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Löwen bei den Summer Games: Sommerlicher Eis-Genuss

Von Die DEL 2 zieht eine positive Bilanz der Premiere des Summer Games. Doch das ursprüngliche Ziel wurde nicht erreicht.
Weitläufig statt kuschlig: In der Frankfurter Fußball-Arena sahen 30 000 Fans Löwen und Huskies aus der Ferne zu. Foto: imago sportfotodienst (imago sportfotodienst) Weitläufig statt kuschlig: In der Frankfurter Fußball-Arena sahen 30 000 Fans Löwen und Huskies aus der Ferne zu.
Frankfurt. 

Auf diesen Ruf könnte Paul Gardner gut verzichten. Zweimal hat der Eishockey-Trainer jetzt ein Team bei einem Open-Air-Spiel angeführt, und jeweils waren es die Cracks des erst im Juni von den Lausitzer Füchsen an den Main gewechselten Coachs, die in der Verlängerung auf dem glatten Parkett ausrutschten. Denn der Kampf der Löwen am Samstagabend gegen den Meister aus Kassel endete mit 4:5 (1:2, 2:0, 1:2, 0:1). Jack Downing hatte nach einer abwechslungsreichen Partie, in der die Frankfurter bis zur letzten Minute der regulären Spielzeit mit 4:3 in Führung gelegen hatten, im neu eingeführten Overtime-Modus „drei gegen drei Feldspieler“ für den entscheidenden Treffer gesorgt. Der Saisonauftakt in der DEL 2 war damit aus Sicht der Gastgeber sportlich misslungen, von Enttäuschungen in anderer Hinsicht wollte an diesem besonderen Abend in der Fußball-Arena im Stadtwald allerdings niemand reden.

Bilderstrecke Summer Game 2016: Eishockey-Spektakel in der Commerzbank Arena
Bei Temperaturen von über 20 Grad haben die Kassel Huskies im Frankfurter "Waldstadion" das Summer Game der DEL2 für sich entschieden. Zum Saisonauftakt gewann der Meister vor 30.000 Zuschauern mit 5:4 (2:1, 0:2, 2:1, 1:0) nach Verlängerung gegen Gastgeber Löwen Frankfurt. Das Spektakel am "Tag des Frankfurter Sports" war das erste Summer Game der Geschichte. Wir zeigen die Fotos in unserer Bildergalerie!Die Schweizer Pop- und Soulsängerin Stefanie Fabienne Heinzmann heizte vor dem Spiel kräftig ein.Beim Promi-Eisfußball: Die Löwenherzen mit Coach Dragoslav "Stepi" Stepanovic, Renate Lingor, Celia Sasic, Sandra Smisek, Alexander Leipold

Nach ihrem ersten Winter Game im Januar in Dresden, in dem die dortigen Eislöwen vor 31 853 Zuschauern die Mannschaft aus Weißwasser bezwungen hatten, eröffnete die zweithöchste deutsche Eishockey-Liga jetzt die neue Spielzeit mit der Premiere eines Summer Games. Eingebettet in ein umfangreiches Rahmenprogramm trafen sich dabei die Dauerrivalen aus Frankfurt und Kassel zum Hessenderby. Geht es dabei schon traditionsgemäß sehr heiß zu, kamen die Spieler diesmal noch viel mehr ins Schwitzen. Temperaturen um die 30 Grad hatten den Tag über die Luft unterm geschlossenen Stadiondach aufgeheizt; zudem sorgten Feuerfontänen, die nach jedem Tor in die Höhe schossen, für zusätzliche Hitzeschübe. Trotzdem, betonte Löwen-Verteidiger David Cespiva, während er sich Minuten nach dem Spiel noch den Schweiß aus dem Gesicht wischte, hätten er und seine Kollegen – mal von dem finalen Akt der Huskies abgesehen – den Auftritt in ungewohnter Umgebung „genossen“. Wegen der Wärme „trinkt man einfach ein bisschen mehr und wechselt in den Pausen die Shirts“. Aber die Stimmung sei gut, laut Trainer Gardner „fantastisch“ gewesen, obwohl die Fans viel weiter entfernt gesessen hätten, als man es in der kuschligen Halle am Ratsweg gewohnt sei.

30 000 Zuschauer waren nach offiziellen Angaben gekommen, davon mindestens 5000 aus Nordhessen, die in ihrem Block eine Menge Lärm veranstalteten. Rene Rudorisch, der Geschäftsführer der DEL 2, sprach von einem gelungenen Saisonauftakt und dass man gezeigt habe, dass „ein Summer Game in Deutschland“ funktioniere. Die Hoffnungen, 45 000 Sportbegeisterte zu locken, der die Organisatoren im Februar Ausdruck verliehen hatten, erfüllten sich allerdings nicht. Selbst die Marke von Dresden erwies sich als zu hoch. Rudorisch sah in der Jahreszeit, in der man kaum an Eissport denke, einen Grund dafür. Zudem „müssen wir sehen, was wir sind“, nämlich die zweite Klasse des hiesigen Winter-Profisports. Da dürfe man sich nicht mit der Handball-Bundesliga vergleichen, die bei einer ähnlichen Großveranstaltung rund um ein Spiel zwischen den Rhein-Neckar Löwen und dem damaligen Champions-League-Sieger HSV vor zwei Jahren 44 189 Anhänger an gleicher Stelle zählte.

Wie es weitergehen wird mit der sogenannten Event-Game-Reihe in der DEL 2, dazu wollte Rudorisch noch nichts sagen. Mit dem Winter Game der Deutschen Eishockey Liga (DEL) am 7. Januar in der Rhein-Neckar-Arena von Sinsheim und der Weltmeisterschaft im eigenen Land stünden erst mal genug Highlights an. Danach werde man weitersehen. Eine Rückkehr nach Hessen werde es aber wohl vorerst nicht geben; da gelte es erst mal, die noch leeren Flächen zu füllen.

Tore: 0:1 Merl (0:56), 1:1 Mueller (8:39), 1:2 Proft (12:49), 2:2 Pistilli (22:49), 3:2 Reimer (37:56), 3:3 Ritter (41:01), 4:3 Laub (58:28), 4:4 Klinge (59:26), 4:5 Downing (59:26).

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