Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer

Portugal schlägt Ghana 2:1 - Beide Teams ausgeschieden

Portugal und Ronaldo gewinnen das letzte Gruppenspiel - das 2:1 gegen Ghana ist aber zu wenig. Der Weltfußballer hätte allein sein Team ins Achtelfinale schießen können. Mehr als der Siegtreffer gelang ihm aber nicht.
Es war nicht die WM des Cristiano Ronaldo. Trotz seines 2:1-Siegtreffers konnte auch er das Vorrundenaus der Portugiesen nicht verhindern. Foto: Marius Becker Es war nicht die WM des Cristiano Ronaldo. Trotz seines 2:1-Siegtreffers konnte auch er das Vorrundenaus der Portugiesen nicht verhindern. Foto: Marius Becker
Brasília. 

Cristiano Ronaldo schoss Portugal zum 2:1 (1:0) gegen Ghana - und verließ nach seinem Siegtor doch mit zusammengekniffenen Lippen das Spielfeld. Für Portugals Weltfußballer ist die WM schon nach drei Spielen beendet.

Ronaldo muss trotz seines Siegtreffers zum 2:1 (1:0) gegen Ghana nach Hause fahren. Er selbst schlugnach Abpfiff die Hände vors Gesicht, Torwart Beto weinte, wohl auch wegen einer Verletzung. Und Trainer Paulo Bento schüttelte ernst jedem einzelnen seiner Spieler die Hand. «Wir haben ein schreckliches Turnier gespielt», sagte Verteidiger Bruno Alves und Pepe erklärte: «Das ist ein trauriger Tag für alle Portugiesen.»

Für den WM-Vierten von 2006 und das von Skandalen und Possen begleitete Ghana blieb das Achtelfinale unerreicht - der Bundesligaprofi Kevin Prince Boateng wurde sogar noch vor dem Spiel vom Verband aus dem Kader geschmissen. Ghanas John Boye erzielte in der 31. Minute zunächst per Eigentor Portugals Führung, Asamoah Gyan (57.) den Ausgleich für die Afrikaner. Ronaldo (80.) nutzte einen Patzer von Ghanas Torwart Fatau Dauda und staubte zum 2:1 ab. «Wir haben viele Chancen gehabt. Wir wussten, dass wir noch drei Tore brauchen. Wir kannten das Ergebnis der Deutschen», sagte Ronaldo. Viel mehr hatte er nach dem WM-Aus nicht zu sagen.

Vor 67 540 Zuschauern zeigte Portugal aber bis auf die Schlussphase zu wenig für das ohnehin nur wenig wahrscheinliche Achtelfinale. Zwar hätte Ronaldo mit drei weiteren großen Chancen in der Schlussphase zum Held werden können - am Ende fehlten in der Tordifferenz drei Tore. So verpasste es der Weltranglisten-Vierte, die punktgleichen USA noch von Platz zwei zu verdrängen. «Das war ein schwieriges Spiel für uns. Es gab auch vieles Positives, auch wenn wir ausgeschieden sind», sagte Bento und sein ghanaischer Trainerkollege James Appiah meinte: «Ich bin traurig, aber ich habe das Spiel trotzdem genossen. Wir haben wirklich viele junge Spieler reingebracht. In ein, zwei Jahren sind wir soweit.»

Bei Portugal lief von Beginn an wieder fast alles über Ronaldo. Der 29-Jährige wurde vom Publikum schon beim Einlaufen geradezu hysterisch gefeiert. Er bewegte sich sehr viel, wechselte häufiger die Positionen, sorgte so für Verwirrung bei den ängstlich wirkenden Verteidigern Ghanas und hatte die ersten zwei Chancen der Partie.

Das Spiel der Portugiesen war durch die Fixierung auf den Profi von Real Madrid gewohnt einseitig. Andere Spieler kamen kaum zu gefährlichen Aktionen. Der Führungstreffer fiel dann allerdings ohne Beteiligung des Stars: John Boye lenkte eine harmlos wirkende Flanke von Miguel Veloso artistisch-unglücklich ins eigene Tor. Ronaldo schaute nur zu - und riss die Arme hoch.

Die «Black Stars» kamen nur gelegentlich zu eigenen Offensivaktionen. Zu zögerlich und unkontrolliert war das Aufbauspiel. Trotz der Führung agierte Portugal nicht überzeugend, leistete sich viele Fehler. So ermöglichte Veloso mit seinem passiven Abwehrverhalten Gyan den Ausgleich per Kopf. Danach war Ghana am Drücker, jedoch ohne sich zwingende Torchancen zu erspielen. Ronaldo baute ab. Nur noch gelegentlich setzte er sich durch, seine Vorlagen kamen aber bei den Mitspielern nicht an.

Es bedurfte gegnerischer Hilfe: Wieder agierte Boye unglücklich, Dauda klatschte den Ball in die Mitte, dort stand Ronaldo und schoss problemlos ein. Dasa aber reichte nicht für das Achtelfinale, es hätten weitere Tore fallen müssen. Ronaldo vergab aber gleich dreimal in aussichtsreicher Position.

Für hohen Unterhaltungswert hatten die Ghananer zuvor abseits des Spielfeldes gesorgt. Die Fortsetzung der Prämien-Posse sorgte für film-reife Szenen, denn der TV-Sender Globo dokumentierte die Ankunft des Geldes für die Spieler mit einem Charter-Flieger, den Transport mit Polizei-Eskorte und zeigte überdies auch Bilder von der Übergabe.

Weniger amüsant endete die WM für Kevin-Prince Boateng und Sulley Muntari, die Ghanas Fußballverband (GFA) am Morgen vor dem Spiel suspendierte. Dem Schalker warf die GFA «vulgäre verbale Beleidigungen» gegen den Trainer vor. Boateng wies dies zurück. «Die Suspendierung war für den Moment. Wenn sie gut spielen, können sie wieder eingeladen werden», erklärte Appiah dann nach dem Spiel.

(Von Michael Rossmann, dpa)
Zur Startseite Mehr aus Fußball

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse