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Löw: «Würde Hansi Flick keine Steine in den Weg legen»

Der Bundestrainer geht mit viel Energie und einigen Unklarheiten in die WM-Saison. Ähnliche internationale Erfolge der Bundesliga-Clubs wie im vergangenen Spieljahr würden Joachim Löw bei seiner Titelmission helfen. Seinen Kader hält er nicht für unendlich groß.

Joachim Löw (l) und Hansi Flick beim Training der Nationalmannschaft. Foto: Sergei Chirikov Joachim Löw (l) und Hansi Flick beim Training der Nationalmannschaft. Foto: Sergei Chirikov

Berlin. 

Joachim Löw geht in seine achte Saison als Bundestrainer. Seinen Assistenten Hansi Flick würde er gern bei der WM dabei haben. Doch falls dessen Wechsel auf den Posten des DFB-Sportdirektors zeitlich nicht anders umzusetzen wäre, würde Löw seinen engen Mitarbeiter auch freigeben.

In der neuen Saison setzt Löw wieder auf die internationale Stärke der Bundesliga.

Frage: Am Freitag startet die Bundesliga. Mit welchen Wünschen gehen Sie in die neue Saison, die WM-Saison, für Sie eine ganz spezielle?

Antwort: «Das Supercupspiel Bayern gegen Dortmund hat schon Appetit gemacht. Das war für die Vorbereitungszeit schon ein sehr gutes Niveau. Für die Nationalmannschaft stehen natürlich wichtige Aufgaben an. Erst im September und Oktober die Qualifikation, dann ist alles ausgerichtet auf die WM. Die Saison vor einem großen Turnier ist immer etwas ganz Besonderes. Man bündelt alle Kräfte. Man hofft, dass es keine großen Verletzungen gibt.»

Frage: Wie sehen Sie die Konstellation in der Bundesliga?

Antwort: «Ich sehe in der Bundesliga zwei Mannschaften, die vom Niveau über allen anderen stehen. Ich erwarte einen Zweikampf Bayern kontra Dortmund. Bei allem Respekt für Vereine wie Schalke oder Leverkusen sehe ich keinen ernsthaften Konkurrenten um den Titel. Bayern und Dortmund sind von der Qualität, Spielweise und Kontinuität den anderen überlegen.»

Frage: Erwarten Sie deshalb Langeweile?

Antwort: «Nein. Die vergangene Saison war ja auch deshalb spannend, weil mit Bayern und Dortmund deutsche Mannschaften in der Champions League so weit kamen. Das ist auch meine Hoffnung für die neue Saison, dass es gerade im WM Jahr in ähnlicher Weise weitergeht. Das weckt das Interesse und die Lust der Fans.»

Und es wäre positiv für die Nationalmannschaft.

Antwort: «Auf jeden Fall. Das hängt extrem eng zusammen. Es ist wichtig, dass die Spieler so gefordert werden wie die Nationalmannschaft bei großen Turnieren. Dass Dortmund in der Vorsaison so weit kam, hat den jungen Spielern extrem geholfen.»

Frage: Hat sich für Sie als Bundestrainer durch die Champions-League-Erfolge der Clubs die Situation verändert? Ihr Kader ist groß.

Antwort: «Der Kader ist nicht unendlich groß, wie man immer denkt. Wir haben einige junge Spieler, die sind wirklich qualitativ gut, das sind hoffnungsvolle Spieler. Aber wir sprechen von der absoluten internationalen Klasse. Da müssen einige Spieler, die am Beginn ihrer Karriere stehen, noch einige Schritte machen. Es gibt mehr Talente als noch vor einigen Jahren. Aber nicht alle Talente haben den Sprung in die Weltklasse geschafft. Es geht bei einem Turnier um das höchste Niveau, da messen sich die Besten.»

Frage: Einige ihrer WM-Kandidaten sind ins Ausland gewechselt, ein Vor- oder Nachteil?

Antwort: «Bei André Schürrle, der den Wechsel unbedingt wollte, war es der richtige Zeitpunkt, um sich in so einer Mannschaft wie Chelsea mit noch mehr Stars als in Leverkusen durchzusetzen. Das kann ihm helfen, genau den Sprung zu machen, den er bislang international noch nicht ganz geschafft hat. Bei Mario Gomez sehe ich es auch sehr positiv. Mario hat mit über 100 Toren bei Bayern München schon bewiesen, dass er in die Weltklasse gehört. Aber er braucht bei einem Verein und einem Trainer das Vertrauen, dass er spielt. Daher war der Schritt nach Florenz für ihn gut. Bei Bayern wäre es für ihn eine andere Situation gewesen. Er braucht Spielrhythmus.»

Frage: Als Stürmer haben Sie neben Gomez und Miroslav Klose zuletzt den Neu-Gladbacher Max Kruse probiert. Mit welchem Ergebnis?

Antwort: «Max Kurse hat uns auf der Amerika-Reise überzeugt mit seiner spielerischen Qualität und seinem Einsatz. Er ist schon relativ dicht an die Mannschaft herangerückt.»

Frage: Ihr Assistent Hansi Flick ist Kandidat auf den Posten des Sportdirektors beim DFB? Haben Sie schon über den möglichen Wechsel und den Zeitpunkt gesprochen?

Antwort: «Dies ist eine Personalentscheidung des DFB. Wenn Hansi Flick zu den ernsthaften Kandidaten zählt, freut mich das für ihn. Weil er diese Aufgabe hervorragend bewältigen könnte. Er hat die Qualität. Im Moment aber gibt es keinen Zeitdruck, das hat DFB-Präsident Wolfgang Niersbach ja bereits betont. Aktuell zählt einzig und allein die WM-Qualifikation, danach werden wir sicher Gespräche mit der DFB-Spitze führen.»

Frage: Können Sie sich vorstellen, mit einem anderen Assistenten in die WM zu gehen?

Antwort: «Diese Frage stellt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Grundsätzlich aber bin ich der Meinung, dass beides, Sportdirektor und Assistent, nicht geht. Beide Aufgaben erfordern 100 Prozent Einsatz, in diesem Jahr mehr als 100 Prozent. Ich würde mir wünschen, er bleibt in meinem Team, denn wir sind sehr eingespielt. Auf der anderen Seite würde ich einem Mitarbeiter wie Hansi Flick, der mich jahrelang so unterstützt hat, keine Steine in den Weg legen.»

(Von Jens Mende und Arne Richter, dpa)
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