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Paul Gardner: Der Löwen-Trainer zieht Zwischenbilanz

Die Löwen beendeten die DEL 2-Hauptrunde auf Rang drei. Im Viertelfinale trifft das Frankfurter Eishockeyteam auf den Erzrivalen Kassel Huskies. Mit dem Löwen-Trainer Paul Gardner unterhielt sich unser Mitarbeiter Michael Löffler.
Er blickt voller Vorfreude auf die Play-offs: Löwen-Trainer Paul Gardner. Foto: Joachim Storch Er blickt voller Vorfreude auf die Play-offs: Löwen-Trainer Paul Gardner.

Entspricht der dritte Platz Ihren Erwartungen?

PAUL GARDNER: Ja, grundsätzlich bin ich damit zufrieden. In der zweiten Saisonhälfte hätte es noch besser laufen können. Aber es gab eben ein paar Phasen, durch die wir uns durchkämpfen mussten. Insofern ist der dritte Platz okay, mit acht Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze.

Wie fanden Sie das Niveau der DEL 2?

GARDNER: Der Wettbewerb untereinander war großartig. Das war eine deutliche Verbesserung gegenüber der Vorsaison. In allen Tabellenregionen gab es harte Positionskämpfe. Und es gab kein Spiel, welches Du einfach mal so gewonnen hast. Wenn Du nicht bereit warst, hast Du verloren. Für die Liga ist das eine positive Entwicklung.

Welche Mannschaft hat Sie positiv überrascht?

GARDNER: Der SC Riessersee, weil sie über die Saison hinweg sehr konstant aufgetreten sind. Auch Kaufbeuren hat mich beeindruckt, die Allgäuer haben durch eine große mannschaftliche Geschlossenheit überzeugt.

Und von welchem Team hatten Sie mehr erwartet?

GARDNER: Es ist schwer, da ein Team herauszupicken. Vielleicht von Ravensburg, die von der Kaderbesetzung unter die Top sechs gehören. Aber die Towerstars hatten mit vielen Verletzungen zu kämpfen, daher sind sie am Ende nur auf Platz sieben gelandet.

Wer sind Ihre Titelfavoriten?

GARDNER: Ich schaue nicht auf andere. Ich hoffe, dass wir gesund und fit bleiben und einen starken Lauf in den Play-offs haben.

Nun bekommen es die Löwen wieder einmal mit Kassel zu tun. Was erwarten Sie von der Serie?

GARDNER: Ein Highlight für alle Eishockeyfans. Die Huskies sind ein starkes Team, sie haben durch ihre Verpflichtungen kurz vor Saisonende noch einmal gezeigt, dass sie um den Titel fighten wollen. Da sollte der sechste Tabellenplatz nicht täuschen. Wir stellen uns auf einen großen Derby-Fight ein.

Welche Förderlizenzspieler werden auch in den Play-offs bei den Löwen spielen können?

GARDNER: Wir stehen in Gesprächen mit Köln, selbst Dani Bindels ist eine Option. Wir müssen die kommenden Tage abwarten, schauen, was sich ergibt. Da sind Flexibilität und Spontanität gefragt.

Die mangelnde Disziplin hat viele Punkte gekostet. Wie kann man in den Play-offs den Schalter umlegen?

GARDNER: Was das angeht, haben wir uns in der zweiten Saisonhälfte positiv entwickelt. Die Anzahl der Strafminuten gegen uns ist deutlich nach unten gegangen. Ganz klar, wir haben dem Team auch bewusst gemacht, dass wir uns so immer wieder schaden. Auf der anderen Seite verfügen wir über gute Special Teams, um auch in Über- oder Unterzahl bestehen zu können.

Zurück zum Fazit. Haben Sie eine Steigerung der Leistungen im Verlauf der Saison festgestellt?

GARDNER: Ja. Es gab einen Lernprozess und eine Steigerung. Insbesondere die jungen Spieler wie Stephan Seeger oder die Förderlizenzspieler aus Köln haben sich sehr gut entwickelt und für mehr Tiefe im Kader gesorgt. Stephan kam als Tryout-Spieler und hat sich großartig eingefügt.

Was waren die positiven Eigenschaften Ihrer Mannschaft?

GARDNER: Das wir stets als Team auftreten. Wir kommen alle gut miteinander aus, der Teamgeist ist groß. Wenn wir uns an unser System halten, sind wir auch erfolgreich. Aber auch in den Niederlagen galt: Wir haben als Mannschaft verloren und die Fehler nicht von uns geschoben. Das gefällt mir sehr, denn wir ziehen an einem Strang.

Gab es auch etwas, was Ihnen grundsätzlich an der Mannschaft missfiel?

GARDNER: Zunächst einmal haben uns vor allem unsere Verletzungs-Ausfälle geschadet. Es ist nie hilfreich, wenn Du Spieler verlierst, die Du für eine bestimmte Rolle eingeplant hast. Außerdem gab es einige Phasen, in denen wir mehrere Spiele hintereinander verloren haben.

Der Mannschaft fehlte es an Konstanz: Es gab drei Erfolgsserien mit sechs Siegen zum Saisonauftakt sowie fünf im November und im Februar. Doch ebenso mussten die Löwen drei Negativserien verkraften.

GARDNER: Ein Stück weit ist das normal bei 52 Spielen. Fast jede Mannschaft hat mit gewissen Schwankungen zu kämpfen. Es gibt dafür auch eine Menge Gründe, die wir den Jungs immer wieder intern vorführen, um daran zu wachsen. Verletzungen, fehlendes Glück, fehlendes Selbstvertrauen, das geht oft einher. Auch wie dein Torhüter drauf ist, was ein ganz wichtiger Faktor ist. Dein Goalie kann Dir einen entscheidenden Vorteil geben.

Wie haben Sie die Mannschaft nach den Niederlagen-Serien wieder in die Erfolgsspur gebracht?

GARDNER: Für mich ist eines wichtig: Nicht euphorisch werden bei Siegen, nicht zu negativ sein, wenn es nicht läuft. Wichtig ist eine gewisse Ausgewogenheit und die richtige Einordnung von Erfolg und Misserfolg. Ich bleibe dabei eine Konstante für die Spieler.

Seit der Verpflichtung von Antti Karjalainen ließen Sie rotieren, die Import-Feldspieler blieben der Reihe nach draußen, die Zusammensetzung der Reihen wechselte ständig. Litt darunter nicht das Kombinationsspiel? Und werden Sie an der Rotation in den Play-offs festhalten?

GARDNER: Wichtig war, Antti Spielpraxis zu geben. Unsere Importspieler haben darauf gut reagiert, weil wir das Prozedere, sprich also die Rotation, vorher abgesprochen hatten. Insofern sehe ich das nicht als Problem, was das Zusammenspiel angeht. Auch wenn ich es nicht favorisiere und wir dadurch einen guten Spieler draußen lassen müssten, ist die Rotation nach derzeitigem Stand die beste Lösung, die wir haben.

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