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Adventskalender: Löwen-Kabine: Wenn nur der Duft nicht wäre. . .

Von Die Löwen Frankfurt, deutscher Eishockey-Meister von 2004, haben gleich zwei Mannschafts-Kabinen. In beiden Räumen herrscht strikte Ordnung. Und doch gibt es einen entscheidenden Unterschied.
061217Loewen_15 Foto: Heike Lyding
Frankfurt. 

Tagsüber ist es gut auszuhalten. Dann liegt lediglich ein leicht modriger Duft in der Luft. Doch mindestens einmal pro Tag wird es grenzwertig. Dann, sagt eine Mitarbeiterin der Frankfurter Löwen mit einem Lächeln, sei der Geruch in der Mannschafts-Kabine „schlimmer als bei einem nassen Hund“. Gemeint sind jene Momente, wenn die Cracks des deutschen Eishockey-Meisters von 2004 nach dem Training oder einem Spiel mit verschwitzter Ausrüstung eintreffen. Dann zeigt sich: Eishockeyspieler müssen nicht nur auf dem Eis hart im Nehmen sein, sie dürfen auch beim Geruchssinn nicht zartbesaitet sein.

Der strenge Geruch liegt vor allem an der umfangreichen Ausrüstung, die jeder Athlet trägt. Diese dünstet aus. Und auch deshalb gibt es bei den Löwen gleich zwei Mannschafts-Kabinen. Wenn die Spieler in der Eissporthalle eintreffen, gehen sie zunächst in die sogenannte „Off-Ice-Kabine“. Dort legen sie ihre Privatkleidung in einen Spind und ziehen sich „normale“ Sportsachen an, um sich im Kraftraum oder auf dem Ergometer warm zu machen.

Die eigentliche Eishockey-Kleidung befindet sich dann direkt nebenan: Durch ein Gemeinschafts-Bad mit sechs Duschen und einem Eisbad gelangen die Spieler in diesen Raum – genannt „On-Ice-Kabine“. Hier hängt die komplette Ausrüstung der Mannschaft. Fein säuberlich aufgereiht, alles ist exakt an seinem Platz. Selbst die Helme sind alle zentimetergenau mit der Rückseite zum Raum aufgereiht. Wie in einem perfekt sortierten Sport-Shop.

Schuhe kosten 900 Euro

Jeder der 22 Spieler hat einen eigenen Spind mit Namensschild. Den meisten Platz nimmt in der Mitte das aufgehängte Trikot ein. „Es ist sehr wichtig, dass alles seinen Platz hat“, betont Brian Patafie, seit dieser Saison bei den Löwen als Equipment-Manager und Physiotherapeut tätig. 1,8 Tonnen wiege das Equipment in der Kabine, betont Patafie.

Die Ausrüstung umfasst für jeden Spieler etwa 14 Teile. Sie soll vor Verletzungen schützen. An den Armen gibt es kaum eine freie Stelle ohne Protektoren. Und die Ausrüstung ist teuer. Alleine die Eishockey-Schuhe der Frankfurter kosten pro Paar 900 Euro. Jeder Spieler besitzt zwei Paar. Helm, Handschuhe und Hose kosten jeweils etwa 100 Euro; die Protektoren-Panzer für Schulter/Brust/obere Wirbelsäule etwa 75 Euro. Der Schienbeinschoner 60 Euro. Der Ellbogenschutz 50 Euro. Und die Unterwäsche 60 Euro.

Das teuerste sind die Schläger. Etwa 500 Stück verbrauchen die Löwen pro Saison. Etwa ein Drittel der kaputt gegangenen Rackets bekommen sie vom Hersteller aus Garantie-Gründen ersetzt. Den Rest zahlen sie selber. Und ein einziger Schläger kostet 145 Euro. Das geht ins Geld. Etwa die Hälfte der Mannschaft trägt Mundschutz.

Nicht nur die Kabinen, lediglich rund 30 Meter entfernt von der Eisfläche, sind bestens organisiert. Auch in den Räumen nebenan fließt alles Hand in Hand. Am Ende des Flures steht eine riesige Waschmaschine, die fast rund um die Uhr läuft. An einer Wand stehen die Schläger aufgereiht in einzelnen Spinden. Auf jedem Spind und jedem Schläger steht der Name des Spielers. Gegenüber stehen zahlreiche Ergometer. Daneben gibt es eine Ecke, wo die Spieler ihre Eishockey-Schuhe hinstellen können, wenn die Kufen geschliffen werden sollen. „Das passiert etwa einmal pro Woche pro Schuh“, sagt Patafie, der ein vierköpfiges Team betreut und früher einst in der US-Profiliga NHL als Teambetreuer arbeitete. Dort hat er viel gelernt. Und kann daher über manche Sonderheit der Löwen-Spieler entspannt schmunzeln. So benutzt etwa Niels Liesegang nicht die neuesten Brust/Schulter-Protektoren. Der 30-Jährige trägt weiter dasselbe alte Modell, das er bereits als Zwölfjähriger geschenkt bekommen hat – weil diese leichter sind und er sich damit besser bewegen kann.

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