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Skyliners: Hüftschwung statt Dunking

Von Für Tim Oldenburg ist nun Schluss. Nach sieben Jahren Profi-Basketball hängt er das Trikot der Fraport Skyliners an den Nagel.
Diese Zeiten sind für Tim Oldenburg vorbei. Foto: Christian Klein Diese Zeiten sind für Tim Oldenburg vorbei.
Frankfurt. 

Aus, Schluss, das war’s. Basketball-Profi Tim Oldenburg hat seine Karriere beendet und lässt das Trikot der Fraport Skyliners künftig im Schrank. Der im Usinger Ortsteil Eschbach geborene Korbjäger galt lange Zeit als große Hoffnung im Nachwuchsbereich der Skyliners. Dabei war es gar nicht sein ursprünglicher Plan, einmal Basketball-Profi zu werden – „denn eigentlich war ich Fußballer“, erzählt der 25-Jährige.

Angefangen hat er als Kicker bei der Usinger TSG. Mit 13 wollte es das Schicksal, dass seine Deutschnachhilfestunde zeitgleich mit einem Mannschaftswechsel im Fußball zusammenfiel. „Da Deutsch aber wichtiger war, konnte ich in der neuen Mannschaft nicht mehr mitspielen.“ Mutter Sabine hatte aber schon bald eine alternative Idee: „Tim, probier’s doch mal mit Basketball“, lautete ihr Vorschlag.

Von der Eintracht entdeckt

Gesagt, getan. Von da an arbeitete er sich Schritt für Schritt nach oben. Er wechselte von Usingen nach Oberursel und dort in die U20-Oberliga. Ballgefühl und Talent hatte er, und so dauerte es auch nicht lange, bis ihn Eintracht Frankfurt entdeckte. Da war er gerade einmal 16 Jahre alt. In der ersten Zeit konnte er sich aber von keinem seiner Vereine wirklich trennen und warf sowohl für Usingen und Oberursel als auch für die Eintracht Körbe. „Das war die wohl intensivste Trainingszeit überhaupt“, sagt er rückblickend.

Dass er mit ganzem Herzen Sportler ist, bewies er auch während seiner Schulabschlusszeiten. Zunächst nahm er den Realschulabschluss an der Konrad-Lorenz-Schule mit, hängte dann an der Saalburgschule in Usingen das Abitur dran und bei den Skyliners ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ). Bald stand er vor der großen Frage: Wie soll’s weitergehen? „Ich wollte nicht alles nur auf die Sportkarte setzen, mir aber auch gleichzeitig die Möglichkeit offen lassen, Profispieler zu werden.“

Die Eintracht setzte auf Tim Oldenburg. Schließlich stand dann das erste Testspiel im ProB-Team des Kooperationspartner Skyliners an. Der junge Basketballer fuhr aber zweigleisig – es sollte auch einen Plan B geben, falls es mit dem Sport nicht so läuft wie gewünscht. „Ich wollte beides, Profisport und Ausbildung“, schildert Oldenburg. Er entschied sich für den Beruf des Polizisten, was ihm die Möglichkeit der dualen Förderung bot. Parallel konnte er in der Sportfördergruppe der Hessischen Polizei während der viereinhalbjährigen Ausbildung weiter intensiv trainieren.

Im Februar hat er nun sein Bachelor-Studium erfolgreich abgeschlossen – und dem Basketball Adieu gesagt. „Es zeichnete sich ab, dass ich es nicht bis zum Bundesliga-Profi schaffen würde, auch weil ich immer wieder verletzt war.“ Richtig Zeit zum Ausheilen der Verletzungen habe es in den vergangenen Jahren aber nicht gegeben. Dafür aber mindestens zwei Mal die Woche intensives Training plus Spiele am Wochenende.

„Ich habe in den letzten beiden Jahren nur ProB gespielt und das Ziel, besser zu werden, nicht erreicht“, gesteht sich Oldenburg ein. Als Center-Spieler, die Position 5 auf dem Feld, sei er mit 2,02 Meter und 95 Kilogramm eigentlich zu leicht und zu klein, die Position 4 (Power Foreward) „hat mir eigentlich mehr gelegen“. Jetzt also der Schnitt und die Entscheidung für den Beruf und auch für die Familie.

Rhythmus im Blut

Derzeit ist er gerade dabei, in seinem Heimatort Eschbach ein Grundstück zu erwerben, um sich dort mit Freundin Laura einzurichten. Zurück zu den Wurzeln, so heißt es ohnehin für ihn – denn den Sport gibt er nicht auf. Allerdings hat er jetzt eine ganz andere Richtung eingeschlagen und sich dem Salsa-Tanzen verschrieben. Ein Schmunzeln kann er bei der Schilderung seines neuen Hobbys nicht unterdrücken. Bewegung liege ihm, ganz gleich welche. „Als Junge habe ich auch mal in einer Band Schlagzeug gespielt“, verrät er so nebenbei, dass er Rhythmus im Blut hat. Auch Fußball kann sich der Polizeikommissar, der als Ermittler im 14. Polizeirevier in Frankfurt arbeitet, durchaus wieder vorstellen. Vor allem aber ist er entschlossen, nach seiner Arbeit im Revier abends auch mal entspannt die Hüften kreisen zu lassen.

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