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Löwen Frankfurt: Selbstbewusste Löwen

Von Zwischen der Spitze und dem Tabellenkeller klafft in der Zweiten Eishockey-Liga (DEL 2) inzwischen eine große Lücke. Die selbstbewussten Löwen bringt ein Rückstand gegen schlechter platzierte Teams mittlerweile gar nicht mehr aus dem Konzept.
Fast schon unter Dauerbeschuss stand Eispiraten-Torwart Ryan Nie. Hier versucht sich Löwe CJ Stretch. Foto: Huebner/Roith (Jan Huebner) Fast schon unter Dauerbeschuss stand Eispiraten-Torwart Ryan Nie. Hier versucht sich Löwe CJ Stretch.
Frankfurt. 

Der Spruch, in der DEL 2 kann jeder jeden schlagen, gehört langsam aber sicher der Vergangenheit an. Im Prinzip ist die alte Rangordnung mehr oder weniger schon wieder hergestellt. Die Löwen Frankfurt sollten mit dem Erreichen eines Play-off-Platzes keine Probleme haben. Die Mannschaft wirkt in sich sehr gefestigt, verfügt über viel Offensiv-Power, einen großen Kampfgeist und ein scheinbar unerschütterliches Selbstbewusstsein.

Das wurde bestens im Heimspiel gegen die Eispiraten Crimmitschau demonstriert (5:2). Bevor man sich versah, stand es schon 0:1. Gespielt waren gerade mal 15 Sekunden. Drei Minuten später überwand Mike Hoeffel Löwen-Keeper Brett Jaeger zum zweiten Mal.

Ein solcher Fehlstart kann eine Mannschaft ziemlich verunsichern. Auf der Löwen-Bank blieb alles ruhig. Das Trainer-Duo Paul Gardner/Rich Chernomaz schickte sachlich die nächste Formation aufs Eis, die Spieler zuckten nicht einmal mit der Wimper – und ließen Taten sprechen: Nach 18 Minuten lag Frankfurt bereits vorne. „Wir sind in dieser Saison schon so oft in Rückstand geraten und haben am Ende gewonnen. So etwas bringt uns nicht mehr aus der Ruhe. Wir besprechen den Rückstand in der Kabine und überlegen, was wir besser machen müssen. Und wir glauben daran, dass wir noch gewinnen werden“, beschreibt Verteidiger David Cespiva die Vorgehensweise.

Das größte Faustpfand ist derzeit die unglaublich starke Offensive. 4,4 Treffer pro Spiel erzielten die Löwen durchschnittlich in den 21 Begegnungen, 5,6 sind es gar in den vergangenen fünf Partien geworden. „Das Forechecking ist sehr aggressiv, stört das gegnerische Aufbauspiel und führt häufig zum Puckgewinn in der Angriffszone. Das Passspiel ist überragend, auch die Abwehr spielt gut nach vorne. Alle sieben Verteidiger können die Scheibe schnell und genau zum Mitspieler befördern, es wird nicht simpel nach vorne geschossen und hinterhergerannt, sondern überlegt aufgebaut“, beschreibt Paul Gardner die erfolgreiche Spielweise seiner Mannschaft.

Dazu kommt der Torhunger. Vorm gegnerischen Kasten wird nicht lange gefackelt. 765 Mal schossen die Löwen bislang aufs gegnerische Tor (36,4 Mal pro Spiel), so oft wie keines anderes Team. Den armen Crimmitschauer Keeper Ryan Nie beschäftigten die torhungrigen Löwen gar 54 Mal.

Ein weiteres Plus der Löwen ist die Breite im Kader. Die ersten drei Reihen nehmen sich nicht viel, die Gegner können sich nicht wie in der Vergangenheit auf eine stark besetzte Formation konzentrieren. Zwölf Spieler haben eine zweistellige Zahl an Scorer-Punkten, darunter vier Verteidiger. Den Goldhelm als bester Scorer trägt der Kanadier Matthew Pistilli (12 Tore/13 Assists). Ebenso 25 Punkte auf dem Konto hat der US-Amerikaner CJ Stretch (10/15). Einen Punkt oder mehr pro Partie verbuchten in 18 Spielen auch Nils Liesegang (7/15), der Kanadier Patrick Jarrett (5/15) und Lukas Laub (7/11), Richie Mueller kam in 14 Begegnungen auf zehn Tore und fünf Assists.

Die produktivsten Verteidiger sind Joel Keussen und Mike Card mit jeweils 3 Toren und 14 Vorlagen, sowie der Deutsch-Pole Pawel Dronia, der einmal traf, aber 15 Treffer vorbereitete. Nicht als Vorbereiter, dafür aber als Torschützen, glänzen die Breitkreuz-Brüder (Brett neun Treffer, Clarke sieben).

Enormer Druck

„Wir haben sehr konzentriert gespielt, uns lange tapfer gehalten. Aber diesem enormen Druck kann man auf die Dauer nicht standhalten“, sagte Crimmitschaus Trainer Chris Lee bewundernd. Ähnlich klang es bereits am Freitag nach der 3:6-Heimniederlage aus dem Mund des Heilbronner Coaches Fabian Dahlem: „Meine Jungs haben alles versucht. Es war aber ein zu starker Auftritt der Löwen. Sie haben uns mit ihren zwei schnellen Toren den Zahn gezogen.“

Dies könnte nun den Löwen am Freitag in Bad Nauheim passieren. Die Roten Teufel haben sowohl die beiden letzten Heim-Derbys als auch die beiden letzten Auftritte am Ratsweg siegreich gestaltet. Wer nun wem den Zahn zieht, wird sich im Colonel-Knight-Stadion (19.30 Uhr) schon bald zeigen.

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