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Streich tobt nach Derbypleite in Stuttgart

Im Schongang gewinnt der VfB Stuttgart das Landesderby gegen den SC Freiburg. Die Gastgeber profitieren von einem frühen Platzverweis, der allerdings strittig ist. Der Ärger der Freiburger ist groß.
Der Stuttgarer Daniel Ginczek (l) beim Duell mit Freiburgs Caglar Söyüncü. Foto: Deniz Calagan Der Stuttgarer Daniel Ginczek (l) beim Duell mit Freiburgs Caglar Söyüncü.
Stuttgart. 

Christian Streich fehlten vor Wut fast die Worte. Der Trainer des SC Freiburg redete nach dem 0:3 beim VfB Stuttgart zwar mit Bedacht, aber mit stotternder Stimme. Er habe vor der Saison gehofft, dass mit dem Videobeweis mehr Gerechtigkeit kommt.

„Aber wenn ich betrachte, was in den letzten Wochen bei uns passiert, bin ich sprachlos”, sagte der Coach. „Ich verstehe nicht, was mit uns gemacht wird. Ich bin fassungslos.”

Dem sonst so redseligen Fußballlehrer stand die Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben. Über 80 Minuten hatte seine Mannschaft im schwäbisch-badischen Derby in Unterzahl spielen müssen. Nach der umstrittenen Roten Karte gegen Caglar Söyüncü in der 12. Minute war das Spiel für die Breisgauer bereits gelaufen. „So kann es nicht mehr weitergehen. Es wird nur noch über den Videobeweis diskutiert und schlimmer statt besser. Das ist ein Schmarrn, der gehört weg”, sagte auch sein Angreifer Florian Niederlechner.

Die Szene, die zum Platzverweis geführt hatte, erhitzte die Freiburger Gemüter. In einem Zweikampf mit Daniel Ginczek hatte Söyüncü als letzter Mann im vollen Lauf mit der Hand den Ball berührt, Schiedsrichter Tobias Stieler ließ das Spiel trotz der Stuttgarter Proteste aber zunächst laufen. Erst wenig später bemühte er den Videobeweis und schaute sich die Szene am Spielfeldrand nochmal auf einem Bildschirm an - und schickte Söyüncü anschließend zum Duschen. Streich tobte am Rand. Ob Söyüncü tatsächlich eine klare Torchance verhindert hatte, bleibt strittig.

„Das ist schon anders als alles, was ich gelernt habe bei der Regelschulung”, sagte SC-Sportvorstand Jochen Saier bei „Sky”. Mit Blick auf die technische Hilfe für den Unparteiischen aus Köln ergänzte er ironisch: „Da sage ich: Glückwunsch nach Köln”. Ginczek kommentierte die Szene so: „Wenn er die Hände nicht dazu nimmt, laufe ich alleine aufs Tor.”

Streich ließ sich im Spiel zunächst überhaupt nicht beruhigen. Erst als Stieler die Begegnung nochmals kurzzeitig unterbrach und auf den Coach einredete, kam dieser zumindest etwas zur Ruhe. Sein Matchplan allerdings war schon zu diesem frühen Zeitpunkt obsolet. Die ohnehin schon defensiv eingestellten Freiburger zogen sich in Unterzahl geschlossen hinter den Ball zurück. Der VfB kontrollierte in der Folge das Spiel und den Ball, Freiburg fand in der Offensive überhaupt nicht mehr statt.

Nachdem Chadrac Akolo (23./29.) noch zweimal am erneut starken Freiburger Keeper Alexander Schwolow scheiterte, münzte Ginczek die drückende Überlegenheit seiner Mannschaft in die Führung um. Eine Flanke von Berkay Özcan nutzte der Angreifer aus der Drehung zu seinem ersten Bundesliga-Treffer in dieser Saison. Praktisch mit dem Pausenpfiff nach langer Nachspielzeit erhöhte Pavard per Kopf nach erneuter Vorlage des agilen Özcan.

Zwar wechselte Streich mit Ryan Kent und Florian Kath zur Pause doppelt. Seine Mannschaft konzentrierte sich in der Folge aber nur noch auf Schadensbegrenzung und brachte den VfB nicht mehr in Gefahr. Stattdessen erhöhte der eingewechselte Terodde mit einem Beinschuss gegen Schwolow auf 3:0 und setzte den Schlusspunkt hinter einen bitteren Freiburger Abend.

(Von Nils Bastek, dpa)
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