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Eishockey: Löwen-Rudel beim 4:5 gegen Rote Teufel erst im Schlussdrittel bissig

Die Löwen Frankfurt müssen sich in beiden DEL2-Derbys mit einem Punkt begnügen.
Brett Breitkreuz gegen Eric Meland Foto: Huebner/Blatterspiel (Jan Huebner) Brett Breitkreuz gegen Eric Meland
Frankfurt. 

Das DEL2-Derby zwischen den Löwen Frankfurt und den Roten Teufeln Bad Nauheim bescherte den Fans zwar kein erstklassiges Eishockey, dafür aber Spannung pur. Die Gäste aus der Wetterau gewannen 5:4 (2:1, 2:1, 0:2/0:0, 1:0) nach Penaltyschießen. Weil sie mehr investierten und gegenüber den lange Zeit mit Einzelaktionen den Erfolg suchenden Löwen mehr als eine Einheit wirkten. Was nutzte den Frankfurtern die Feldüberlegenheit und mehr Schüsse aufs Tor (48:28), wenn die Effektivität ausblieb.

„Wir haben sehr guten Start, wussten, dass Frankfurt irgendwann stark kommen wird. Aber die Jungs haben mit Herz gearbeitet“, sagte Nauheim-Coach Petri Kujala. Löwen-Trainer Paul Gardner lobte den gegnerischen Torwart Felix Bick. „Bei doppelt so vielen Schüssen sollte mehr rauskommen. Aber der Keeper war überragend. Wir müssen mit dem Punkt leben.“

Weil die Schiedsrichter wegen des Schnees auf den Straßen zu spät kamen, begann die Partie um 19 statt um 18.30 Uhr. Den Gastwirten kam das verspätete Eröffnungsbully sehr gelegen. So  konnten sie 6770 trocken gewordene Kehlen mit Getränken versorgen.

Als es endlich losging, wurde es auch ganz schnell still. Nach nur 47 Sekunden nutzte Cody Sylvester eine Unaufmerksamkeit der Löwen-Abwehr zur Nauheimer Führung. Sechs Sekunden später hatte Brett Breitkreuz eine fast hundertprozentige Chance zum Ausgleich, vergab sie aber ebenso wie etwas später Eric Stephan. Dann kam es noch toller. Dominik Tiffels musste in die Kühlbox, weil er die Scheibe über die Bande beförderte. Die Gäste nutzten das Powerplay mustergültig aus. Sylvester bediente am langen Pfosten Mike McNamee, der nur einschieben musste (5.). 

Da die Löwen auch in der Folgezeit sehr freizügig mit ihren Chancen umgegangen sind und Felix Bick im Nauheimer Tor sehr aufmerksam war, dauerte es fünf weitere Minuten, bis zum ersten Löwen-Treffer. Wade MacLeod spielte uneigennützig den mitgelaufenen Tyler Gron, der mit einem Direktschuss den Anschluss herstellte. Unmittelbar danach scheiterte Nils Liesegang sowohl bei seinem Solo als auch im Nachschuss. Matt Pistilli hätte das 2:2 machen müssen, doch auch er fand in Bick seinen Meister.

In den letzten fünf Minuten des ersten Drittels haben sich die Frankfurter selbst geschwächt. Dalton Yorke checkte Noureddine Bettahar von hinten, dieser krachte gegen die Bande und musste vom Eis. In die Kabinen ging auch Yorke der fünf Minuten plus Spieldauerdisziplinarstrafe erhielt. Da es seine dritte große Strafe war, muss er im nächsten Spiel pausieren.

Das lange Powerplay der Roten Teufel war allerdings schwach, die beste Chance während dieser fünf Minuten hatte der Löwe Vladislav Filin, der bei einem Break an Bick scheiterte. Ebenso erging es dem Nauheimer Radek Krestan, der 2006 bis 2008 in der DEL für Frankfurt spielte, zu Beginn des mittleren Spielabschnitts.

Dann durften   die Gastgeber erstmals in Überzahl spielen. Gerade als der Nauheimer Dennis-Reimer, auch ein Ex-Löwe, von der Strafbank kam, machte Brett Breitkreuz das 2:2 (27.). Noch verhallte der Jubel der Fans, lagen die Wetterauer wieder vorne. Neun Sekunden nach dem Ausgleich machte McNamee sein zweites Tor. Die Löwen spielten unkonzentriert, leisteten sich viele Fehlpässe. Den tödlichen Pawel Dronia in der 40. Minute. Nils Liesegang saß wegen eines Stockschlags in der Kühlbox, auf der Uhr fehlten bis zur Sirene nur noch 16 Sekunden. Dronia spielte den Puck direkt dem Gegner auf die Kelle. Eric Meland bedankte sich mit dem 2:4.

Die Schlussoffensive der Löwen wurde durch einen Fehler des bis dahin ausgezeichneten Bick begünstigt. Der Keeper ließ einen harmlosen Schuss von Brett Breitkreuz durch die "Hosenträger" ins Netz passieren (45.). Nun war es ein einziger Sturmlauf in eine Richtung. Das Löwen-Rudel wachte auf, jagte jetzt unbarmherzig seine Beute. Der nächste Schuss ins Schwarze gelang Maximilian Gläßl (50.). Die Gäste kamen kaum noch aus ihrer Zone heraus, man sah nun deutlich, warum die Löwen auf Platz zwei stehen, weit vor Bad Nauheim. Doch dann wurde der Sturmlauf durch die Schiedsrichter gestoppt, die eine recht fragwürdige Strafe gegen Liesegang ausgesprochen hatten. Doch kaum vollzählig, ging die Jagd nach drei Punkten weiter. Es folgten Chance um Chance. Doch die Uhr tickte und tickte, die Zeit lief den Löwen davon. Die letzte Torgelegenheit gab es zwei Sekunden vor der Sirene, man hörte das Aluminium, von dem der Puck abprallte. 

Die Verlängerung blieb torlos, die Entscheidung fiel im Penaltyschießen: CJ Stretch scheiterte an Bick, Reimer traf für Bad Nauheim. Liesegang traf glücklich, McNamee verwandelte sicher. Gron scheiterte. Das war's.

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