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Fraport Skyliners: Einmalige Chance verpasst

Von Mit 69:74 verlieren Frankfurts Basketballer das historische Spiel gegen Guaros de Lara, das als erstes venezolanisches Team den Titel holt.
Skyliners-Kapitän Quantez Robertson mit der Weltpokal-Trophäe für Platz zwei. Rechts Shavon Shields. Foto: Jan Huebner (Jan Huebner) Skyliners-Kapitän Quantez Robertson mit der Weltpokal-Trophäe für Platz zwei. Rechts Shavon Shields.
Frankfurt. 

Einen Pokal gab es dennoch – allerdings in silber statt in gold. Skyliners-Kapitän Quantez Robertso konnte den Moment kaum genießen, als er die Trophäe bei der Siegerehrung hochhielt. „Wenn man so ein Spiel zu Hause vor den eigenen Fans verliert, ist das enttäuschend“, meinte der US-Guard. Der Frust saß tief, weil sein Team gestern tatsächlich die Chance besaß, als erste deutsche Basketball-Mannschaft den Weltpokal zu gewinnen. Bis in die letzten Sekunden hielten die Frankfurter die Partie gegen den Südamerika-Meister Guaros de la Lara offen, verloren aber mit 69:74 (39:32). Eine vergebene Chance, die kaum wiederkehren dürfte.

Bilderstrecke Fraport Skyliners: Großer Kampf wird nicht belohnt
Die Fraport Skyliners unterlagen am 18. September im  FIBA Intercontinental Cup 2016. Das Spiel gegen Venezuela endete mit 69:74.Antonio Graves (Fraport Skyliners) gegen Branko Cvetkovic (Guaros de Lara) - Fraport Skyliners vs. Guaros de Lara, Fraport Arena Frankfurt, FIBA Intercontinental Cup 2016Markel Starks (Fraport Skyliners) und Mahir Agva (Fraport Skyliners) verteidigen gegen Gregory Echenique (Guaros de Lara) - Fraport Skyliners vs. Guaros de Lara, Fraport Arena Frankfurt, FIBA Intercontinental Cup 2016

„Wir haben in der zweiten Halbzeit das Momentum und die Intensität verloren. Dann war auch unser Rhythmus weg“, analysierte Klaus Perwas. Der Skyliners-Co-Trainer vertrat erneut den am Rücken operierten Chef-Coach Gordon Herbert. Herbert war als Zuschauer dabei, hatte aber persönlich keine guten Nachrichten dabei. Der 57-Jährige scheint weiterhin Probleme mit den Bandscheiben zu haben. „Ich kann nicht absehen, wann ich zurückkomme“, meinte der gezeichnet wirkende Kanadier und ergänzte während der Halbzeit-Pause zweideutig: „Das Team macht es doch gut ohne mich.“

In der Tat lief es für die Skyliners gestern in der ersten Halbzeit besser als erwartet. Vor 5000 Zuschauern in der voll besetzten Arena, darunter hunderte Fans aus Venezuela, wählte Perwas eine mutige Start-Aufstellung. Er schickte die Youngster Niklas Kiel (19) und Stefan Ilzhöfer (21) direkt aufs Parkett – und Ilzhöfer trug prompt mit einem Drei-Punkte-Wurf zu einer 9:5-Führung bei. Es war kein Spiel auf internationalem Top-Niveau. Das personell neu formierte Frankfurter Team strahlte noch nicht die Qualität der vergangenen Saison aus. Aber die Frankfurter spielten mit viel Energie. Und da Guaros selbst erst vor zwei Wochen in die Saisonvorbereitung startete und noch seinen Rhythmus suchte, entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Lediglich einmal in der gesamten Partie gelang es einer Mannschaft, sich zweistellig abzusetzen, als die Skyliners im zweiten Viertel 39:29 vorne lagen. Doch schon im dritten Abschnitt hatte Guaros beim 49:49 wieder den Ausgleich geschafft. Mit einem knappen 52:51 ging es ins spannende letzte Viertel.

Dort sorgte Frankfurts Antonio Graves (8 Punkte), neben Shavon Shields (16) und Robertson (12) stärkster Frankfurter, mit fünf Punkten in Folge zum 57:51 wieder für Hoffnung. Doch in der entscheidenden Phase verloren die Skyliners zu oft den Ball und vergaben obendrein wichtige Freiwürfe. Als Guaros’ Spielmacher Guillent Heissler (10) 40 Sekunden vor Schluss einen irren Dreier aus rund acht Metern Entfernung zum 70:64 traf, war die Entscheidung praktisch gefallen. Shields verkürzte zwar noch per Dreier zum 67:70. Doch als er beim nächsten Angriff die Chance zum Ausgleich hatte, verlor er beim Dribbling den Ball. Der neue Spielmacher Markel Starks erzielte elf Punkte, agierte insgesamt aber unglücklich.

„Es fühlt sich großartig an“, sagte Venezuelas Topscorer Graham Zachery (19), der zum besten Spieler der Partie (MVP) gewählt wurde. „Wir sind tausende Meilen geflogen, um dieses Ziel zu erreichen.“ Guaros-Trainer Ivan Deniz ergänzte: „Dieser Titel ist für alle Menschen in Venezuela.“

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