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Traumtor in Nachspielzeit: Frankfurt siegt in Unterzahl

Der Frankfurter Ante Rebic (r) und Timo Baumgartl vom VfB Stuttgart zeigen beim Kampf um den Ball vollen Körpereinsatz. Foto: Hasan Bratic Der Frankfurter Ante Rebic (r) und Timo Baumgartl vom VfB Stuttgart zeigen beim Kampf um den Ball vollen Körpereinsatz.
Frankfurt/Main. 

Wochenlang musste Eintracht Frankfurt auf den ersten Heimsieg dieser Saison warten. Gegen den VfB Stuttgart kam der dann auf besonders spektakuläre Art und Weise zustande.

Ein Freistoß in letzter Sekunde, eine verunglückte Stuttgarter Kopfballabwehr - und auf einmal liegen 1,90 Meter Körpergröße und 82 Kilogramm Gewicht quer in der Luft. Mit einem Seitfallzieher in der Nachspielzeit hat der Franzose Sebastien Haller seinem Verein Eintracht Frankfurt den ersten Heimsieg in dieser Bundesliga-Saison beschert. „Das war ein super-super-super-schönes Tor”, sagte sein Kollege Marc Stendera nach dem 2:1 (1:0)-Erfolg gegen den VfB Stuttgart.

Dieses Tor fiel sogar in Unterzahl, weil die Eintracht nach einer Roten Karte für Simon Falette (64. Minute) nur noch zu Zehnt auf dem Platz stand. Kurz nach Hallers Traumtor (90.+3) pfiff der Schiedsrichter das Spiel ab. Spektakulärer kann man einen Heimkomplex nicht überwinden. Denn bislang lautete die Frankfurter Bilanz im eigenen Stadion: zwei Spiele und zwei Niederlagen in dieser Saison. Nur zwei Siege in elf Spielen, wenn man das ganze Kalenderjahr sieht.

„Dieses Tor war eine Riesen-Erleichterung für mich und die Mannschaft”, sagte Haller hinterher. Wie groß diese Erleichterung war, zeigten allein die Szenen des Jubels. Torwart Lukas Hradecky sprintete dafür aus seinem Tor heraus einmal über den gesamten Platz.

Über sich selbst sagte Haller: „Manchmal ist mein Problem: Die Leichten mache ich nicht rein, die Schweren offenbar eher.”

Der 22-Jährige ist der teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte. Rund sieben Millionen Euro überwies die Eintracht vor der Saison an den FC Utrecht. „Wir haben in Sebastien investiert, weil wir der Meinung sind, dass er ein außerordentlich guter und talentierter Stürmer ist”, sagte Trainer Niko Kovac. „Dass er so ein Tor schießt, ist umso schöner.” Bislang steckte der junge Franzose in einem Dilemma. Die hohe Ablösesumme weckte auch hohe Erwartungen an ihn. Gleichzeitig muss er sich immer noch an Tempo und Härte der neuen Liga gewöhnen. „Früher oder später werden alle Mühen belohnt”, sagte er.

Dabei sahen 51 500 Zuschauer in der Commerzbank Arena lange Zeit erneut ein schwaches und ideenloses Heimspiel ihrer Eintracht. Nur in den ersten und letzten 15 Minuten zeigten die Gastgeber, was sie vor eigenem Publikum sonst so häufig vermissen lassen: Tempo im Spiel und Zug zum Tor. „Ich habe heute ein lachendes und ein weinendes Auge”, sagte Trainer Kovac. „Ich bin glücklich, dass wir gewonnen haben. Aber ich sehe auch, dass wir uns noch verbessern müssen.”

Ante Rebic brachte sein Team in der 42. Minute in Führung. Der Kroate profitierte dabei von einem Patzer des Stuttgarter Abwehrchefs Holger Badstuber. Mit seinem ersten Ballkontakt glich der eingewechselte Simon Terodde in der 61. Minute zum 1:1 für den Aufsteiger aus. Danach hätte der VfB dieses Spiel eigentlich drehen müssen.

Denn Frankfurts Falette sah nur drei Minuten später nach einer Notbremse Rot. Schiedsrichter Felix Brych entschied zunächst auch noch auf Elfmeter für Stuttgart, ließ sich dann aber von seinem Videoassistenten darauf hinweisen, dass das Foul kurz vor der Strafraumgrenze begangen worden war. Der folgende Freistoß von Daniel Ginczek sowie Chadrac Akolo (74.) und noch einmal Ginczek (77.): Dreimal hatte der VfB die große Möglichkeit zur Führung.

„Wir waren heute ein klein wenig naiv”, sagte Torwart Ron-Robert Zieler. „Wir wollten unbedingt gewinnen. Aber wenn man merkt: Die Frankfurter kommen zurück, sie haben mehrere gefährliche Aktionen - dann muss man eben den einen Punkt mit nach Hause nehmen.”

Stattdessen kassierte der Aufsteiger die vierte Niederlage im vierten Auswärtsspiel. Und Trainer Hannes Wolf war ziemlich sauer: „Ich habe keine Lust auf so eine Never-Ending-Story, dass wir jedes Mal auswärts Komplimente kriegen und am Ende trotzdem verlieren. Wir müssen über 90 Minuten plus X konsequenter und konstanter spielen.”

(Von Sebastian Stiekel, dpa)
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