Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer
1 Kommentar

Kommentar: Mammut-WM: Fifa schießt sich ein Eigentor

Von Die Fifa hat die Mammut-WM 2026 beschlossen. 48 Nationen werden an dieser Weltmeisterschaft teilnehmen. Und Fußballfans kommen in den zweifelhaften Genuss von Spielen wie Usbekistan gegen Panama oder Venezuela gegen die Fidschi-Inseln. Ein Kommentar von Sascha Mehr.
Foto: imago sportfotodienst (imago sportfotodienst)
Es ist nun also wirklich beschlossene Sache: Die Mega-WM kommt. Bei der Weltmeisterschaft 2026, in einem noch nicht bestimmten Land, werden erstmals 48 Mannschaften um den Titel spielen - so viele wie noch nie. Statt 64 wird es 80 Spiele geben. Das Turnier wird noch größer und noch länger dauern. Doch ist das alles im Sinne des Sports?

Nein! Klar ist: Die Fifa sieht vor allem die wirtschaftlichen Möglichkeiten bei einer WM mit 48 Mannschaften. Natürlich lässt sich mit mehr Mannschaften und mehr Spielen auch mehr Geld verdienen. Dumm nur: Dies geht zu Lasten des Sports. Die Qualität der zusätzlichen Mannschaften wird recht überschaubar sein. Es werden nicht mehr nur die besten Mannschaften der Welt teilnehmen, sondern auch viele durchschnittliche Teams, die nicht zur höheren Qualität der Spiele beitragen - eher im Gegenteil.

Natürlich wäre es auch diesen kleineren und fußballerisch schwächeren Ländern zu gönnen, ein Team zur WM zu schicken, doch zusätzliche Spannung verspricht das nicht. Spiele wie Usbekistan gegen Panama oder Venezuela gegen Weißrussland werden nicht die Massen vor die TV-Geräte ziehen und auch nicht den qualitativ besten Fußball zeigen. Die Zuschauer wollen Top-Duelle wie Brasilien gegen Deutschland und Italien gegen Argentinien sehen. Dort bekommen sie Spitzensport geboten, den sie bei einer Weltmeisterschaft auch erwarten dürfen.
Sascha Mehr Bild-Zoom Foto: Christian Christes (www.chrischristes.de)
Sascha Mehr
Die WM-Exoten werden eher Touristen als ernstzunehmende Gegner sein, was die Gruppenphase zu einem langweiligen Vorgeplänkel verkommen lässt. Diese Aufblähung des ganzen Turniers ergibt deshalb sportlich überhaupt keinen Sinn. Am Ende werden sich die fußballerisch besten Teams durchsetzen und das sind nun mal nicht Litauen, Sambia und die Fidschi-Inseln.

Zusätzlich zu der Aufstockung der Teams wird es auch sowohl Veränderungen im Spielplan, als auch am Spiel selbst geben. Anstatt Vierer- wird es nur noch Dreiergruppen geben. Ein Unentschieden soll ganz wegfallen. Bei Gleichstand ist ein Elfmeterschießen angedacht, um den Sieger zu ermitteln. Die Fifa verändert damit den Fußball. Nicht wenige Fans werden sich mit diesen vielen Neuerungen nicht anfreunden können und eher desinteressiert wegschalten, was den Fifa-Funktionären wohl noch nicht bewusst ist.
Zur Startseite Mehr aus Fußball

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse