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Sportspektakel: Summer Game 2016: Eishockey im Waldstadion

Von Die Eishockey-Welt blickt nach Frankfurt: Am 10. September wird sich der "heilige Rasen", auf dem sonst die Eintracht spielt, in eine Eishockefläche verwandeln.
Löwen-Stürmer Nils Liesegang und Manuel Klinge von den Kassel Huskies mit den Sondertrikots bei der Pressekonferenz zum Summer Game. Foto: imago Löwen-Stürmer Nils Liesegang und Manuel Klinge von den Kassel Huskies mit den Sondertrikots bei der Pressekonferenz zum Summer Game.
Frankfurt.  Das Summer Game 2016 rückt immer näher: Die Eishockey-Welt blickt dem 10. September entgegen. Auf dem Rasen, auf dem sonst Eintracht Frankfurt um Bundesligapunkte kämpft, entsteht eine Eishockefläche. Mag es regnen, mag es 30 Grad geben, unabhängig davon wird Punkt 19 Uhr das Eröffnungsbully zwischen den Löwen Frankfurter und den Kassel Huskies beginnen. Vor laufenden Kameras wird mit diesem Riesenspektakel nicht nur die DEL2, sondern die gesamte Eishockey-Saison in Deutschland eingeläutet. 19 Tage vor dem Spiel in der Frankfurter Fußball-Arena wurden bereits 28 000 Karten verkauft, rund 6000 nach Kassel. Das ist eine Herausforderung und gleichzeitig ein Fest für das Eishockey, für die Liga, für den Standort Frankfurt und für die Löwen“, betonte auf einer Pressekonferenz in der Commerzbank Arena DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch aus Dresden.

Die Löwen, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum feiern, versprechen sich vor diesem Event auch eine große Werbung für ihre Sportart. „Da sich die Gespräche mit der Stadt Offenbach bezüglich des Baus einer neuen Multifuktionshalle so schwierig gestalten, freue ich mich über eine Alternative“, witzelte ein ungewöhnlich gut gelaunter Frankfurter Sportdezernent Markus Frank. „Ich hoffe, dass so viele Besucher begeistert sein werden, dass wir danach, bis wir uns mit den Offenbacher einigen werden, viele ausverkaufte Spiele in der Eissporthalle am Ratsweg erleben werden“, fügte der CDU-Politiker ernsthaft hinzu.

Nicht nur er fiebert dem Match entgegen. Auch die Spieler können es kaum erwarten. „Bei uns spielt Feodor Boiarchinov, der schon ein Winter Game im Fußball-Stadion spielte. Der schwärmt derart davon, steckt uns mit seiner Begeisterung alle an“, sagte gestern Huskies-Kapitän Manuel Klinge. Der frühere Nationalspieler hat schon bei Olympischen Spielen vor 20 000 Zuschauern gespielt. Aber dieses Spektakel hier kann er sich gar nicht richtig vorstellen. „Wenn ich jetzt dieses Stadion hier sehe und mir vorstelle, unten vor so vielen Fans zu spielen, bekomme ich bereits eine Gänsehaut“, verriet Klinge, der in Frankfurt die Huskies-Trikots vorstellte: Passend zum Summer Game mit einer Palme drauf. Aber auch die Löwen wollen da nicht zurück stecken. Die Mannschaft sowie die Verantwortlichen kamen in extra angefertigten Hawaiihemden zur Pressekonferenz. Die Warmlauftrikots werden am Spieltag nicht nur eine, sondern viele Palmen zieren. Spielen werden die Löwen dann in schicken neuen Orange-Trikots.

Da Spektakel am 10. September besteht aber nicht bloß aus dem Eishockeyspiel. Das Programm im Stadion-Areal beginnt bereits um 12 Uhr. Auf dem Vorfeld wird es einen Tag des „Frankfurter Sports“ geben. Mit Vertretern vieler Frankfurter Vereine, die die Gelegenheit wahrnehmen, sich der breiten Masse zu präsentieren. Bunte Unterhaltung wartet auf Kinder. Im Stadion werden sich noch vor dem Match aufs Eis Stars vom grünen Rasen wagen. Der „treue Charly“ Körbel tritt mit der Eintracht Traditionsmannschaft, in der unter anderem Norbert Nachtweih, Werwin Skela, Cezary Tobollik, Thomas Zampach, Uwe Müller und Slobodan Komljenovic sein werden, auf eineAuswahl mit der Weltfußballerin Celia Sasic, den Weltmeisterinnen Renate Lingor und Sandra Smisek, Löwen-Ikone Michael Bresagk oder dem Ringer Alexander Leipold. Das Fußballmatch findet natürlich auf dem  Eis statt. In kompletter Eishockey-Ausrüstung und mit Tennisschuhen. Gespielt wird 2 x 10 Minuten mit fünf Feldspielern, ohne Torwart. Weil Treffer nicht nur das Salz in der Suppe sind, sondern auch einem guten Zweck dienen. Jeder erzielter Treffer wird mit 200 Euro belohnt. Der Erlös geht an die Aktion Löwenherz, die sich für soziale Projekte einsetzt. Im konkreten Fall bekommen das Geld bedürftige Kinder.

Den Fans im Stadion einheizen werden nicht nur die Sportler. Zwischendurch wird es laut: Die schweizer Pop-Diva Stefanie Heinzmann wird live in der WM-Arena singen.

Dass eine Eisfläche mitten im Sommer nicht binnen eines Tages entsteht, versteht sich von selbst. Die Frankfurter sind da aber ganz schön flott. Am Samstag davor findet bei uns ein Konzert statt, einen Tag später wird alles abgebaut, danach beginnen die Umbauten. Am Dienstag kommt das Eis drauf, ab Donnerstag, also zwei Tage vor dem Match, können die Mannschaften drauf trainieren“, verriet heute Henning Enste, Geschäftsführer Commerzbank-Arena Frankfurt.

Das Eis, das bis zu 33 Grad Hitze verträgt, wird nicht sofort abgebaut. Am Tag nach dem Match wird die Eisfläche zum Publikumslauf freigegeben. Der Kufen-Spaß für Jedermann kostet drei Euro Eintritt. Dafür darf man drei Stunden lang Eislaufen. Erste Schicht von 11 bis 14 Uhr, zweite von 14 bis 17 Uhr. Die Schlittschuhe kann man sich vorort ausleihen. Die Tickets sind ab sofort im Verkauf (Internetseite FFH.de). Am 11. September werden sie an der Tageskasse erhältlich sein. Für jeden Abschnitt werden 1500 Karten angeboten. „Begleitpersonen dürfen umsonst ins Stadion. Die Möglichkeit, sich die Arena richtig anzuschauen, bekommt man sonst auch nicht alle Tage“, fügte Henning Enste hinzu.

Löwen brüllen noch nicht richtig

Bei aller Show darf man nicht vergessen, dass am 10. September zwei Spitzenmannschaften aufeinander treffen werden. Die Duelle zwischen Frankfurt und Kassel bieten stets Spannung und hochklassiges Eishockey. Die Vorbereitung hat erst begonnen. Beide Teams sind erst seit einer Woche auf dem Eis. So verwundert es auch nicht, dass die Löwen Frankfurt ihre ersten Testspiele glatt verloren haben. Nicht nur, weil es gegen höherklassige Gegner gegangen ist. Auch, weil diese schon drei Wochen lang auf dem Eis waren. Bei den Iserlohn Roosters gab es eine 0:5-Niederlage, bei den Schwenninger Wild Wings ein 1:6. Das erste Saisontor erzielte Clarke Breitkreuz. „Schlüsse aus diesen Spielen zu ziehen, wäre verfrüht“, warnt der neue Team-Kapitän Nils Liesegang. „Wir haben noch überhaupt keine taktische Übung gemacht. An den vier Trainingstagen wurde nur an der Kondition gearbeitet. Daher konnte vom Zusammenspiel keine Rede sein. Anders die Gegner, die schon drei Wochen lang zusammen trainieren.“ Immerhin meinte Liesegang, dass im Schwarzwald die Füße schon weniger schwer waren. „Da haben wir schon mehr auf Körper gehen können. Das Ergebnis entsprach nicht dem Spielverlauf. Jetzt beginnen die Trainings-Einheiten mit dem Puck. Bis zum Summer Game werden wir bereit sein“, verspricht der Anführer des Löwen-Rudels.
 
 
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