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Frankfurt Skyliners: Gordon Herbert: Ein Trainer als Erfolgsgarant

Von 2004 hatte Gordon Herbert Frankfurts Basketballer zur deutschen Meisterschaft geführt. Auch in dieser Saison holt der Kanadier bisher das Optimum aus dem kleinen Kader heraus.
Meist ein ruhiger Vertreter, mitunter aber auch emotional: Gordon Herbert ist zum dritten Mal Trainer in Frankfurt. Nach 2001 bis 2004 und 2010 bis 2011 trainiert er die Skyliners nun wieder seit 2013. Foto: JOACHIM STORCH (Joachim Storch) Meist ein ruhiger Vertreter, mitunter aber auch emotional: Gordon Herbert ist zum dritten Mal Trainer in Frankfurt. Nach 2001 bis 2004 und 2010 bis 2011 trainiert er die Skyliners nun wieder seit 2013.
Frankfurt. 

Die erste Überraschung gab es schon vor dem Saisonstart. Gordon Herbert kündigte mutig an, mit seiner Mannschaft in die Play-offs einziehen zu wollen. „Das ist unser Saisonziel“, sagte der Trainer der Fraport Skyliners voller Überzeugung. Und sorgte damit für Verwunderung bei manchem Experten. Denn seinem verjüngten Team wurde kaum zugetraut, unter die besten acht Mannschaften der Basketball-Bundesliga zu stoßen.

Nach acht Spieltagen liegt Herbert auf Kurs. Mehr noch. Mit bereits sechs Siegen, darunter gegen Vize-Meister Oldenburg und Vorjahres-Halbfinalist Bayreuth, liegt er über dem Plan. Nur bei Titelfavorit FC Bayern und bei den starken Ludwigsburgern setzte es bisher Niederlagen. 12:4 Punkte, Platz vier, nur zwei Zähler hinter Spitzenreiter München zurück: Selbst vor dem Duell am Sonntag beim deutschen Meister Bamberg (19.15 Uhr) schreckt Herbert nicht mehr zurück. „Bamberg? Das ist gut“, antwortet er auf die Frage, mit welchen Erwartungen er dort hinfahre. Freilich weiß der Kanadier, dass sein Team bei den Oberfranken klarer Außenseiter ist. Doch Herbert ist äußerst gespannt, ob seine Spieler auch mit dem Euroleague-Teilnehmer mithalten können.

Die aktuelle Zwischenbilanz der Skyliners ist überraschend, weil der Kader dünn besetzt ist. Herbert setzt meist nur sieben Spieler ein – auch, weil Niklas Kiel noch verletzt fehlt. Das heißt, er wechselt im Laufe der Partie nur zwei Akteure von der Ersatzbank ein. Die meisten Top-Teams der Bundesliga spielen mit einer Zehn-Mann-Rotation. So können sie die Spielzeit auf mehrere Schultern verteilen. Frankfurt wird im Angriff fast ausschließlich von Philip Scrubb (18,3 Punkte im Schnitt), Spielmacher Tai Webster (13,3) und Center Jonas Wohlfahrt-Bottermann (12,5) getragen. Wichtig sind freilich auch Spielmacher Isaac Bonga und Routinier Shawn Huff. Dieses Quintett kompensiert mitunter, dass Kapitän Quantez Robertson und Center Mike Morrison bisher in der Offensive kaum Akzente setzen konnten.

Der Grund für den Erfolg: Trainer Herbert. Der 58-Jährige beweist abermals, ein Taktikspezialist zu sein. Immer wieder überrascht er mit neuen Spiel- und Verteidigungs-Varianten. Gegen Bayreuth setzte er über weite Strecken beide Center gleichzeitig ein und stoppte dadurch den gegnerischen Star-Center Assem Marai. Herberts Prunkstück ist aber die Defense. Seit jeher legt er darauf den größten Wert. Und so stellen die Frankfurter erneut eine der besten Verteidigungen der Liga.

Prunkstück Verteidigung

Zudem stimmt die Chemie in der Mannschaft. Das liegt auch an den Neuzugängen Scrubb und Wohlfahrt-Bottermann. Am vergangenen Sonntag wurde die Moral der Hessen gegen Oldenburg deutlich. Als die Gäste aus Niedersachsen im letzten Viertel den Druck erhöhten und mit aller Macht den Rückstand wettmachen wollten, hielten die Frankfurter mit großer Intensität dagegen – und brachten den 93:82-Sieg nach Hause. „Das wichtigste war unsere Team-Einstellung. Das war sehr gut“, lobte Herbert.

In der Defense kommt den Frankfurtern auch zugute, dass sie mit Isaac Bonga über einen ungewöhnlich großen Spielmacher verfügen (2,04 Meter). Mit seinen langen Armen gelingt es dem 17-Jährigen nach Fehlwürfen des Gegners, sich mehr Abpraller (Rebounds) zu sichern als viele andere Point Guards. Ob das letztlich für die Play-offs ausreicht, wird sich im Frühjahr 2018 zeigen. Der Anfang jedenfalls weckt große Hoffnungen.

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