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SV Darmstadt 98: Sandro Wagner: Glücklich wie ein Schnitzel

Mit zwei Toren besiegelt Sandro Wagner in seinem ersten Spiel von Beginn an den 2:1-Heimsieg von Darmstadt 98 gegen seinen Ex-Klub Werder Bremen fast im Alleingang - und untermauert damit seinen eigenen Anspruch.
Augen zu und genießen: Lilien-Stürmer Sandro Wagner feiert seinen verwandelten Elfmeter zum 1:1-Ausgleich gegen seinen Ex-Klub Werder Bremen. Foto: Fredrik Von Erichsen (dpa) Augen zu und genießen: Lilien-Stürmer Sandro Wagner feiert seinen verwandelten Elfmeter zum 1:1-Ausgleich gegen seinen Ex-Klub Werder Bremen.
Darmstadt.  Natürlich war Sandro Wagner der gefragte Mann in der Mixed Zone des altehrwürdigen Stadion am Böllenfalltor. Mit seinen zwei Treffen (31. Minute, Foulelfmeter/84.) hatte der Angreifer vom SV Darmstadt 98 am Dienstagabend seinen Ex-Klub Werder Bremen quasi im Alleingang besiegt - und den Lilien sowie den 17 000 Zuschauern den ersten Bundesliga-Heimsieg seit dem 16. Januar 1982 (1:0 gegen Arminia Bielefeld) beschert. Aron Johannsson hatte die Hanseaten in der 20. Minuten in Führung gebracht - danach schlug Wagners große Stunde.

"Ich freue mich natürlich für mich persönlich, aber viel wichtiger ist, dass wir heute die drei Punkte geholt haben", sagte der in eine dicke Jacke gehüllte Wagner im Anschluss in den Katakomben unterhalb der Darmstädter Haupttribüne. "Es war das Ergebnis harter Arbeit und kein Zufall, dass wir heute gewonnen haben. Es freut sich jeder wie ein Schnitzel hier, wenn wir die Punkte holen", schickte der 27 Jahre alte gebürtige Münchener nach dem zweiten Darmstädter Saisonsieg in bescheidener Weise nach. "Es ist wichtig für die Moral, dass jeder von uns sieht, dass wir in der Liga mithalten können."

Fünfmal hatte der erst kurz vor Saisonstart von Liga-Konkurrent Hertha BSC ans Böllenfalltor gewechselte Angreifer in den bisherigen Partien auf der Bank Platz nehmen müssen. Nun schlug ausgerechnet gegen den Klub seine große Stunde, für den er von 2010 bis 2011 in 30 Bundesliga-Spielen fünf Tore erzielte.

In Berlin auf dem Abstellgleis


"Ich hatte dort eine unheimlich tolle Zeit und habe noch ein paar Freunde in der Mannschaft. Ob ich die noch immer habe, weiß ich nicht - zumindest hatte ich sie noch vor dem Spiel", erzählte Wagner im Anschluss an seine Tore acht und neun im Fußball-Oberhaus mit einem Lachen im Gesicht. Den Weg aus Berlin nach Darmstadt fand der bei Bayern München ausgebildete Wagner wie auch Mittelfeldspieler Peter Niemeyer, weil beider Dienste beim Hauptstadt-Klub nicht mehr gefragt war.
Bilderstrecke Heimsieg perfekt: Lilien gewinnen 2:1 gegen Bremen
Endlich: SV Darmstadt 98 kann nach 33 Jahren den ersten Heimsieg in der 1. Bundesliga verbuchen. Sandro Wagner traf am Böllenfalltor gleich zweimal und machte den Sieg gegen Bremen perfekt.Sandro Wagner (SV98) gegen Theodor Gebre Selassie (Werder).Aytac Sulu (SV98).

"Sandro hat optimal in unser Beuteschema gepasst. Bei Hertha dufte er zuletzt ja nur noch Flugbälle schlagen und auf's leere Tor schießen", sagte Darmstadts Trainer Dirk Schuster. "Für Sandro und auch die gesamte Mannschaft freut es mich, dass sie sich für den Riesenaufwand belohnt haben", ergänzte der ehemalige Nationalspieler, der Wagner statt Dominik Stroh-Engel in die Startelf befördert hatte – und damit letztlich alles richtig machte. "Er hat eine lange Durststrecke gehabt und hat auf seine Chance gewartet. Schön, dass er gleich zweimal getroffen hat", lobte Lilien-Kapitän Aytac Sulu seinen Teamkollegen.

Anspruch Stammplatz


Ein Platz unter den ersten Elf ist auch Wagners Anspruch, deswegen kam er von der Weltstadt Berlin ins eher beschauliche Darmstadt. "Ich bin kein guter Einwechselspieler und brauche die Spiele von Anfang an", gab Wagner den Journalisten am Dienstagabend weiter zu Protokoll. Mit seinen beiden Treffern gab Wagner seinem Coach die beste Empfehlung, den Stürmer auch am kommenden Sonntag beim Gastspiel bei Borussia Dortmund von Beginn an aufzubieten.

Die Punkte gegen den Tabellenzweiten haben Wagner und seine Kollegen dabei nicht unbedingt in der Kalkulation. "Das ist für uns ein Bonus-Spiel und wir haben null Druck. Wenn wir was holen ist es super, wenn nicht, fahren wir nach Hause und holen in einem anderen Spiel die Punkte", meinte der Matchwinner. Kampflos herschenken werden die Darmstädter die Punkte in Dortmund gewiss nicht. Dass der Aufsteiger auch auswärts einen Liga-Krösus ärgern kann, musste schließlich Bayer Leverkusen am vierten Spieltag bereits leidvoll erfahren.
 
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