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Eishockey: Der neue Löwen-Sportdirektor hat die DEL nur im Hinterkopf

Seine Wurzeln sind bayerisch, sein Revier war zuletzt der Westen, seine Heimat ist nun Frankfurt. Der neue Sportdirektor Franz-David Fritzmeier will die Eishockey-Löwen in die DEL führen. Darüber, aber auch über andere Dinge, unterhielt er sich vor dem Heimspiel gegen Crimmitschau an diesem Freitag (19.30 Uhr) mit unserem Mitarbeiter Michael Löffler.
Optimismus an der Bande: Franz-David Fritzmeier, der neue Sportdirektor der Frankfurter Löwen. Foto: pressehaus/kessler (bild pressehaus) Optimismus an der Bande: Franz-David Fritzmeier, der neue Sportdirektor der Frankfurter Löwen.

In Ihrer Vita fehlt zwischen der Beurlaubung in Krefeld und Ihrem Start in Frankfurt ein Jahr. Was haben Sie 2017 gemacht? Urlaub?

FRANZ-DAVID FRITZMEIER: Das war für mich ein ganz wichtiges Jahr. Ich hospitierte bei Spitzenvereinen in ganz Europa, unter anderem in Schweden und in Finnland, und ich war viel in Nordamerika. Die Erfahrungen und Erkenntnisse, die ich dabei sammeln konnte, sowie die geknüpften Kontakte kommen mir in meiner Funktion nun zugute.

Warum haben Sie sich gerade für Frankfurt entschieden?

FRITZMEIER: Lose Gespräche hat es schon Wochen vor der Verpflichtung gegeben. In den Tagen, nachdem mein Kontrakt in Krefeld gelöst wurde, wurden die Gespräche dann intensiviert. Die anspruchsvolle Präsentation der Konzepte von den Löwen-Gesellschaftern Stefan Krämer und Andreas Stracke hat mich überzeugt. Ich war von dem professionellen Umfeld angetan, von den Zukunftsvisionen, mit denen ich mich identifizieren kann. Die Entwicklung in Frankfurt habe ich schon lange verfolgt, eigentlich seit dem Rückzug aus der DEL 2010. Sie ist seriös, langsam, aber stetig. Man will den Erfolg, aber nicht um jeden Preis, sondern bleibt dabei rational.

Sie haben bisher als Trainer gearbeitet. Werden wir Sie ähnlich wie Rich Chernomaz auch an der Bande sehen?

FRITZMEIER: Auf keinen Fall. Ich finde, dass sich die Funktion des Co-Trainers und des Sportdirektors nicht unter einen Hut bringen lassen. Ich kann keinem Trainer übergeordnet und gleichzeitig sein Assistent sein. Ich bin nahe an der Mannschaft, gehe zum Training, spreche mich mit Paul Gardner ab. Aber die Matches schaue ich mir von oben an, mache mir Notizen. In den Pausen gehe ich in die Katakomben, teile dem Coach meine Erkenntnisse mit. Einen Co-Trainer will Paul aktuell nicht, er möchte die Saison allein durchziehen. Für die kommende Runde wird aber ein Co-Trainer kommen.

Sie pflegen nach wie vor gute Kontakte nach Köln. Hat die Kooperation der Löwen mit den Haien für Sie eine Rolle gespielt?

FRITZMEIER: Indirekt. Ich finde, es ist eine gute Zusammenarbeit, die ich noch vertiefen möchte. Ich glaube, dass beide Seiten davon profitieren können. Am Mittwoch war ich zu Gesprächen in Köln. Es wurden sowohl die aktuellen Fragen besprochen, wir redeten aber auch über die Zukunft.

Was kam dabei heraus?

FRITZMEIER: Aktuell sieht es für uns gut aus. Hannibal Weitzmann ist bei den Haien Torwart Nummer vier, Abstellungen für die DEL sind also kaum zu befürchten. Dominik Tiffels ist in Köln Verteidiger Nummer acht. Und nachdem die Haie am Dienstag den US-Stürmer Bill Thomas verpflichtet hatten, saßen im Rhein-Derby gegen die DEG drei Stürmer auf der Tribüne. Lukas Dumont und Eric Valentin sind 16. und 17. Stürmer. Ich gehe also davon aus, dass sie alle bis zum Saisonschluss fest bei uns spielen können. Wir wollen die Zusammenarbeit noch erweitern. Auch talentierte DNL-Spieler sollen bei uns Praxis erhalten, einen U 20-Nationalspieler laden wir schon jetzt zum Training ein. Ab der kommenden Saison wird die DNL bis 20 Jahre gehen, da wäre es für die Talente vom Vorteil, bei uns Spielpraxis im Männerbereich zu sammeln. Aus den Gesprächen ging hervor, dass man die Kooperation gern fortsetzen würde.

Sind die Unterschiede zwischen der DEL und der DEL 2 groß?

FRITZMEIER: Ja. Vor allem finanziell. Frankfurt wird oft nachgesagt, Gelder wie in der DEL zu zahlen. Das ist blanker Unsinn. Die Differenz ist riesig. Und spielerisch ist die DEL viel stärker.

Ist die DEL 2 also für die Löwen die richtige Liga?

FRITZMEIER: Mein Motto heißt: Lebe hier und jetzt. Unser aktuelles Ziel heißt Erfolg. Die Fans kommen, um ihre Löwen siegen zu sehen. Wir sind erfolgreich, wollen die Meisterschaft erneut gewinnen. Aber im Hinterkopf steckt als Ziel ganz klar die DEL. Ich will eine Mannschaft haben, mit der der Sprung ins Oberhaus möglich ist.

Also einen völlig neuen Kader?

FRITZMEIER: Nein. Ich finde schon, dass ein wenig frischer Wind nicht schaden kann. Da wir nicht wie Bietigheim auf Routiniers setzen, sondern auf junge, hungrige Spieler mit DEL-Ambitionen, wird es immer mehr Cracks geben, die uns von sich aus nach oben verlassen wollen. Knapp die Hälfte der aktuellen Mannschaft hat noch Verträge, die über die Saison hinaus gelten. Bei den Neuverpflichtungen achte ich auch darauf, dass ich Spieler hole, die das Potenzial für den Sprung in die DEL haben, sich entwickeln können. Ob Deutsche, Kanadier, Schweden oder Tschechen, ist mir egal. Sie müssen Eishockey beherrschen und sich mit uns identifizieren. Der Verein muss ihnen wichtiger sein als der individuelle Erfolg. Ich suche Spieler, die nicht wegen des Geldes kommen wollen, sondern weil sie hier Perspektiven sehen. Wir werden uns auch im eigenen Verein umschauen. Als Löwen wollen wir das Eishockey fördern. Aber auch Leistung fordern.

Zur Person

Auf der Bühne des Profi-Eishockey ist Franz-David Fritzmeier seit 21 Jahren zu Hause. Als 16-Jähriger wurde der gebürtige Bad Tölzer Profi beim SC Riessersee, das letzte seiner 366 DEL-Spiele bestritt er 2011 für die Füchse Duisburg.

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