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Schalke beim 3:0 gegen VfB stark

Beim 3:0 gegen mittelmäßige Stuttgarter setzen die Schalker ihr großes Potenzial um. Mit neuem Selbstbewusstsein schauen die Knappen nun auf das Pokal-Achtelfinale gegen Hoffenheim am Dienstag.

Schalkes Jermaine Jones freut sich mit Teamkollegen über seinen Treffer zum 3:0. Foto: Jonas Güttler Schalkes Jermaine Jones freut sich mit Teamkollegen über seinen Treffer zum 3:0. Foto: Jonas Güttler
Gelsenkirchen. 

Horst Heldt und Jens Keller lächelten endlich einmal wieder zufrieden. Mit der überzeugenden Vorstellung beim 3:0 (1:0) gegen den VfB Stuttgart verzogen sich die dunklen Wolken über dem Revier und passend dazu lugte am Sonntag in Gelsenkirchen sogar die Sonne etwas hervor.

«Dass wir so dominant und überzeugend auftreten, war nach dem schweren Champions-League-Spiel in Bukarest nicht selbstverständlich», befand Trainer Keller nach dem «bemerkenswerten Auftritt».

Sogar ein Sonderlob hatte der häufig kritisierte Coach parat. Nicht für den zweifachen Torschützen Jefferson Farfán, der mit seinem Doppelpack in der 34. und 46. Minute (Foulelfmeter) den für das Überleben in der Bundesliga-Spitzengruppe wichtigen Dreier einleitete. Sondern für einen Profi, der oft polarisiert. «Einen möchte ich herausheben: Jermaine Jones hat ein überragendes Spiel gemacht. Er hat zuletzt viel auf den Deckel bekommen, von außen und auch von uns. Deshalb freut es mich besonders, dass er seine Leistung mit einem Tor gekrönt hat», sagte Keller über den US-Nationalspieler, der mit einem 25-Meter-Knaller (79.) vor 61 973 Fans für den spektakulären Schlusspunkt gesorgt hatte.

Auch Sportvorstand Heldt, nach der Nullnummer in Rumänien noch ungewohnt gereizt, fand zurück zu alter Souveränität. Das überraschend klare Ergebnis, die lange vermisste Spielfreude, dazu die gelungene, schon vor dem Anpfiff stolz verkündete Vertragsverlängerung mit Supertalent Max Meyer (bis 2018) versüßten Heldt den Abend. Selbst der lange Ausfall des am Samstag in Herne am gerissenen Kreuzband operierten Dennis Aogo und der Zoff mit dem ZDF wegen der Champions-League-Liveübertragung am letzten Gruppenspieltag konnten Heldts gute Laune kaum trüben.

«Wir waren engagiert, haben sehr gut nach vorn verteidigt und unsere Torchancen genutzt», erklärte der Manager und wünschte sich für Dienstag (20.30 Uhr) im Pokal-Achtelfinale gegen 1899 Hoffenheim eine ähnliche Leistung: «Wir müssen schauen, dass wir gewinnen. Wir wollen im Pokal überwintern. Aber Hoffenheim ist offensiv stark», sagte Heldt über den nächsten Gegner, der beim 4:4-Schützenfest gegen Bremen aber auch große Abwehrschwächen verriet. «Hoffenheim schießt gerne Tore und muss oft welche hinnehmen», sagte Kevin-Prince Boateng nach seinem 90-Minuten-Einsatz ohne offensichtliche Knieprobleme. «Das könnte ein kurzweiliges Spiel werden, das wir gewinnen wollen.»

Während Schalke als Liga-Fünfter den Kontakt nach oben hielt, muss der VfB mit einem Auge nach unten schielen. 16 Punkte nach 14 Spieltagen, nur ein Sieg in den zurückliegenden sieben Partien - das Team von Thomas Schneider steht am Scheideweg. Weil die Heimpartie des 17. Spieltags gegen den FC Bayern wegen dessen Teilnahme an der Club-WM im Januar nachgeholt wird, bleiben nur noch die Spiele gegen Hannover und in Wolfsburg zur Kurskorrektur bis Weihnachten.

Schneider und Fredi Bobic haderten zwar mit einigen Entscheidungen von Schiedsrichter Michael Weiner. Gleichwohl sahen sie ein, dass die Niederlage in Ordnung ging. Denn die wenigen eigenen Chancen blieben ungenutzt. Die größte vergab Timo Werner (31.) vor Schalke-Keeper Ralf Fährmann, der auch Dienstag wieder das Schalke-Tor hütet. «Es war schon was drin hier, aber wir müssen uns auch an die eigene Nase packen», sagte Sportdirektor Bobic. Natürlich macht auch der Trainer seinem erst 17 Jahre alten Talent Werner keinen Vorwurf. «Ich hatte lange das Gefühl, dass wir etwas mitnehmen könnten. Aber letztlich fehlte das entscheidende Moment. Den Willen kann ich meiner Elf aber nicht absprechen», sagte Schneider.

(Von Ulli Brünger, dpa)
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