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Kickers Offenbach: Spahn kritisiert Presseboykott der Kickers

Von Helmut Spahn hat kein Verständnis für das Verhalten seiner Mannschaft. Dennoch freute sich der Präsident von Kickers Offenbach über die Rückkehr auf den zweiten Tabellenplatz der Regionalliga Südwest.
Jan-Hendrik Marx (oben rechts) wird nach seinem Tor zum 3:1 nach 70 Meter langem Sololauf von den Teamkollegen gefeiert. Foto: Hans-Uwe Kellner (pressehaus) Jan-Hendrik Marx (oben rechts) wird nach seinem Tor zum 3:1 nach 70 Meter langem Sololauf von den Teamkollegen gefeiert.
Offenbach. 

Den SSV Ulm mit 3:1 besiegt und den zweiten Platz in der Fußball-Regionalliga Südwest zurück erobert: Da müsste doch beste Stimmung bei Kickers Offenbach herrschen. Pustekuchen. Die Spieler erklärten unmittelbar nach dem Sieg, an diesem Tag die Presse zu boykottieren. Der genaue Grund wurde nicht bekannt. Auch darüber sprach die Mannschaft nicht.

Womöglich geht es um kritische Berichte in den Zeitungen in den vergangenen Wochen. Zuletzt hatte auch Offenbachs Sportdirektor Sead Mehic die kriselnde Mannschaft in der Presse kritisiert. OFC-Präsident Helmut Spahn hatte für das Verhalten seiner Mannschaft kein Verständnis. „Vielleicht haben die Spieler etwas in den falschen Hals bekommen. Das halte ich für verkehrt. Wer öffentlich gelobt werden will, muss sich auch der Kritik stellen“, betonte Spahn. Der 56-Jährige sprach klare Worte: „Meine Vorgabe für die beiden letzten Spiele 2017 waren sechs Punkte. Die ersten drei haben wir geholt, den zweiten Platz erobert. Aber wir dürfen nicht alles schönreden. Der Sieg war verdient, die Leistung aber 80 Minuten lang steigerungsfähig. In der Winterpause wird Tacheles redet. Man muss sich hinterfragen, warum es aktuell nicht läuft. Und dabei offen miteinander reden.“

Immerhin überzeugten die Spieler kämpferisch. „Das war die richtige Reaktion auf meine Kritik. Dass man auf dem durch das Rugby-Länderspiel kaputten Rasen kein gepflegtes Fußballspiel zelebrieren konnte, versteht jeder. Aber alle haben sich aufgerieben. Das war in den letzten Spielen nicht immer so gewesen“, betonte Sead Mehic. „Die Jungs waren konzentriert, haben auch, nachdem Ulm die einzige Chance im Spiel zum Ausgleich nutzte, weiter auf Sieg gespielt.“

Fernduell mit Mannheim

53 Minuten lang hatte alles auf ein torloses Unentschieden hingedeutet. Die beiden einzigen guten Chancen verdankten die Kickers dem Gegner. Der Ex-Offenbacher Thomas Rathgeber spielte einen Rückpass in die Füße von Niklas Hecht-Zirpel. Der bediente Florian Treske, doch der Torjäger scheiterte im Eins-gegen-Eins an Torwart Holger Betz (5.). Nach einem Freistoß verfehlten zwei Ulmer Verteidiger den Ball, und Benjamin Kirchhoff traf den Pfosten (37.).

Die Führung markierte Strafstoßspezialist Dren Hodja per Foulelfmeter (54.). Der Jubel war umso größer, weil nur Sekunden später der 0:2-Rückstand der Mannheimer gegen Völklingen an der Anzeigentafel erschien. Nachdem Michael Schindele im Anschluss an den einzigen Ulmer Eckball per Kopf den Ausgleich markierte (75.), wurde nicht nur die Luft, sondern auch die Stimmung frostig. Zu dem Zeitpunkt glich Mannheim aus, der OFC war wieder Dritter.

Sechs Minuten, nachdem der Wechsel von Varol Akgöz für Maik Vetter von Pfiffen aus rund 4000 Kehlen quittiert wurde, machte der eingewechselte Stürmer das 2:1. „Er ist als Joker unbezahlbar. Sobald er den Rasen betritt, funktioniert er“, lobte Sead Mehic den Stürmer. Akgöz leitete auch das 3:1 in der Schlussminute ein. Im eigenen Strafraum eroberte er den Ball und schickte Jan-Hendrik Marx auf die Reise. Der als einer der wenigen auch in den letzten Wochen beständige Rechtsverteidiger lief und lief mit dem Ball am Fuß. Zweimal versuchte Olcay Kücük ihn mit einem Foul zu stoppen. Marx ging unbeirrt vorwärts, behielt die Übersicht und narrte nach seinem 70-Meter-Lauf auch Torwart Betz. „Dieses Tor war symptomatisch für unser Spiel. Wir haben uns mit Biss durchgesetzt“, sagte Trainer Oliver Reck.

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