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Löwen Frankfurt: Zu müde für die Wende

Von Aus und vorbei. Die Löwen Frankfurt verloren gegen die Bietigheim Steelers gestern zum dritten Mal in Folge. Durch diese 2:3 Heim-Niederlage verpasste der noch amtierende Meister der Deutschen Eishockey-Liga 2 das diesjährige Finale, in das Bietigheim eingezogen ist. Gegner ist der SC Riessersee, der sich in der Serie gegen Kaufbeuren mit 4:2 behauptete.
Frust nach dem Aus im Halbfinale: die beiden Frankfurter Eishockeyprofis Tim Schüle (links) und Eric Stephan. Foto: JOACHIM STORCH (Joachim Storch) Frust nach dem Aus im Halbfinale: die beiden Frankfurter Eishockeyprofis Tim Schüle (links) und Eric Stephan.
Frankfurt. 

Die Löwen sind mit wehenden Fahnen untergegangen. Was sie im Schlussdrittel versuchten, um das Ruder noch umzureißen, verdient Anerkennung. „Bereits die Serie gegen Kassel war sowohl physisch als auch mental sehr hart. Und jetzt mussten wir gegen eine spielerisch sehr starke Bietigheimer Mannschaft in zwölf Tagen sechs Spiele absolvieren. Ich kann meinen Jungs keinen Vorwurf machen. Sie haben alles gegeben“, sagte der Interimstrainer scheidende Franz Fritzmeier, der sich ab heute wieder voll auf seine Funktion als Sportdirektor konzentrieren wird. Den Kampfgeist honorierten auch die Fans, die mindestens eine Viertelstunde lang ihrer Mannschaft begeisterte Ovationen zuteil werden ließen.

Trotz dieses Kampfgeistes wirkte das Löwen-Rudel müde, die routinierten Bietigheimer spielten cleverer. Es war ein Kampf der (nachlassenden) Kraft gegen das Gehirn, der Individualisten gegen eine Mannschaft. Während bei den Frankfurtern die immer schwerer wirkenden Beine liefen, lief bei den kompakt und konzentriert hinten stehenden Steelers die Scheibe. Vor allem, wenn sie mit einem Mann mehr auf dem Eis waren. Wie in den vorhergegangenen Duellen bekamen die Löwen auf das Bietigheimer Powerplay nie Zugriff. Das wirkte einstudiert. Die Formation stand, die Scheibe wurde schnell verlagert und die Schüsse kamen direkt, nicht erst, nachdem der Puck unter Kontrolle gebracht wurde. So auch beim 0:1 durch Justin Kelly (5.). Und auch das 1:2, obwohl bei gleicher Anzahl der Spieler auf dem Eis, gelang René Schoofs mit einer Direktabnahme.

Umgekehrt ist das monatelang beste Powerplay der Liga seit dem Ausscheiden von Nils Liesegang, dem Kopf der Mannschaft, chaotisch, einfallslos und harmlos. Den Kampfgeist konnte den mit zwei Mann forecheckenden Löwen aber niemand absprechen. Jeder der im Schwarz gekleideten Eishockeyspieler gab sein Letztes, wollte die Wende, den Sieg. Doch nicht nur unter den Fans herrschte schon bald die Erkenntnis, dass an diesem Tag nur Glück und ein paar „schmutzige“ Tore helfen könnten.

Beides stellte sich tatsächlich ein. Erst war es Tim Schüle, der in der 23. Minute einfach drauf hielt und Sinisa Martinovic im Tor der Gäste überraschte, dann gelang das gleiche Kunststück sechs Minuten später mit Pawel Dronia einem weiteren Löwen-Verteidiger. Nach dem 2:2 wurde aus dem Match eine sehr emotionelle Kiste. Nicht umsonst sangen die 4528 Zuschauer „Löwen sind Legende, kämpfen bis zum Ende, auf geht’s Löwen Frankfurt“. Der Funke sprang auf die Eisfläche über. Dort taten die Frankfurter Spieler das, was ihr Anhang forderte. Sie kämpften, sie stürmten pausenlos, sie suchten die Entscheidung. Der wegen einer Disziplinarstrafe draußen sitzende Brett Breitkreuz musste sieben Minuten nach Ablauf seiner individuellen Strafe in der Kühlbox bleiben. So lange wurde das Spiel nicht unterbrochen. Und für ihn war ja ein anderer Löwe auf dem Eis.

Er kam gerade rechtzeitig zum nächsten Frankfurter Powerplay aufs Eis, doch das brachte nicht den gewünschten Effekt. Und dann, 2:15 Minuten vorm Ende ist es passiert. Es war bitter: Die Löwen kämpften, spielten, drängten auf den Siegtreffer. Und den Steelers reichte eine Chance zum Erfolg. Marcus Sommerfeld umkurvte das Tor, fand davor Justin Kelly, den besten Mann auf dem Eis, und der überwand Hannibal Weitzmann. Der Keeper verließ daraufhin sofort das Tor, sechs stürmende Löwen versuchten doch noch die Verlängerung zu erreichen. Doch es sollte nicht sein.

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