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Eishockey: Eine neue Ära bei den Löwen beginnt

Von Franz-David Fritzmeier ist der neue Sportdirektor der Löwen Frankfurt. Der 37-Jährige will den Eishockey-Zweitligisten auf ein neues Level führen.
Haben mit den Löwen viel vor (v.l.): Club-Chef Stefan Krämer, Trainer Paul Gardner und der neue Sportdirektor Franz-David Fritzmeier. Foto: Jan Huebner (Jan Huebner) Haben mit den Löwen viel vor (v.l.): Club-Chef Stefan Krämer, Trainer Paul Gardner und der neue Sportdirektor Franz-David Fritzmeier.
Frankfurt. 

Zwölf Jahre sind eine lange Zeit. Speziell im schnelllebigen Profi-Sport. „Diese Zeit hat uns sehr geprägt“, sagt Stefan Krämer. Gestern Morgen ging sie zu Ende. Der geschäftsführende Gesellschafter der Löwen Frankfurt teilte Rich Chernomaz auf der Geschäftsstelle mit, dass er mit sofortiger Wirkung von allen Ämtern freigestellt sei. Es ist die zweite Trennung zwischen dem Eishockey-Club und dem 54 Jahre alten Kanadier. Schon von 2003 bis 2010 hatte Chernomaz die Frankfurter trainiert und damals 2004 zur bislang einzigen deutschen Meisterschaft geführt. 2012 war er zurückgekehrt und seitdem als Sportdirektor und Assistant-Coach in Frankfurt tätig gewesen.

Bis gestern Morgen. Das Gespräch sei emotional, aber sehr angenehm verlaufen, betonte Stefan Krämer. „Toll, entspannt. Wie im Bilderbuch.“ Freilich habe Chernomaz mit der Entscheidung auch „gerechnet“. Sein Nachfolger stand da schon in den Startlöchern. Drei Stunden später wurde Franz-David Fritzmeier als neuer Sportdirektor offiziell vorgestellt. Der 37-Jährige, bis Ende 2016 Trainer des DEL-Clubs Krefeld Pinguine, unterschrieb bei den Löwen einen Vertrag bis 2021. Fritzmeier trat seinen neuen Posten umgehend an.

Kaderplanung im Fokus

Schon lange hielt sich das Gerücht, die Löwen würden sich vorzeitig von Chernomaz trennen – wegen dessen angeblich hoch dotiertem Vertrag. Krämer betonte gestern, der eingeschlagene Weg habe sportliche Gründe. „Jetzt beginnt die entscheidende Phase, in der die Mannschaft für die nächste Saison zusammengestellt wird. Die Spieler, deren Verträge auslaufen, wollen wissen, wie es weitergeht, wer ihr Ansprechpartner ist. Dieses Vakuum wollten wir nicht entstehen lassen. Deswegen musste es jetzt passieren“, so Krämer.

Billiger wird es für die Löwen dadurch nicht. Im Gegenteil. Bis zum 30. April 2018, dem Vertragsende von Chernomaz, müssen sie nunmehr die Gehälter von zwei Sportdirektoren bezahlen. „Wir erfüllen bei ’Cherno’ selbstverständlich alle vertraglichen Pflichten“, betonte der Club-Chef.

Vier Spiele in neun Tagen

Bis zum Jahresende wartet auf die Löwen Frankfurt und ihren neuen Sportdirektor Franz-David Fritzmeier ein intensives Programm. Für den Tabellenzweiten der Deutschen Eishockey Liga 2 stehen vier Spiele in neun Tagen auf der Agenda.

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Der Wechsel des wichtigsten sportlichen Angestellten beim aktuellen Meister der Deutschen Eishockey Liga 2 war ein Prozess über Monate. Schon im Spätsommer baten Krämer und sein Gesellschafter-Kollege Andreas Stracke Chernomaz darum, ihnen ein Konzept für die nächsten Jahre vorzulegen. Gleichzeitig holten sie Konzepte anderer Kandidaten ein. „Mitte September hatten wir die ersten Gespräche“, erklärt Krämer. Mit fünf weiteren Kandidaten außer Chernomaz sei gesprochen worden. Fritzmeier bekam den Zuschlag. Krämer: „Er ist top motiviert und super ausgebildet.“

Mehr Freiheit für Gardner

Den Posten des Co-Trainers, den Chernomaz ebenfalls ausgefüllt hatte, wird Fritzmeier nicht übernehmen. Er fungiert als reiner Sportdirektor. Ob ein neuer Assistent von Chef-Coach Paul Gardner verpflichtet wird, ließ er vorerst offen. „Ich werde hören, was Paul dazu sagt.“ Der neue Sportchef selbst will Gardner mehr Freiheiten einräumen. „Ich habe Paul gesagt, dass er der Coach ist und mein volles Vertrauen hat“, so Fritzmeier, „ich werde ihn so gut es geht unterstützen – aber nicht auf dem Eis und nicht an der Bande. Das wird Paul ganz alleine rocken. Dafür ist er als Coach verantwortlich.“

Haben mit den Löwen viel vor (v.l.): Club-Chef Stefan Krämer, Trainer Paul Gardner und der neue Sportdirektor Franz-David Fritzmeier.
Kommentar Löwen Frankfurt: Es geht um die Philosophie

Der Meistermacher ist weg. In den Herzen der Fans bleibt Rich Chernomaz aber haften: Als Mann, der die Löwen Frankfurt als Trainer 2004 zur Deutschen Meisterschaft und als Sportdirektor und Co-Trainer

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Fritzmeier absolvierte einst 376 DEL-Spiele. Nach dem Karriereende 2011 wurde er zunächst Headcoach beim Oberligisten Füchse Duisburg und von Oktober 2015 an Assistenz-Trainer und -Sportdirektor beim DEL-Club Kölner Haie. Ein Jahr später übernahm er bei den Krefeld Pinguinen die Posten des Headcoaches und Sportdirektors. Doch bereits Mitte Dezember 2016 trennte sich der damalige Tabellenletzte von Fritzmeier als Trainer. Sein noch bis 2019 laufender Vertrag in Krefeld wurde am vergangenen Dienstag aufgelöst – der Weg nach Frankfurt war frei.

Mit den Löwen hat er nun viel vor. „Im Hinterkopf habe ich natürlich einen Plan, wie wir das Ganze aufs nächste Level führen“, so Fritzmeier. „Unser langfristiges Ziel ist natürlich die DEL. Aber ganz wichtig ist immer der aktuelle Stand.“ Bei einem Fan-Talk im Januar 2018 will sich der neue Sportdirektor den Löwen-Fans vorstellen.

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