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SV Darmstadt 98: Neuanfang für den Weltmeister

Von Nach seinen jüngsten Eskapaden erhält der gefallene Nationalspieler bei den Lilien noch eine Chance.
Beim Abgang in Stuttgart vergoss er Tränen – aber jetzt ist Kevin Großkreutz wieder obenauf. Foto: Lino Mirgeler (dpa) Beim Abgang in Stuttgart vergoss er Tränen – aber jetzt ist Kevin Großkreutz wieder obenauf.
Darmstadt. 

Knapp sechs Wochen ist es her, da hatte Kevin Großkreutz sich tränenreich in eine längere Pause verabschiedet. Ein nächtlicher Ausflug mit jugendlichen Fußballern samt Schlägerei hatte zur Suspendierung und anschließenden Vertragsauflösung des 28-Jährigen beim Zweitligisten VfB Stuttgart geführt. Doch das Ende der Auszeit ist bereits absehbar, denn ab 1. Juli ist der Weltmeister eine Lilie.

Die Darmstädter, die dann aller Voraussicht nach in die Zweitklassigkeit abgerutscht sein werden, bestätigten am Dienstag die Verpflichtung des Allrounders bis Juni 2019. Laut Vereinschef Rüdiger Fritsch soll Großkreutz ihre „weitere Entwicklung begleiten und sie maßgeblich pushen“. Der Spieler habe nach seinem Eindruck „richtig Lust und Bock darauf“.

Dass der Defensivspezialist, der bei den Schwaben nicht zum ersten Mal abseits des Rasens für Negativschlagzeilen gesorgt hatte, Unruhe in die Mannschaft bringen könnte, befürchtet der Jurist nicht. „Wir geben ihm diese Chance, und er kann bei uns bei Null anfangen. Wir werden über diese Dinge nicht mehr mit ihm reden. Uns interessiert nur das Sportliche.“ Und da hoffen die Südhessen, einen guten Fang gemacht zu haben.

Schon öfter haben sie sich als Sprungbrett Spielern angeboten, deren Karriere zum Stillstand gekommen war und die laut Fritsch allein deshalb für den weniger betuchten Verein erschwinglich waren. „In der Vergangenheit ist das für uns in den meisten Fällen gut gegangen.“ Man muss nur an Sandro Wagner denken, der mit seinen Toren die Lilien in der vergangenen Saison in der Erstklassigkeit hielt und jetzt beim Tabellendritten in Hoffenheim zum Stammpersonal zählt.

Auch bei Großkreutz geht Fritsch von einer „Win-win-Situation aus“, bei der die 98er von den Qualitäten des Neuzugangs profitieren und dieser sich erfolgreich im Profigeschäft zurückmelden kann. „Ich bin sicher, dass er als Fußballer und Typ zu uns passt und die Fans begeistern wird.“

Training beim BVB

Noch ist Großkreutz nicht am Böllenfalltor angekommen. Aktuell hält sich der gebürtige Dortmunder bei der Regionalliga-Mannschaft der Borussen fit. „Ich freue mich riesig auf Darmstadt 98“, ließ er ausrichten. Trainer Torsten Frings habe sich sehr um ihn bemüht. „Zusammen mit den Verantwortlichen bin ich davon überzeugt, dass es der richtige Schritt für mich ist.“

Und vielleicht auch die letzte Chance des bei der siegreichen WM 2014 nie zum Einsatz gekommenen sechsmaligen Nationalspielers. Denn seit ihn der BVB, mit dem er zweimal deutscher Meister wurde, 2015 zu Galatasary Istanbul abgab, ging es für ihn sportlich bergab. Bei den Türken durfte er erst wegen eines Formfehlers nicht auflaufen und brach sein Engagement dann wegen Heimwehs ohne ein einziges Spiel ab. Mit dem VfB Stuttgart stieg er ein halbes Jahr nach seinem Wechsel zurück in die Bundesliga ab; Bundestrainer Joachim Löw hatte den Dortmunder zuvor aus seinem Kader für die Europameisterschaft in Frankreich aussortiert.

Doch mehr noch als seine jüngeren Auftritte auf dem Platz sind bei vielen die Gerüchte und Skandale hängen geblieben, die mit dem Namen Großkreutz verbunden sind. Etwa der Vorfall, als er nach dem mit Dortmund verlorenen Endspiel um den DFB-Pokal 2014 in einem Berliner Hotel in der Lobby uriniert haben soll, oder der sogenannte Döner-Wurf in Köln auf einen Fan. Unter Jürgen Klopp wurden Großkreutz die Ausfälle verziehen, gehörte er doch damals zu den Leistungsträgern. Auch in Darmstadt soll er zu einer „wichtigen Persönlichkeit auf dem Platz“ werden und nicht aus anderen Gründen zum Stadtgespräch.

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