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Serie: 25 Jahre Löwen Frankfurt: Die geilste Zeit der Löwen

Von 1991: Neustart mit unvergleichlicher Atmosphäre, zweistelligen Siegen und 200 Scorerpunkten von Trevor Erhardt.
Foto: imago sportfotodienst
Viele werden sich noch an die Geburtsstunde erinnern. Vorangegangen war ein Schock: Am 1.März 191 informierte das Eintracht-Präsidium im Airport-Hotel, dass es bei den Adlerträger wegen den in den letzten fünf Jahren angefallenen Verlusten von 7,5 Millionen Mark sowie der zu erwartenden weiteren Etat-Unterdeckug kein Bundesliga-Eishockey mehr geben wird. Walter Langela, der die Führung der Eishockey-Abteilung vom verstorbenen „Mister Eishockey“  Günter Herold  im Mai 1989 übernahm, legte die Hände nicht ins Schoss. Bereits vier Tage später verkündete er die Gründung des Frankfurter ESC – Die Löwen. Innerhalb eines Tages zählte der neue Verein bereits 150 Mitglieder. Und die Löwen-Familie wuchs tagtäglich. In drei Wochen waren es schon 250, bei der mit „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss feierlich eröffneten ersten Generalversammlung waren es bereits 1000 Mitglieder. Für den sportlichen Anfang konnte man sofort eine Frankfurter Eishockey-Ikone gewinnen: Toni Forster.

Der frühere Nationalspieler, jahrelang mit Jerzy Potz die Bank in der Eintracht-Verteidigung, erklärte sich bereit, als Spielertrainer zu fungieren. Sofort rief er frühere Teamgefährten an. Und sie kamen. Stefan Zimlich, Jürgen Adams, Torwart Oliver Schulz, Andreas Nocon, die Verteidiger Peter Gehrmann und Guido Göbel waren schon im ersten Bundesligajahr 1986 dabei. Der größte Coup war jedoch die Rückkehr von Trevor Erhardt. Nachdem ihn auch Anruf von Forster erreichte, zögerte der mittlerweile in seiner kanadischen Heimat als Wasserflugzeugflieger tätige Torjäger keine Sekunde. Offen war nur, wo die Löwen brüllen werden. Der DEB-Verbandstag hatte dem Eintracht-Nachfolgeverein freigestellt, wo er starten will. Von der Zweiten Bundesliga bis hin zur Landesliga war alles möglich.

Die Löwen wählten die Oberliga. Dazu hätte die Eintracht aber ihre Lizenz zurück geben müssen. Das tat sie bis dahin noch nicht. Weil sie sonst keine Chance gehabt hätte, die noch ausstehenden Abfindungen für die Wechsel ihrer Bundesligaspieler gerichtlich zu erzwingen. Am 23. Juli verkündete Langela, man wolle sich von der Lizenzübertragung der Eintracht unabhängig machen und deshalb nicht als Nachfolgeverein, sondern als ein neugegründeter Verein in der Regionalliga starten. Der Plan sah vor, im Januar die Oberliga-Qualifikation zu schaffen und dann in der Rückrunde mit den besten Oberligisten sowie den schwächeren Zweitligisten die Oberliga-Zugehörigkeit für die Saison 1992/93 zu bestätigen. Der Etat wurde mit 1,2 Millionen Mark angesetzt, man kalkulierte mit 1500 Zuschauern.

Die Wirklichkeit hat alle Erwartungen übertroffen. Was folgte, war der helle Wahnsinn. Eine solche Saison hat es im deutschen Eishockey nie zuvor und nie danach gegeben.

Zur Saisoneröffnung kam der Deutsche Meister Mannheimer ERC. Mit den Ex-Eintrachtlern Jiri Lala und Roger Nicolas und allen Stars. Über 4000 Besucher feierten den Neubeginn. Und vor allem Trevor Erhardt, der die Löwen mit 1:0 in Führung brachte. Am Ende wurden die Champions froh, mit einem mühseligen 4:3-Sieg der Blamage entgangen zu sein. Von da an waren die attraktivsten Frankfurter Löwen nicht die im Zoo, sondern die am Ratsweg. Und dann ging es los. Bei der Regionalliga-Premiere waren unter den 1500 Zuschauern in Lauternach höchsten ein Dutzend Einheimische. Der Rest feierte den 9:3-Sieg der Gäste. Zur Heimdebüt gegen den EHC Neuwied kamen 4500 Zuschauer. Die Atmosphäre lässt sich gar nicht beschreiben. Es war ein nie dagewesener Spektakel. Mit Gesängen, La Ola, die ständig durch die Halle ging, einer Begeisterung, die ich während der 60 Jahre als Eishockey-Fan nicht erlebt habe.
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