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Spielbericht: Tor-Spektakel beim Eis-Hockey: Löwen Frankfurt gewinnen fulminant gegen Heilbronn

In einem spannenden Match haben sich die Löwen aus Frankfurt gegen den Herausforderer aus Heilbronn durchgesetzt. Die Fans konnten sich über viele Tore freuen. Die Trainer eher nicht.
Jubel nach dem Sieg. Foto: pressehaus/heinen (www.bild-pressehaus.de) Jubel nach dem Sieg.
Frankfurt.  So viele bekannte Gesichter bekommen die Fans am Ratsweg selten zu sehen. Im Team der Falken stehen fünf Ex-Löwen und drei frühere Rote Teufel. An der Motivation hat es dem sportlichen Absteiger der beiden letzten Runden, der sich jeweils nur am grünen Tisch nachträglich retten konnte, also keineswegs gefehlt. Am Können schon eher. Nicht umsonst zählen die Heilbronner wieder zu den Kellerkindern der DEL2. Und so hat auch der 6:4 (1:0, 2:2, 3:2)-Sieg der Löwen Frankfurt nicht wirklich überrascht.

Die Schützlinge von Paul Gardner, die sich wegen des 25-jährigen Jubiläums der Löwen zur Freude der Nostalgiker in den Original-Trikots aus dem Gründungsjahr warmgemacht hatten, waren vor 3054 Zuschauern die klar bessere Mannschaft.

Den ersten Schuss gab Nils Liesegang nach nur wenigen Sekunden ab, die beiden ersten Chancen der ohne den angeschlagenen Richie Mueller angetretenen Löwen hatte Brett Breitkreuz in der 2.Minute. Von den aufopferungsvoll kämpfenden Gästen, die sich in die Schüsse warfen, drohte Gefahr eigentlich nur, wenn die erste Reihe auf dem Eis war. Rylan Schwartz, bisher bester Scorer der Liga, verfehlte in der 5. Minute nur knapp. Die Angriffsmaschine der Löwen lief gegen die defensiv eingestellten Falken noch nicht auf Hochtouren, die Führung, die „Pistolen“ Matt Pistilli nach Vorarbeit des sehr agilen und engagierten Brett Breitkreuz in der 12. Minute markierte, war aber absolut verdient.  Sie hätte bei 18:8 Schüssen eigentlich nach dem ersten Drittel schon höher ausfallen müssen.

Es kam noch schlimmer: Marvin Krüger gelang quasi aus dem nichts drei Minuten nach dem Wiederbeginn der Ausgleich. Der Heilbronner vernaschte C.J. Stretch, auch Maximilian Gläßl vermochte ihn nicht zu stoppen und Torwart Brett Jaeger war gegen den Heber machtlos. Nun drehten die Löwen aber auf. Das 2:1 ließ nicht lange auf sich warten. Wieder sorgte Brett Breitkreuz für viel Wirbel im Slot und C.J. Stretch traf zur erneuten Führung der Löwen (27.).  Nur eine Minute später war Brett Breitkreuz erneut unterwegs. Nachdem er unfair gestoppt wurde, gab es einen Penalty, den er aber nicht verwandeln konnte. Die Löwen waren nun bissig.

Nur weitere  Treffer wollten noch nicht fallen. Nicht nur das: Eine erneute Unaufmerksamkeit von Joel Keussen, nicht die erste an diesem Abend, brachte Krüger ins Spiel, der den freien Ex-Frankfurter Henry Martens fand, der den unerwarteten Ausgleich markierte. Die Antwort kam postwendend: Wieder durch die Stretch-Reihe. Eine Minute nach dem 2:2  konnte der Schwede Stefan Ridderwall einen Schuss des Mittelstürmers nur zur Seite ablenken, von wo aus der dort lauernde Pistilli mit Wucht das Netz traf.  Dass das Mitteldrittel trotz 17:7 Schüsse 2:2 endete, überraschte doch sehr.  

Für klare Verhältnisse sorgte dann das 4:2 durch Verteidiger Pawel Dronia nach nur 36 Sekunden des Schlussdrittels. Zwar konnten die Süddeutschen durch den Ex-Löwen Justin Kirsch im Powerplay noch verkürzen, aber wie bei den vorherigen Heilbronn-Treffern kam die Antwort erneut sofort. Lukas Laub traf nach einer wunderschönen Kombination mit Dennis Reimer. Nur eines rächte sich wie so oft. Die Strafzeiten der Löwen nahmen zu. Auch das 4:5 erzielten die Gäste durch Torjäger Rylan Schwartz bei einem Mann mehr auf dem Eis. Nur Sekunden später musste der Goldhelm in die Kabine gehen. Nach seinem Foul an Reimer bekam er eine Matchstrafe aufgebrummt. Reimer, so viel ist jetzt bekannt, verletzte sich scheinbar schwer: Einer ersten Diagnose nach ein Schlüselbeinbruch. Ihm drohen zehn Wochen Pause. Die Löwen durften in der Folge fünf Minuten lang in Überzahl spielen. Und nutzten die Chance auch. Durch Clarke Breitkreuz zum 6:4.

Am Ende war es das typische Match der aktuellen Frankfurter: Sehr torreich. Die Fans lieben solche Spiele, die meisten Trainer weniger. Denen ist ein 1:0 lieber als ein 6:4. Löwen-Coach Paul Gardner zählt zum Glück nicht dazu. Er mag den Biss der Löwen, nimmt für eine bedingungslose Offensive auch mehr Risiko in Kauf.
Am Sonntag treten die Löwen um 17 Uhr bei den Eispiraten Crimmitschau an.  Dort gab es bisher in der DEL2 zwei Siege und zwei Niederlagen.
 
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