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Starkes WM-Comeback von Klinsmann - 2:1 gegen Ghana

Die US-Spieler bestürmen jubelnd den Torschützen zum Siegtreffer John Brooks (unten). Foto: Marius Becker Die US-Spieler bestürmen jubelnd den Torschützen zum Siegtreffer John Brooks (unten). Foto: Marius Becker
Natal. 

Acht Jahre nach dem Sommermärchen mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft hat Jürgen Klinsmann ein erfolgreiches WM-Comeback als US-Coach gefeiert.

Dank des fünftschnellsten Tores bei einem Weltturnier nach nur 32 Sekunden durch Clint Dempsey und dem Siegtreffer von Hertha-Profi John Brooks (86.) gewannen seine Amerikaner im brasilianischen Natal vor 39 760 Zuschauern mit 2:1 (1:0) gegen Angstgegner Ghana. Die Westafrikaner, für die Andre Ayew traf (82.), stehen damit vor der nächsten Partie gegen Deutschland bereits unter gehörigem Zugzwang, Klinsmann & Co. haben nach dem glücklichen Erfolg dagegen gute Chancen aufs Achtelfinale.

Klinsmann war überglücklich: «Ich habe zu unserer Bank gesagt, wir bekommen noch unsere Chance. Wir haben das die ganze Zeit trainiert. Wir kämpfen bis zur letzten Sekunde. Es war wunderbar am Ende», sagte der US-Coach nach der Partie. «Wir können glücklich sein, dass wir die drei Punkte mit dem schönen Kopfballtor von Brooks geholt haben. Wir genießen jetzt erst mal diesen Moment», meinte der zukünftige Mönchengladbacher Bundesligaspieler Fabian Johnson.

Zuvor waren in dem 820 000 Einwohner zählenden Spielort im Nordosten Brasiliens nach einem fast 50-stündigen Dauerregen prophylaktisch Notmaßnahmen angeordnet worden. Die Austragung der Partie war aber nach Angaben der FIFA und der örtlichen Behörden nicht gefährdet, der Platz in einem gut bespielbaren Zustand. Am Spieltag blieb es trocken.

Beim dritten WM-Aufeinandertreffen in Serie beider Teams traten die Afrikaner, die sich 2006 und 2010 gegen die USA durchsetzen konnten, überraschend ohne den Schalker Bundesligaprofi Kevin-Prince Boateng in der Startelf an. Der Mittelfeldspieler wurde erst nach knapp einer Stunde eingewechselt und war nicht begeistert: «Ich habe mich auch gewundert, dass ich nicht gespielt habe. Mehr möchte ich dazu nicht sagen», meinte Boateng. Die Niederlage bezeichnete er als «ganz bitter». Auch Routinier Mikael Essien vom AC Mailand fehlte in der Anfangsformation der Black Stars und kam erst gegen Ende der Partie.

Die Amerikaner, die von Präsident Barack Obama kurz vor der Partie noch eine aufmunternde Video-Botschaft erhalten hatten, erwischten einen Blitzstart und kamen bereits nach 32 Sekunden durch das schnellste Tor der WM zur 1:0-Führung durch Dempsey. Der Kapitän, der vom Ex-Schalker Jermaine Jones mit einem feinen Hackentrick bedient wurde, traf in seinem 105. Länderspiel mit einem strammen Linksschuss aus halblinker Position an den rechten Innenpfosten - von dort sprang der Ball ins Tor.

Es war der schnellste Treffer bei einer WM seit 12 Jahren. Damals gelang dem Türken Hakan Sükür im Spiel um Platz drei gegen Südkorea nach elf Sekunden das schnellste Tor der WM-Geschichte. Dempsey ist nun auch der erste Amerikaner, der bei drei verschiedenen Fußball-Weltmeisterschaften getroffen hat.

Die Blitz-Führung gab dem Spiel der Klinsmann-Boys Sicherheit und Selbstvertrauen. In der 19. Minute hatte Jozy Altidore nach einer schönen Flanke des zukünftigen Mönchengladbachers Fabian Johnson die Chance zum zweiten Treffer, vergab die Möglichkeit aber leichtfertig und übersah zwei besser postierte Mitspieler. Kurz darauf musste der Profi vom FC Sunderland mit einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt werden.

Die Ghanaer erhöhten zwar den Druck, fanden aber lange Zeit kein richtiges Mittel gegen die robusten US-Boys. Ein Distanzschuss von Asamoah Gyan in der 32. Minute war noch die beste Gelegenheit, doch Torhüter Tim Howard war zur Stelle. Kapitän Gyan blieb der gefährlichste Ghanaer. In der 56. Minute verfehlte sein Kopfball das Tor knapp, zwei Minuten später versuchte es der 28-Jährige mit einem Schuss von der Strafraumgrenze, der ebenfalls nur hauchdünn das Ziel verpasste. Mit einem feinen Hackentrick leitete Gyan dann den Ausgleich ein, den Ayew mit links aus kurzer Distanz erzielte. Der Berliner Brooks traf schließlich nach einem Eckball per Kopf zum Sieg.

(Von Michael Brehme, dpa)
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