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Eishockey-Größen Reichel und Lala: Wieder vereint

Von In Frankfurt hieß das geniale Duo auf dem Eis „die Torfabrik“. Nun sind sie wieder vereint: Robert Reichel als Trainer der tschechischen U18, Jiri Lala als Team-Manager.
Das waren (Eishockey-)Zeiten: Robert Reichel (links) und Jiri Lala 1995 im Trikot der Frankfurt Lions. Das waren (Eishockey-)Zeiten: Robert Reichel (links) und Jiri Lala 1995 im Trikot der Frankfurt Lions.
Frankfurt. 

Die Freundschaft besteht seit der gemeinsamen Frankfurter Zeit. Sobald sich die beiden einstigen Weltstars treffen, kommen alte Geschichten aufs Tapet. „Wir haben uns ständig gehänselt, oft wegen des Alters. Er machte aus mir ein Kind, ich aus ihm einen Großvater“, erzählt Robert Reichel.

Der „König der Löwen“ war 23 Jahre jung, als er 1994 wegen der Aussperrung der Spieler (Lockout) in der amerikanischen Profiliga NHL einen Vertrag bei den Lions unterschrieb. Den um zwölf Jahre älteren Lala kannte er als Eishockey-Fan und aus dem Fernsehen. Lala wechselte 1989 nach Deutschland zu Eintracht Frankfurt. Zwei Jahre später zog es ihn nach Mannheim, 1994 kehrte er an den Main zurück. Reichel hatte als noch junger Spieler Angst, dass der Oldie aus Südböhmen ihn von oben herab behandeln würde. Aber Lala war von der ersten Minute seine große Stütze in Frankfurt. Da hatten sich zwei gesucht und gefunden. Auf und auch abseits der Eisfläche.

Auf dem Eis waren sie kaum zu stoppen. Der tschechische Weltmeister Drahomir Kadlec, damals Star in Kaufbeuren, erinnert sich: „Ich ging in Unterzahl aufs Eis. Reichel gewann das Bully, schob die Scheibe zu Lala. Der machte eine Finte, passte zurück zu Reichel und der Puck war im Netz. Und ich durfte nach 15 Sekunden wieder auf die Bank zurück.“ Lions-Trainer Pjotr Vorobjev ließ den Freunden freie Hand. Sie waren läuferisch überragend, kombinierten blind, waren mehr als 35 Minuten pro Spiel auf dem Eis. Das Spiel im Powerplay, ihre Domäne, entwarfen sie selbst. Und malten es dann an die Tafel für die Mitspieler, die es mit umsetzen sollten.

Als im Januar 1995 das Lockout in der NHL zu Ende war, charterten die Frankfurter Fans zwei Flugzeuge, um Reichel im Trikot der Calgary Flames zu sehen. „Das hat mich beeindruckt. Es war auch mit der Grund, warum ich dann im Sommer zurückkehrte“, erinnert sich der heute 45-Jährige. In 70 Spielen für die Lions erzielte Reichel 147 Punkte (67 Tore und 81 Assists). Die Bilanz von Lala in diesen zwei Jahren: 159 Punkte (58/101) in 99 Spielen.

Auch jede freie Minute verbrachten sie seinerzeit gemeinsam. Reichel und Lala waren lokale Größen, wurden zu Filmpremieren eingeladen, zu Wohltätigkeitsveranstaltungen. 1996 hätten sie zum letzten Mal gemeinsam aufs Eis gehen sollen: Bei der Eishockey-Weltmeisterschaft in Wien. Der inzwischen in Deutschland eingebürgerte Lala hatte einen tschechischen Pass beantragt, die Formalitäten wurde aber nicht mehr rechtzeitig geregelt. So wurde Robert Reichel ohne seinen Sturmpartner das erste Mal Weltmeister. Zwei weitere Titel und ein Olympiasieg sollten folgen. Jiri Lala hatte sich im übrigen schon 1985 über den WM-Sieg gefreut.

Nach dem Karriereende wurde Lala in Regensburg, seiner letzten Station als Spieler, sesshaft, wo er als Unternehmer in der Werbebranche tätig ist. Vor drei Jahren meldete sich sein Kumpan aus Frankfurter Tagen: „Ich bin Trainer der tschechischen U18 geworden.“ Umgehende Frage Lalas: „Brauchst du nicht einen Manager?“ Die Antwort konnte nur positiv ausfallen.

Neue „Tischsitten“

Als die beiden Alt-Stars ihre „Jungs“ in Augenschein nahmen waren sie, gelinde gesagt, überrascht hinsichtlich der herrschenden Disziplin. Lala stellte umgehend Regeln nicht nur hinsichtlich der „Tischsitten“ und der Handy-nutzung auf, der 56-Jährige appellierte auch an die Einstellung: „Für euer Land zu spielen, ist eine Ehre, nicht eine Pflicht.“ Dass im Training harte Arbeit gefragt ist, versteht sich natürlich von selbst.

Das ist angekommen. Aktuell sind Reichel und Lala mit ihrer U18 bei der WM in USA. Reichel läuft beim morgendlichen Trainingslauf immer noch vorneweg. Auch sein Sohn Kristian, Star der Mannschaft, muss sich da schon anstrengen, um mitzuhalten. Und wenn Torwart Josef Korenar im Training den Manager aufs Eis lockt, muss er sich hinterher anhören: „Halte doch auch einmal einen Puck.“ Dass ist allerdings auch nicht so einfach: Nach wie vor kann Lala die Hartgummischeibe präzise in den Winkel schießen.

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