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Löwen Frankfurt: Auf Anhieb ein Publikumsliebling

Von Nach dem Einzug ins Play-off-Halbfinale warten die Frankfurter noch auf ihren Gegner. Es wird wohl ein ganz besonderer Hessen-Rivale werden.
Von ihm wird nach den Heimspielen ein Tänzchen in voller Montur erwartet: Brett Jaeger, Torwart der Löwen Frankfurt. Foto: JOACHIM STORCH (Pressefotografie Storch, Bad Hg.) Von ihm wird nach den Heimspielen ein Tänzchen in voller Montur erwartet: Brett Jaeger, Torwart der Löwen Frankfurt.
Frankfurt. 

Drei Tage frei. Und das mitten in der heißen Meisterschaftsphase. Dies haben sich die Eishockeyspieler der Löwen Frankfurt als einzige DEL 2-Mannschaft mit vier gewonnenen Play-off-Viertelfinalspielen in Serie verdient. Von Samstag an geht es wieder zur Sache: Dann beginnt die Vorbereitung auf das Halbfinale (ab 31. März), in dem es voraussichtlich gegen den Erzrivalen Kassel Huskies gehen wird. Kassel führt in seiner Serie gegen die Lausitzer Füchse mit 3:1 und kann am Freitag den entscheidenden vierten Sieg landen. „Der Titelverteidiger ist und war gemeinsam mit Bietigheim mein Meisterschafts-Favorit. Was nicht heißen soll, dass ich uns nicht gute Chancen einräumen würde. Es wird hartes Stück Arbeit. Brett Jaeger muss da in Topform sein“, sagt Löwen-Sportdirektor Rich Chernomaz. Das war der Keeper während der gesamten Saison. „Er ist sehr ruhig, geduldig, kann das Spiel gut lesen“, beschreibt Chernomaz die Stärken des 34-jährigen Jaeger, der angesichts des 70-prozentigen Puckbesitzes in der Viertelfinal-Serie gegen den EHC Freiburg nicht so viel zu tun hatte. In brenzligen Situationen war er aber zur Stelle.

Der Deutsch-Kanadier kam im April 2016 aus Dresden nach Frankfurt. Zuvor stand er drei Jahre in Bremerhaven im Tor. Am Ratsweg avancierte der Goalie auf Anhieb zum Publikumsliebling. Wenn nach den Heimspielen das „Jaeger tanzen“ erklingt, weiß er, was die Leute von ihm erwarten: einen Tanz in voller Montur. „Das passt eigentlich nicht zu meiner Persönlichkeit. Wir haben doch gemeinsam gewonnen. Da müsste nicht einer, sondern 20 tanzen. Ich bin auch kein guter Tänzer“, sagt Jaeger. Viel lieber beeindruckt der im kanadischen Peace River geborene Torwart mit seinen Paraden. „Ich war als kleiner Junge begeistert von der riesigen Fanghand, von den Protektoren, die wie Muskelberge aussehen, und von der Maske, auf die viele coole Bilder draufgemalt sind. Da dachte ich: Wenn du es auch draufhast, dann hast du den besten Job der Welt.“

Den übt er schon 19 Jahre lang aus. 2010 entschloss er sich zu einem Wechsel nach Europa. Nach je einem Jahr in Coventry und Kopenhagen kam er nach Bremerhaven. Dort betrieb er Ahnenforschung, las über 100 Jahre alte Briefe durch. Und entdeckte, dass seine Vorfahren bis Ende des 18. Jahrhunderts im Schwarzwald gelebt hatten, bevor sie nach Russland auswanderten. Kriege und Verfolgung zwangen sie dann zur Flucht. Nach einer gefährlichen Schifffahrt erreichten seine Urgroßeltern Kanada. Deutsch spricht Brett Jaeger noch unvollkommen. Nur fluchen kann er perfekt. „Das haben meine Großeltern gern auf Deutsch getan.“ Im Spiel wendet er seine speziellen Deutschkenntnisse selten an. Sein Motto: „Konzentration hochhalten, wenn kaum etwas auf die Kiste kommt. Nicht übermüden, wenn es Schlag auf Schlag geht. Und vor allem nicht nachdenken, wenn mal ein Fehler passiert.“

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