Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer

Kickers Offenbach: Erneut ein Meisterstück?

Von Rico Schmitt und Kickers Offenbach wollen nach dem verpassten Aufstieg letzte Saison nicht ins Mittelfeld der Tabelle zurückfallen, sondern an die Leistung der letzten Runde anknüpfen.
Energiebündel an der Seitenlinie: OFC-Cheftrainer Rico Schmitt Foto: Reinhard Roskaritz Energiebündel an der Seitenlinie: OFC-Cheftrainer Rico Schmitt
Offenbach.  Die Trauer über den verpassten Aufstieg war am Bieberer Berg riesig, ist aber mittlerweile überwunden. „Im Gegensatz zu vielen Vorgängern, die in den Aufstiegsspielen gescheitert waren, wollen wir nicht ins Mittelfeld zurück fallen“, sagt Rico Schmitt, der Kickers Offenbach seit Februar 2013 trainiert. „Wir wollen an die Leistung der letzten Saison anknüpfen“, sagt der Coach, der allerdings warnt, dass die Regionalliga Südwest stärker sein dürfte als in der vergangenen Saison. Deshalb will sich der gebürtige Chemnitzer in diesem frühen Stadium noch nicht auf eine Platzierung einlassen: „Die Saison wird sicher sehr spannend verlaufen. Der Kreis der Aspiranten auf die zwei Plätze, die zu den Aufstiegsspielen führen, ist größer geworden. Um klarer zu sehen, müssen wir einige Spieltage abwarten. Fragt man die Konkurrenz, nehmen wir als Meister nach der guten Saison 2014/15 automatisch die Favoritenrolle ein. Mit dieser Rolle können wir aber leben. “

Druck von oben bekommt der Trainer nicht. „Die Mannschaft soll zeigen, dass sie im Gegensatz zu den Vorgängern, die kurz vor dem Ziel gescheitert waren, wieder in der Spitze wettbewerbsfähig ist. Aber ein Muss ist der Aufstieg nicht. Wir wollen immer siegen, das macht schließlich jedem Spieler Spaß“, sagt Geschäftsführer David Fischer, den der Vereinsvorstand gerne entlassen hätte, den Antrag jedoch auf Druck von Sponsoren und der Stadt zurück zog. Im September sollen im Verein Neuwahlen stattfinden. Dass das Team um den Präsidenten Claus-Arwed Lauprecht, das die Vertrauensbasis zu Fischer nicht mehr sah, dann nicht mehr kandidieren wird, ist nicht ausgeschlossen. „Wir arbeiten professionell zusammen“, beschreibt der GmbHGeschäftsführer den Status quo.

Fischer legte wie im Vorjahr einen Etat von rund 2,4 Millionen Euro vor. „Der Zuschauerschnitt, der in der vergangene Saison 6300 Besucher betrug, ist mit knapp 1000 Zuschauern weniger berücksichtigt. Wir haben knapp 2500 Dauerkarten verkauft“, sagt der Geschäftsführer, der über die Aktivitäten der Konkurrenten 1. FC Saarbrücken, SV Elversberg, Waldhof Mannheim. Eintracht Trier und Hessen Kassel sehr erstaunt ist. „Da sollen die Spitzenspieler bis zu 10.000 Euro monatlich verdienen. Da machen wir nicht mit“, betont Fischer.

Erstaunlich, dass es dennoch gelang, den Großteil des Kaders zu halten. „Es ist riesig, dass Spieler wie Markus Müller, Matthias Schwarz oder Martin Röser geblieben sind. Das zeigt auch, dass wir zwar nicht der Krö- sus sind, den Spielern aber etwas anderes bieten können, was sie an den Bieberer Berg bindet“, freut sich Rico Schmitt. Den Verein verlassen haben lediglich drei Leistungsträger: Giuliano Modica (Dynamo Dresden) und Christian Cappek (FC Chemnitz) gingen in die 3. Liga, Denis Mangafic will sich beim FSV Frankfurt gar in der 2. Bundesliga versuchen. „Die Abgänge konnten wir voll kompensieren, zumindest auf dem Papier. Unsere Mannschaft ist auch in der Breite gut aufgestellt“, versichert Schmitt, der hofft, dass sich diese Annahme auch während der langen Saison bestätigen wird. Gern hätte er einen noch größeren Kader, aber die finanziellen Mittel erlauben keine teueren Ausgaben. „Die letzten Transfers wurden aus dem Sponsorenkreis finanziert“, erklärt der Geschäftsführer den nicht mehr erwarteten Kraftakt mit der Verpflichtung von Marcel Gebers (29/Holstein Kiel), Devann Yao (25/TSG Neustrelitz) und Julian Dudda (Werder Bremen II).

Sieben neue Gesichter werden am Bieberer Berg zu sehen sein. Der 19-jährige Alexander Sebald (SpVgg Greuther Fürth II) soll in erster Linie von Stammtorhüter Daniel Endres lernen. Die Innenverteidiger Gebers, Thomas Franke (27/TSG Neustrelitz) sollen mit ihrer kompromisslosen Spielweise Giuliano Modica ersetzen, Kristian Maslanka (23/Wormatia Worms) ist eher ein spielerischer Typ. „Alle drei sind bereits in dieser oder in höherer Klasse erprobt. Von ihnen wissen wir, dass sie den Anforderungen genügen“, so Schmitt, der an die Vorsaison anknüpfen möchte, in der seine Kickers die wenigsten Gegentore kassiert haben. Auf den letzten Drücker wurde noch der 22-jährige Dudda verpflichtet. Der gebürtige Bad Nauheimer, der in der Jugend für den FSV und Eintracht Frankfurt spielte, ist eine Alternative als Außenverteidiger. In rund acht Wochen hofft Schmitt, auch den derzeit verletzten Denis Schulte (Bandscheibenvorfall) zur Verfügung zu haben. Der erprobte Innenverteidiger Marcel Wilkes unterzog sich in der ersten August-Woche einer erneuten Leistenoperation. Läuft alles optimal, könnte er zur Rückrunde in den Kader zurück kehren.

Schmitt sieht trotz des Weggangs von Torjäger Cappek seine Offensive nicht schwächer. Auf der linken Außenbahn hat er mit dem bereits zu Drittliga-Zeiten in Offenbach aktiven Fabian Bäcker, sowie den Neuzugängen Nikolaos Dobros (22/FC Nöttingen) und Yao mehrere Varianten. Bäcker steht für Routine, Raffinesse, Yao verkörpert Dynamik, Explosivität und Entschlossenheit vorm Tor, Dobros hat einen sehr starken linken Fuß, ist dribbelstark und energisch. Dass die 15 Treffer des abgewanderten Cappek fehlen werden, ist klar. Bäcker hat in der Vorbereitung regelmäßig getroffen, Martin Röser, der sowohl bei der Generalprobe gegen Mallorca als auch beim Punktspiel-Auftakt in Kassel ein Traumtor erzielte, traut sich viel mehr zu als vor einem Jahr. „Außerdem erhoffe ich mir mehr Torgefahr aus dem zentralen Mittelfeld“, erklärt der Trainer.
 
Zur Startseite Mehr aus Kickers

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse