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Fraport Skyliners: Wenn einem der Sieg fast leid tut

Von Frankfurts Basketballer-Trainer Gordon Herbert musste vor dem Spiel ins Krankenhaus, wo er unter Vollnarkose behandelt wurde.
Matchwinner Niklas Kiel (l.) und Mike Morrison (4.v.r.) Foto: Reinhard Roskaritz (www.bild-pressehaus.de) Matchwinner Niklas Kiel (l.) und Mike Morrison (4.v.r.)
Vechta. 

Den Galgenhumor lässt sich Gordon Herbert auch am Ende dieser durchwachsenen Saison nicht nehmen. „I took a funny step“, sagte der Kanadier über sein folgenschweres Malheur. Lustig war dieser Fehltritt freilich nicht. Am Samstagvormittag knickte der Skyliners-Coach beim Aufwärmtraining unglücklich um und renkte sich das Knie aus. Im Krankenhaus in Vechta wurde dem 58-Jährigen unter Vollnarkose das künstliche Knie gerichtet. Mit Krücken saß Herbert am Abend am Spielfeldrand und verfolgte das fünftletzte Saisonspiel seiner Basketballer an.

Und die Frankfurter munterten ihn immerhin mit einem glücklichen 65:63 (30:32)-Erfolg auf. Ein kleiner Achtungserfolg für die personell dezimierten Gäste, die ohne Kwame Vaughn, Shavon Shields und Shwan Huff antraten. Herbert wurde von seinem Assistenten Klaus Perwas vertreten, der sich über den schmeichelhaften Sieg kaum freuen konnte. Denn die von Doug Spadley trainierten Vechtaer standen hätten den überlebenswichtigen Erfolg im Abstiegskampf eigentlich verdient gehabt. „Auch wenn man es eigentlich gar nicht sagen darf, aber mir tut unser Sieg schon fast ein wenig leid. Douglas ist ein sehr guter Freund und geschätzter Kollege. Wir waren am Ende einfach ein wenig glücklicher“, meinte Perwas. Vechta steht weiter auf einem direkten Abstiegsplatz und muss unbedingt am Mittwoch in Braunschweig gewinnen, um die kleine Chance auf den Klassenerhalt aufrecht zu erhalten.

Für die Skyliners hat der zwölfte Saisonsieg im 28. Spiel nur noch statistischen Wert. Die Play-offs sind in den letzten vier Hauptrunden-Spielen am Donnerstag in Bayreuth, am Ostermontag gegen Jena, am 22. April in Ulm und am 29. April gegen Alba Berlin praktisch nicht mehr erreichbar. Dennoch bewiesen die Hessen in Vechta Kampfgeist. In einem wenig hochklassigen Spiel lagen sie durchweg in Rückstand, zwischenzeitlich mit zwölf Punkten. Auch im letzten Viertel führte Vechta noch 57:49. 21 Sekunden vor dem Ende brachte dann ausgerechnet Vechtas Routinier Derrick Allen die Gastgeber um den Lohn. Der 36 Jahre alte US-Amerikaner, der von 2007 bis 2010 für die Skyliners spielte, unterband beim Stand von 63:60 für Vechta einen Gegenstoß von Frankfurt, indem er AJ English (13 Punkte) foulte. Diese Aktion wird mit einem Unsportlichen Foul bestraft.

Neuer Vertrag für Shields

Folge: English traf beide Freiwürfe zum 62:63, Frankfurt erhielt erneut Ballbesitz. Und mit der letzten Aktion kam der Ball glücklich in die Hände von Skyliners-Center Mike Morrison (15), der zum 64:63 traf, dabei gefoult wurde und den Freiwurf zum Endstand verwandelte. Mit Abstand bester Frankfurter war der 19-jährige Niklas Kiel, der 19 Punkte erzielte.

Weil die Frankfurter die Play-offs verpassen werden und finanziell nicht auf Rosen gebettet sind, haben sie sich zu einer ungewöhnlichen Maßnahme hinreißen lassen. Der Club leiht Leistungsträger Shavon Shields für den Rest der Saison an Dolomiti Energia Trento aus. Der Tabellenfünfte der italienischen Liga will sich für die Play-offs verstärken. Deswegen fehlte Shields schon am Samstag in Vechta. Im Gegenzug erhält Frankfurt von Trento eine Gebühr in unbekannter Höhe. Die Skyliners verlängerten zwar gleichzeitig den Vertrag mit Shields bis 2018. Doch der 22-jährige US-Amerikaner darf im Sommer gegen Zahlung einer Ablösesumme ins europäische Ausland wechseln. „Die Wahrscheinlichkeit, dass dies passiert, ist relativ hoch, da Shavon mit seinem europäischen Pass in Spanien und Italien einen sehr hohen Marktwert hat“, meint Skyliners-Chef Gunnar Wöbke.

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