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Frankfurt Skliners: Die Skyliners blamieren sich im Hessen-Derby

Von An diesem Montag kehrt Chef-Trainer Gordon Herbert nach gut drei Monaten zu den Frankfurtern zurück. Es wartet viel Arbeit.
Foto: Huebner/Blatterspiel
Frankfurt. 

Die Situation hatte etwas paradoxes. Während die Basketballer der Skyliners im Hessen-Derby bei den Gießen 46ers eine in allen Belangen blamabele Vorstellung ablieferten, wurde ihnen zeitgleich auf einer Sportgala in Frankfurt eine große Ehre zuteil: In den feinen Räumen der Mainarcaden erhielt der Europe-Cup-Champion erstmals die Auszeichnung „Frankfurts Mannschaft des Jahres“.

So verdient dieser Titel auch sein mag, so skurril mutete diese Ehrung am Samstagabend an. In einer desolaten Verfassung präsentierten sich die Skyliners bei der 52:69 (23:29)-Pleite in Gießen. Die Mannschaft ließ bei ihrer sechsten Bundesliga-Niederlage in Serie alles vermissen, was ein erfolgreiches Team ausmacht. Kein Konzept, kein Kampf, kein Zusammenspiel, kein Zusammenhalt – es war der Tiefpunkt einer immer rasanter werdenden Talfahrt. Interims-Cheftrainer Klaus Perwas wirkte nach dem Auftritt abermals ratlos. Nur noch zwei Punkte liegt sein Team vor einem Abstiegsplatz – bei einem mehr absolvierten Spiel im Vergleich zum Tabellenvorletzten Vechta und Braunschweig.

Vier Minuten ohne Wurf

Die erste Niederlage in Gießen seit 14 Jahren zeichnete sich früh ab. Bereits in den ersten drei Minuten unterliefen den Frankfurtern vier Ballverluste, am Ende waren es 19. Erst nach vier Minuten (!) gaben die Gäste durch den erneut schwachen Spielmacher Kwame Vaughn (7 Punkte) überhaupt den ersten Wurf ab. Kapitän Quantez Roberston (6), der erneut ungewohnt viel lamentierte, gelang beim Stand von 0:12 der erste Feldkorb. Kein Spieler traf letztlich zweistellig.

Beim 33:53 in der zweiten Halbzeit war der Rückstand erstmals auf 20 Punkte angewachsen. Und das, obwohl Gießen nicht seinen besten Tag erwischt hatte. Der schnelle Spielmacher Cameron Wells (16 Punkte), der sichere Distanzschütze Thomas Scrubb (21) sowie eine gute Verteidigung reichten, um den 3627 Zuschauern in der altehrwürdigen Sporthalle Ost den langersehnten Derby-Sieg zu bescheren. Scrubb sah nur einen kleinen Wehrmutstropfen. „Es war schade, dass ich nicht gegen meinen Bruder spielen konnte“, sagte der Gießener zum verpassten Duell mit dem Frankfurter Philip Scrubb, der sich nach einer Knieoperation in Kanada in der Reha befindet. „Phil wird diese Saison wohl nicht mehr spielen können“, so Thomas Scrubb.

Hoffnung macht den Frankfurtern derzeit nur eine Tatsache. Der seit Saisonbeginn erkrankt fehlende Chef-Trainer Gordon Herbert kehrt heute zum Team zurück und leitet ab sofort wieder das Training. Am Mittwoch (20 Uhr) wird der Meister-Trainer von 2004 im Champions-League-Heimspiel gegen Aris Thessaloniki erstmals wieder am Spielfeldrand stehen. Sein glückloser Vertreter Perwas tritt wieder in seine gewohnte Rolle als Co-Trainer in die zweite Reihe zurück.

Auf Herbert, der seine Reha nach der Rückenoperation weiter ambulant fortsetzen wird, wartet eine Menge Arbeit. Seine Mannschaft ist völlig verunsichert, es mangelt an allen Ecken und Enden. Dennoch wird dem erfahrenen Coach zugetraut, dem Team zumindest eine Struktur zu geben. Herbert ist auch dafür bekannt, junge Spieler gut entwickeln zu können. Und dort besteht bei Niklas Kiel und Stefan Ilzhöfer viel Potenzial.

Bei der Sportgala am Samstag sagte Herbert bei der Preisverleihung: „Ich hatte noch nie eine so homogene Mannschaft wie in der vergangenen Saison.“ Nun muss er viel dafür tun, um wieder annähernd dorthin zu kommen.

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