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WM: Uruguays Super-Abwehr fordert Mbappé und Co.

Uruguays Abwehrbollwerk gegen Frankreichs Tempofußball, Kylian Mbappé gegen Luis Suárez: Das WM-Viertelfinale zwischen den Ex-Weltmeistern verspricht Spannung - aber wenige Tore. Frankreich will erstmals seit 2006 wieder ins Halbfinale, die Celeste bangt um Edinson Cavani.
Die Uruguayer Luis Suarez (oben) und Diego Godín fordern die Franzosen heraus. Foto: Christian Charisius Die Uruguayer Luis Suarez (oben) und Diego Godín fordern die Franzosen heraus.
Nischni Nowgorod. 

Frankreichs junge Tempofußballer beschwören auf dem Weg zum angestrebten Titel-Coup die eigene Stärke, Uruguays Defensivkünstler rechnen sich auch ohne Top-Torjäger Edinson Cavani Chancen aus.

Der Viertelfinal-Kracher am Freitag (16.00 Uhr MESZ) gegen die beste WM-Abwehr aus Uruguay wird für die junge französische Mannschaft um den bislang brillierenden Jungstar Kylian Mbappé zur nächsten großen Bewährungsprobe. „Wir haben Selbstvertrauen, wir sind aber nicht euphorisch”, sagte Co-Trainer Guy Stéphan. „Die Spieler haben ein Ziel, uns erwarten aber noch große Schlachten.”

Die Südamerikaner dagegen hoffen bis zur letzten Minute auf ihr ebenso grandioses wie gefürchtetes Sturmduo. Dass Torjäger Cavani nach seiner Wadenblessur rechtzeitig fit wird und auch im Viertelfinale an der Seite von Luis Suárez auflaufen kann, scheint mittlerweile aber unwahrscheinlich. Über einen Einsatz in Nischni Nowgorod soll erst kurzfristig entschieden werden, möglicherweise kommt er als Joker infrage.

„Edi ist sehr wichtig für mein Spiel und für das der Mannschaft”, sagte Suárez. „Jeder weiß, welche Bedeutung er hat.” Doch so richtig aus der Ruhe bringen lassen will auch er sich durch den drohenden Ausfall nicht. „Wir hängen nicht von einem Spieler ab, sondern von der kollektiven Arbeit auf dem Platz”, sagte der zweimalige Turniertorschütze Suárez. Getreu dem Motto: Wenn Cavani nicht kann, dann erst recht.

Doch ohne den Stürmer von Paris Saint-Germain würden die französischen Chancen steigen. „Ohne ihn ist Uruguay nicht dasselbe”, sagte Frankreichs Blaise Matuidi. „Er ist ein großartiger Stürmer, einer der besten der Welt. Er ist schwer zu ersetzen”, sagte der 70-malige Nationalspieler über Cavani. Matuidi selbst wird keinesfalls spielen, er ist am Freitag gesperrt. Fest steht: Immer wenn bei den vergangenen Weltturnieren Cavani oder Suárez fehlten, verlor Uruguay.

Die Personallage bei den Franzosen ist entspannter, lediglich das Fehlen Matuidis ist eine Schwächung. Für ihn könnte Nationaltrainer Didier Deschamps Bayerns Corentin Tolisso, Tomas Lemar oder Nabil Fekir aufs Feld schicken. Der drohende Ausfall von Außenverteidiger Benjamin Mendy, der bislang kein Stammspieler war, fällt weniger ins Gewicht.

Deschamps ließ unter der Woche einmal bestens abgeschirmt durch Polizei und Sicherheitskräfte trainieren. Beim Ersatz für Matuidi und einer möglichen Systemumstellung will sich der 49-Jährige nicht in die Karten schauen lassen. Die Équipe Tricolore strebt nach dem Viertelfinal-K.o. 2014 erstmals seit der Finalniederlage 2006 in Berlin wieder in die Runde der besten Vier.

Gemeinsam mit Brasilien stellt Uruguay die bislang beste Abwehr des Turniers, Frankreichs Offensive ist spätestens seit dem 4:3-Sieg gegen Argentinien gefürchtet. Das Viertelfinal-Duell verspricht also Spannung - für viele Tore stand das Aufeinandertreffen der beiden Ex-Weltmeister zuletzt aber nicht.

In den vergangenen fünf Begegnungen zwischen beiden Teams fiel gerade einmal ein Tor, bei der WM 2010 gab es in der Vorrunde ein 0:0, Uruguay verpasste damals in Südafrika Rang drei durch eine Niederlage gegen die DFB-Auswahl. „Es ist eine Mannschaft, die kein Gegentor zulässt”, lobte Co-Trainer Stéphan den Gegner. „Es ist eine sehr kompakte Mannschaft, gemacht für Spiele wie diese.”

Viel wird davon abhängen, ob Uruguays erfahrene Defensive um Kapitän Diego Godín den schnellen und wuseligen Mbappé und Antoine Griezmann - bei Atlético Madrid Kollege von Godín - in den Griff bekommen. „Jeder weiß, dass er ein guter Spieler ist. Aber wir haben eine gute Abwehr, die ihn kontrollieren wird”, kündigte Suárez an. „Und nicht nur ihn, sondern die gesamte französische Mannschaft.”

Uruguay hat eine der ältesten Mannschaften des Turniers, Frankreich eine der jüngsten. Für Spieler wie die 31 Jahre alten Suárez und Cavani könnte das Turnier eine der letzten Chancen auf den ganz großen Coup sein. „Wir sind hier, um sieben Spiele zu spielen”, sagte der erfahrene Nationaltrainer Óscar Tabárez. Nach 1930 und 1950 soll der dritte Weltmeister-Titel für das kleine Land her. Suárez versprach: „Wir wollen weiterhin Geschichte schreiben, um den Traum aller zu erfüllen, die Weltmeisterschaft zu gewinnen.”

(Von Miriam Schmidt und Jens Marx, dpa)

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