, doch die Leipziger diktierten das Geschehen. Nach einer Hereingabe von links schob Lookman (24.) zur Führung ein. Sieben Minuten später traf Augustin selbst aus Nahdistanz, stand aber einen halben Meter im Abseits beim Werner-Pass. Fast im nächsten Angriff nutzte Werner dann einen kapitalen Abwehrpatzer von Felix Uduokhai, um aus vollen Lauf aus zwölf Metern zum 2:0 einzuschieben. „Wir bekommen zwei Gegentore, die uns in der momentanen Situation einfach die Lichter ausschießen”, sagte Wolfsburgs Maximilian Arnold.

Nach dem Wechsel wurde der Vizemeister kalt erwischt. Eine Flanke von links nahm Didavi direkt, der von Dayot Upamecano noch unglücklich direkt vor RB-Keeper Peter Gulacsi abgefälschte Ball rutschte ins Tor. Der Europa-League-Viertelfinalist schüttelte sich kurz. Nach einem zu kurzen Rückpass auf VfL-Keeper Koen Casteels war Werner (52.) hellwach. Beim fast schon verlorenen Zweikampf kann er noch auf den freistehenden Lookman passen, der cool zum 3:1 einschiebt.

RB spielte plötzlich wie aus einem Guss. Selbst der Franzose Augustin, zuletzt mit einem Torerfolg am 25. Spieltag gegen Dortmund, traf in der 63. Minute aus 16 Metern ins linke untere Eck. „Wir haben ein tolles Spiel gezeigt. Jetzt fahren wir selbstbewusst nach Berlin und wollen auch dort einen Dreier”, sagte er. Kevin Kampl, der am Samstagmorgen Vater von Sohn Jordi Noel wurde und nach schlafloser Nacht nach knapp 500 Kilometer von Solingen gerade so zum Anpfiff da war, war überglücklich: „Mama und Kind geht es prima. Heute ist einfach ein perfekter Tag. Wir sind als Team aufgetreten und haben es zusammen durchgezogen. Es war ein sehr emotionales Spiel. Für die Fans, für Domme Kaiser und auch für mich.”

(Von Frank Kastner, dpa)
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