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Spiel um den Weltpokal: Frankfurt Skyliners vor einmaliger Chance

Von Sportlich qualifiziert haben sie sich nicht, dennoch dürfen Frankfurts Basketballer am Sonntag (15.30 Uhr) zu Hause um den Weltpokal spielen. Kurios, umstritten – und für die Skyliners ein Glücksfall.
Real Madrids Kapitän Felipe Reyes mit dem Weltpokal 2015.	F: dpa Foto: Sebastiao Moreira (EFE) Real Madrids Kapitän Felipe Reyes mit dem Weltpokal 2015. F: dpa
Frankfurt. 

Der Sport ist stets für Kuriositäten gut, auch abseits des Spielfelds. Dass die Frankfurt Skyliners jemals in ihrer Vereinsgeschichte um den Basketball-„Weltpokal“ spielen würden, hätte vor wenigen Monaten kaum jemand vorherzusagen gewagt. Zu diesem jährlichen Kontinental-Vergleich waren bisher lediglich die beiden besten Mannschaften aus Europa und Lateinamerika zugelassen: Der Champion der „Königsklasse“ Euroleague traf auf den Champion aus Südamerika. Rekordsieger dieses sogenannten „FIBA Intercontinental Cups“ ist Real Madrid mit fünf Titeln. Die Spanier gewannen den Pokal auch im Vorjahr durch einen Sieg gegen das brasilianische Team Bauru Baskets.

Am kommenden Sonntag können die Skyliners in die Fußstapfen Reals treten, obwohl sie dort eigentlich nicht hingehören. Das Startrecht hatte sich ursprünglich ZSKA Moskau erkämpft: Das russische Topteam gewann im Mai die Euroleague und qualifizierte sich somit für den Weltpokal. Doch die Russen müssen zuschauen, weil ihnen der Basketball-Weltverband FIBA die Teilnahme verweigert. Hintergrund ist ein seit Jahren schwelender Konflikt zwischen der Fiba und der europäischen Vereinigung ULEB, die die Euroleague und den Eurocup ausrichtet. Die FIBA „akzeptiert“ diese Wettbewerbe nicht mehr.

Stattdessen lässt sie nun den aktuellen Champion ihres eigenen „Europe Cups“ antreten, obwohl dieser nur den dritthöchsten europäischen Vereins-Wettbewerb darstellt. Und dieser Champion sind die Skyliners. Folglich dürfen sie nun als erste deutsche Mannschaft um den Weltpokal spielen – und das obendrein in der heimischen Arena in Unterliederbach. Gegner am Sonntag (15.30 Uhr) ist Guaros de Lara aus Venezuela.

„Wir sind sehr, sehr dankbar für diese ziemlich einmalige Gelegenheit“, sagt Skyliners-Chef Gunnar Wöbke. „Es ist neben der Gelegenheit, einen weiteren internationalen Titel gewinnen zu können, auch eine Riesenehre.“ Natürlich lässt sein Club sich die Chance nicht entgehen. Als die überraschende Anfrage der FIBA ins Haus flatterte, habe Wöbke „sofort zugesagt“. Der mögliche Titel „Weltpokal-Sieger“ würde den Briefkopf freilich gut zieren.

Guaros de Lara gilt zwar als Favorit. Doch eine Überraschung scheint möglich. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren wird der Weltpokal nicht mehr in zwei Spielen ausgetragen, sondern nur noch in einer Partie. Und dort besitzt Frankfurt nun immerhin den Heimvorteil. Bis gestern Mittag waren knapp 4000 Tickets verkauft, die Tageskasse öffnet am Sonntag um 14 Uhr.

Auch Guaros de Lara spielt erstmals um den Weltpokal, ebenfalls als erstes venezolanisches Team überhaupt. „Wir werden alles tun, um die ersten Venezolaner zu sein, die diesen Cup gewinnen. Wir wurden geboren, um Geschichte zu schreiben“, meint Club-Präsident Jorge Hernandez voller Stolz und versprach: „Wir werden alles auf dem Platz lassen, um diesen Pokal nach Venezuela zu bringen.“

Guaros hat sich sportlich für diese Partie qualifiziert. Das Team gewann im März diesen Jahres überraschend die „Liga de las Américas 2016“ – ein 16er-Wettbewerb mit Gruppenphase und Top-Teams aus elf Ländern, darunter Brasilien, Argentinien, Chile und Kolumbien. Im Finale besiegte Guaros den Vorjahres-Finalisten Bauru mit 84:79 und holte erstmals den Titel nach Venezuela. Mit Gregory Echenique, Windi Graterol, Heissler Guillent und Nestor Colmenares stellt Guaros das größte Spieler-Kontingent der venezolanischen Nationalmannschaft, die zuletzt bei den Olympischen Spielen in Rio antrat.

Die Generalprobe für den Sonntag ging gestern allerdings daneben. Beim Turnier in Brüssel unterlagen die Frankfurter im Spiel um Platz drei dem kroatischen Vertreter KK Cibona Zagreb mit 64:73.

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