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Frankfurt Skyliners: Auf ganz neuen Wegen

Von Elf Jahre lang war Pascal Roller das Gesicht des Basketball-Bundesligisten Frankfurt Skyliners. Nach seinem Karriereende 2011 betreute der ehemalige Nationalspieler zwei interessante Projekte – und hat nun abseits des Sports sein berufliches Glück gefunden.
Gelegentlich greift Pascal Roller noch zum Basketball: Hier beim Allstar-Day der Bundesliga im Januar 2017 in Bonn. Foto: imago sportfotodienst (imago sportfotodienst) Gelegentlich greift Pascal Roller noch zum Basketball: Hier beim Allstar-Day der Bundesliga im Januar 2017 in Bonn.
Frankfurt. 

Ab und zu bekommt Pascal Roller aus der alten Heimat ein ganz bestimmtes Foto zugesandt. Es zeigt ein überlebensgroßes Basketball-Trikot, das in der Arena der Fraport Skyliners in Unterliederbach einen besonderen Platz hat und seinen Namen trägt. „Bei Heimspielen der Skyliners schicken mir Freunde manchmal ein Bild davon zu und schreiben: Schau mal, Pascal, dein Trikot hängt noch immer unter dem Hallendach“, sagt Roller schmunzelnd.

Der Club würdigt damit seinen treuesten Spieler der 18-jährigen Vereinsgeschichte. Fast seine gesamte Profi-Karriere verbrachte der ehemalige Spielmacher bei dem Bundesligisten (siehe Extra-Artikel auf dieser Seite) und gewann mit den Frankfurtern die bislang einzigen deutschen Titel: den Pokal 2000 und die Meisterschaft 2004. Seine Rückennummer 11 wird von den Skyliners seit seinem Rücktritt nicht mehr vergeben.

Olympia-Rückschlag

Mehrere Jahre blieb er danach dem Basketball treu. Er zog nach Hamburg und betreute das Team der Towers, wurde Geschäftsführer und Gesellschafter des Zweitligisten. Doch der Traum vom Sprung in die Bundesliga erfüllte sich nicht. Auch, weil der Mannschaft die nötige finanzielle Unterstützung durch Sponsoren fehlte. Damit machte er ähnliche Erfahrungen wie die Skyliners in Frankfurt. Die Hessen sind mit einem geschätzten Etat von knapp vier Millionen Euro in die untere Hälfte der Bundesliga abgerutscht und suchen seit Jahren einen Trikotsponsor. Roller ist „überrascht, dass die Wirtschaft in Frankfurt den Erfolg der Skyliners nicht mehr honoriert“. Und er sieht weitere Handicaps. Sportarten wie Basketball, Handball und Eishockey würden in Großstädten wie Frankfurt und Hamburg zwar funktionieren: „Aber aufgrund der fehlenden TV-Gelder sind diese Clubs sehr stark von einzelnen Sponsoren abhängig, häufig von Mittelständlern und weniger von Konzernen.“ Für Roller ist das „eine bittere Erkenntnis. Denn egal, wie gut man arbeitet und das eigene Produkt aufstellt, ist man abhängig von Gönnern. Und muss immer damit rechnen, dass dieser Gönner auf einmal sagt: Es war eine tolle Reise, ich will mich aber neu orientieren. Das war auch meine Erfahrung in Hamburg.“

Und deshalb stieg Roller im Mai 2015 als Geschäftsführer der Towers aus – um einen Monat später bei der Hamburger Bewerbungs-Gesellschaft um die Olympischen Spiele 2024 einzusteigen. Der sympathische und redegewandte Ex-Profi sollte ein wichtiger Baustein in Hamburgs Plänen für die Sommerspiele werden. Doch daraus wurde nichts. Im November 2015 stimmten Hamburgs Bürger in einem Referendum gegen Olympia. Rollers nächster Traum war geplatzt. „Mich hatte das Sportpolitische gereizt. Der Kontakt zu Sportverbänden, zum Deutschen Olympischen Sportbund und der Politik. Es wäre spannend geworden, weil ich auch mit internationalen Sportverbänden zu tun gehabt hätte.“

Anfragen aus Bundesliga

Inzwischen hat er sein berufliches Glück gefunden. Abseits des Sports. Seit Sommer 2016 arbeitet er in Hamburg, wo er weiter mit Ehefrau Maria sowie den Kindern Delisa (8) und Felipe (6) wohnt, bei dem Konzern PWC. Die Firma konzentriert sich unter anderem auf Wirtschaftsprüfung und Unternehmensberatung. Roller arbeitet im Bereich Kommunikation und Marketing – und hat weiterhin einen Berührungspunkt zum Sport: Zu den PWC-Partnern gehört auch die Deutsche Sporthilfe. „Ich bin sehr zufrieden in meinem Team, es macht recht großen Spaß“, sagt Roller. Er werde „sicher noch einige Jahre“ dort bleiben. Doch weil immer mal wieder „Anfragen aus dem Basketball eintreffen, auch aus der Bundesliga“, schließt der Ex-Frankfurter eine Rückkehr nicht aus. „Ich suche momentan nicht aktiv. Aber der Sport wird immer ein interessantes Betätigungsfeld sein.“

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