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Löwen-Stürmer Pat Jarrett: Der Führungsspieler

Von Er ist der geborene Anführer: Egal, wohin es den kanadischen Eishockey-Crack Patrick Jarrett verschlug, schon bald war er der Kapitän der Mannschaft.
Der Kapitän der Löwen: Pat Jarrett Foto: JOACHIM STORCH (Pressefotografie Storch, Bad Hg.) Der Kapitän der Löwen: Pat Jarrett
Frankfurt. 

Im Sommer 2016 wechselte Patrick, genannt Pat, Jarrett vom Oberligisten EV Landshut zu den Löwen Frankfurt. Kaum da, bekam er auch schon das „C“ aufs Trikot genäht. Bald schon zeigte es sich, dass die Wahl richtig war: Der 33-jährige Stürmer ist ein Vorbild in der Mannschaft, wenn es läuft, und ein Leader, wenn die Mannschaft Aufmunterung und Ansprache braucht – eben ein echter „Captain“.

Als die Löwen zu Jahresbeginn unerwartet gegen das damalige Schlusslicht Heilbronn verloren, unterbrach Jarrett die beklemmende Ruhe nach der Partie in der Kabine mit einer flammenden Rede. „Haben wir wirklich alles für den Sieg getan, oder das Match auf die leichte Schulter genommen? Hat sich jeder richtig vorbereitet oder gestern ein Bier zu viel gehabt?“, sprach er seine Mitspieler an. Seine „Reden“ sind legendär. Ihm sei es halt wichtig, dass „immer alles auf den Tisch kommt“, so Jarrett.

Vor der am heutigen Ostersamstag in Bietigheim beginnenden Finalserie der Zweiten Liga (DEL2) – erstes Heimspiel in der Eissporthalle am Montag (16 Uhr) – braucht er seine Mitspieler sicher nicht extra zu motivieren. Motiviert sind vor dem Traum-Finale der besten Teams der Liga ohnehin alle Beteiligten. „Wir sind heiß und möchten jedes Spiel gewinnen. Der Charakter unserer Mannschaft ist unglaublich. Wir arbeiten vom ersten Tag an sehr hart und sind genau zum richtigen Zeitpunkt in Top-Form“, unterstreicht Jarrett.

Es fühle sich großartig an, im Finale zu stehen. Wie ein Titelgewinn schmeckt, erfuhr er bereits 2016. Mit den Eisbären Berlin wurde er Deutscher Meister. Damals übrigens mit seinem Bruder Cole, der mittlerweile in Japan seine Brötchen verdient. „Ich möchte noch einmal einen Titel gewinnen“, betonte Jarrett vor dem ersten Duell mit gegen Bietigheim. Die seit Jahren eingespielten Schwaben seien sehr stark im Powerplay, weswegen eine große Disziplin notwendig sei. „Aber bei gleicher Spieler-Anzahl auf dem Eis sind wir im Vorteil. Unser Selbstvertrauen ist sehr groß“, betont der Anführer des Löwen-Rudels.

Meister mit Berlin

Der 1984 in Sault Ste. Marie/Ontario geborene Jarrett begann seine Karriere als 14-Jähriger in der kanadischen Junioren-Liga. Während des NHL Entry Draft 2002 wurde er von den Nashville Predators in der fünften Runde ausgewählt. Die beste Liga der Welt war sein großer Traum, der jedoch unerfüllt blieb. Eine Verletzung warf ihn zurück, er schaffte den Sprung in die NHL nicht. Aber seine Leistungen blieben den Spähern in Europa nicht verborgen. Und so verpflichteten im Sommer 2005 die Eisbären Berlin den damals 21-Jährigen. Gleich in der ersten Saison wurde er Deutscher Meister. 2007 wurde sein Vertrag nicht mehr verlängert. Jarrett kehrte nach Nordamerika zurück, wo er für das Farmteam der Los Angeles Kings, die Manchester Monarchs aus der American Hockey League (AHL), aufs Eis ging.

Ein Jahr später war der Stürmer wieder in Europa aktiv. Und zwar in Dänemark, wo Löwen-Sportdirektor Rich Chernomaz gern und erfolgreich nach Kanadiern Ausschau hält. Im Falle Jarrett ging es allerdings nicht auf dem direkten Weg. 2009 bis 2013 stürmte er für Ligakonkurrent Dresdner Eisbären. Der Kapitän der Sachsen wurde 2011 zum besten Mittelstürmer der DEL2 gewählt.

Nach einem Jahr in Österreich angelte sich der EV Landshut den kampfstarken Torvorbereiter. Auch bei diesen Vereinen trug er das „C“ auf dem Trikot. Als Landshut 2015 keine DEL2-Lizenz bekam, blieb er als einer der wenigen Leistungsträger und ging mit den Bayern in die Oberliga.

Auch defensiv stark

Als Nick Mazzolini im vergangenen Sommer operiert werden musste und somit ausfiel, rief Chernomaz Jarrett an. Der Sportdirektor weiß, dass er mehr als nur einen Ersatz bekommen hat: „Er hat sowohl in der Hauptrunde als auch in den bisherigen Play-off-Spielen starke Leistungen gezeigt. Patrick ist ein sehr erfahrener Spieler und ein Leader.“ Als sehr wichtig bezeichnet Chernomaz die Tatsache, dass Jarrett ein Zwei-Wege-Stürmer ist, also in der Offensive stark, aber auch mit Defensivqualitäten. Er spielt mit Erfolg in der Powerplay-Formation, aber auch beim Penalty-Killing. „Pat hat eine sehr gute Übersicht. Er ist unser Schlüsselspieler.“ In 59 Spielen erzielte der Kanadier zwar (nur) 17 Treffer, dank seiner 40 Tor-Vorbereitungen kommt er jedoch fast auf einen Scorerpunkt pro Begegnung. Mit einer Erfolgsquote von mehr als 56 Prozent ist Jarrett neben CJ Stretch außerdem der beste Bully-Spieler der Mannschaft, eine Eigenschaft, die gegen Bietigheim eine entscheidende Rolle spielen könnte.

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