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Löwen Frankfurt: Löwen Frankfurt bezwingen nach Eishockey-Krimi Bad Tölz

Von Erst Weltmeister, dann Kreismeister: Löwen Frankfurt gewinnen gegen die Löwen aus Bad Tölz, machen aus einer klaren Sache aber einen unnötigen Krimi.
Patrick Jarrett (Frankfurt) im Zweikampf mit Maximilian Hörmann (Tölzer Löwen). Foto: pressehaus/heinen (www.bild-pressehaus.de) Patrick Jarrett (Frankfurt) im Zweikampf mit Maximilian Hörmann (Tölzer Löwen).
Frankfurt. 

Ende gut, alles gut. Aber der 6:5 (4:0, 1:4, 1:1)-Sieg über den EV Bad Tölz wird doch einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Die zunächst um zwei Klassen besseren Löwen Frankfurt gaben das Match aus der Hand, mussten um den Sieg bis zum Schluss zittern. Nicht wegen einer Leistungsexplosion des Gegners. Sondern wegen eines gewaltigen eigenen Leistungsabfalls. Und wegen der katastrophalen Fehler von Torwart Brett Jaeger. 

Es war eine Partie mit sehr unterschiedlichen Dritteln. Im ersten Spielabschnitt hatte man den Eindruck, als wenn die Frankfurter mit einem Mann mehr auf dem Eis wären. Der mit nur vier Verteidigern angereiste Neuling kam mit dem forschen Forechecking der Löwen überhaupt nicht zurecht. Immer wieder eroberten die Hessen schon in der Angriffszone die Scheibe, der recht unsicher wirkende Torhüter Michael Böhm stand unter Dauerbeschuss. Nach nur 18 Sekunden Spielzeit hatte er noch Glück, dass der Direktschuss von Tyler Gron knapp vorbei ging. Doch schon in der 4.Minute brachte Liga-Topscorer CJ Stretch sein Team nach einem Solo, begünstigt vom Böhms Fehler, mit 1:0 in Front. Zwei Minuten später verhinderte nach Yorks Schuss der Pfosten das 2:0, dass dann nach einem schönen Zuspiel im Powerplay erneut Stretch markierte (14.). Und auch das zweite Überzahlspiel der Löwen dauerte nur wenige Sekunden. Dann landete der Gewaltschuss von Matt Pistilli im Netz (18.). Derselbe Spieler traf 13 Sekunden vor der Sirene auch zum 4:0. „Frankfurt hat eine gute Mannschaft. Das merkt man, obwohl sie größtenteils mit nur halber Kraft spielen. Was Bad Tölz zeigte, das war Oberliga-Niveau“, meinte in der Pause Stéphane Richer, der als Gast an der Stelle weilte, an der er 2004 als Co-Trainer von Rich Chernomaz die einzige Deutsche Meisterschaft in der Geschichte des Frankfurter Eishockeys feiern konnte.

Das zwei Drittel war schlichtweg schlimm. Die Löwen wirkten angesichts der klaren Verhältnisse nachlässig, verteilten Geschenke en Masse, luden die immer noch harmlosen Bayern regelrecht zu Toreschießen ein. Plötzlich kassierten sie wieder unnötige Strafzeiten, leisteten sich Flüchtigkeitsfehler in der Defensive, wirkten im Angriff zu verspielt. ließen Gegentreffer zu. Der nach seiner Verletzung erstmals in dieser Saison eingesetzte Torhüter Brett Jaeger machte Fehler um Fehler. Das in Unterzahl kassierte 1:4 durch Klaus Kathan ging klar auf sein Konto, das 2:4, das André Lakos wenig später erzielte, hätte der Keeper in der Form der Playoff-Spiele im Frühjahr wohl auch gehalten. Als kurze Zeit später Brett Breitkreuz auf der Strafraum Platz nehmen musste, kam die erste Unruhe unter den 3575 Zuschauern auf. Doch das sollte sich schnell ändern: Verteidiger Pawel Dronia nutzte in Unterzahl einen erneuten Patzer von Böhm zum 5:2 (30.). Bad Tölz kam jedoch wieder heran. Die Abwehr brachte die Scheibe nicht weg, Jaeger kam auch nicht zur Hilfe und Florian Strobl konnte in der 34.Minute ungehindert das dritte Tor markieren. Was sich Jaeger dann beim 4:5 leistete, passiert sonst nicht einmal einem Schüler-Torwart. Bei einem tief gespielten Puck kam er nicht raus, so dass der Ex-Frankfurter Andreas Schwarz an die Scheibe kam. Und dann machte er auch noch die Beine auseinander, so dass der Puck durch konnte (37.).

In der Pause hatte Trainer Paul Gardner ein Nachsehen. Er ließ Jaeger auf der Bank Platz nehmen, zwischen die Pfosten kam der zuletzt so starke Hannibal Weitzmann. Das war auch wichtig, denn gleich nach dem Wiederbeginn musste Vladislav Filin in der Kühlbox Platz nehmen und Weitzmann musste sich auszeichnen, um den Ausgleich zu verhindern. Dann durften nach langer Zeit auch die Frankfurter Mal mit einem Mann mehr auf dem Eis sein. Tyler Gron nutze die Gelegenheit mit einem Direktschuss ins Netz (44.). Dieses 6:4 war aber noch nicht die Entscheidung. Der Finne Joonas Vihko stellte in der  48. Minute wieder den Ein-Tor-Abstand her. Im Powerplay drängten die Gäste nun auf den Ausgleich. Der fiel zum Glück nicht mehr. Aus einer Demonstration wurde ein Krimi, der Trainer Paul Gardner mit Sicherheit nicht gefiel.

 

 

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