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Richard Freudenberg: Wie ein deutsches Top-Talent jetzt bei den Skyliners durchstarten will

Von Nach einem verkorksten Jahr auf dem College in New York kam der 18-Jährige gestern bei seinem neuen Basketball-Club in Frankfurt an. Mit neuer Zuversicht.
Startet in Frankfurt einen Neuanfang: Richard Freudenberg. Foto: imago sportfotodienst (imago sportfotodienst) Startet in Frankfurt einen Neuanfang: Richard Freudenberg.
Frankfurt. 

Die wichtigste Prüfung hat Richard Freudenberg in diesem Sommer bereits bestanden: den Auto-Führerschein. Am Mittwoch war es soweit. Und schon gestern setzte sich der Blondschopf hinters Steuer, fuhr von München in seine neue Wahlheimat Frankfurt. „An diesem Wochenende beziehe ich dort meine Wohnung“, sagt der Neuzugang der Fraport Skyliners voller Vorfreude. Freudenberg gilt als eines der größten deutschen Basketball-Talente des Jahrgangs 1998. Beim Gewinn der deutschen U-19-Meisterschaft mit dem FC Bayern wurde er damals als erst 16-Jähriger zum wertvollsten Spieler des Endturniers gewählt. Mit siebzehn debütierte er im Bundesligateam der Münchner unter Star-Trainer Svetislav Pesic, ehe der Wechsel in die USA nicht wie erwartet verlief: Er konnte sich in seinem College-Team in New York nicht durchsetzen und startet nun in Frankfurt einen Neuanfang.

„Richard ist enorm athletisch, ein echter Gewinner und hat einen hervorragenden Wurf“, beschreibt Skyliners-Chef Gunnar Wöbke den 18-Jährigen, der in der kommenden Bundesliga-Spielzeit als Ersatzspieler auf der Flügelposition eingeplant ist. Freudenberg, ein ruhiger und bodenständig wirkender junger Mann, ist 2,04 Meter groß und 98 Kilo schwer. Gardemaße. „Ich gehe davon aus, nicht mehr größer zu werden. Seit zwei Jahren bin ich nicht mehr gewachsen“, sagt der Ex-Münchner, der seine ersten beiden Lebensjahre einst in Boston (USA) verbrachte. Dort arbeitete damals sein Vater. Als Zweijähriger zog die Familie dann nach München. Und obwohl Richards Mutter einst Basketballerin war in der 2. Bundesliga, zog es den Filius zunächst zum Fußball. „Ich war Torwart. Doch wir haben fast jedes Spiel 11:0 gewonnen. Daher brauchte ich nie einen Ball zu halten. Das war schon langweilig.“ Also folgte er dem Sport seiner Mutter, ging zum Probetraining beim TS Jahn München – und die Erfolgsstory begann.

Vielseitiger Spieler

Sportlich ging es seitdem steil bergauf. Nur im vergangenen Jahr erlebte er auf dem US-College einen ersten Rückschlag. „Meine Familie ist sehr akademisch. Daher wollte ich versuchen, zu studieren. Die USA ist dafür die perfekte Lösung, weil man Studium und Sport gut kombinieren kann. Das ist in Europa relativ schwer“, erklärt Freudenberg. Er wählte die St. John’s University aus den vorliegenden Stipendien-Angeboten aus. Doch sportlich lief es in New York nicht wie erhofft. „Das College hatte mich zuvor in München besucht und mir gesagt, ich würde in ihrem Team eine große Rolle einnehmen und viel Spielzeit erhalten. Dann kam ich im Schnitt auf nur neun Minuten. Das ist zwar im ersten Jahr auf dem College okay. Aber ich habe nur gespielt, wenn wir klar geführt haben oder hinten lagen.“

Als die Skyliners-Profis Niklas Kiel (21) und Isaac Bonga (17), die er von den Jugend-Nationalmannschaften kennt, ihm von ihren guten Erfahrungen bei dem Frankfurter Club berichteten, dachte er um. „Sie haben mir viel Vertrauen gegeben“, so Freudenberg. „Man kriegt zwar nichts versprochen in Frankfurt. Aber wenn man dem Trainer im Training das Gefühl gibt, dass man es kann, darf man im Spiel auch Fehler machen. Das ist das Wichtigste für mich als junger Spieler.“ Freudenbergs große Stärken sind sein Wurf, sein Zug zum Korb und seine Vielseitigkeit. Beim FC Bayern spielte er nicht nur auf dem Flügel, sondern mitunter auch auf der Spielmacher-Position.

U-19-WM und U-20-EM

In den nächsten Monaten geht es für den 18-Jährigen Schlag auf Schlag. Am Montag nimmt er an einem Camp der Skyliners in Frankfurt teil, vom 2. Juni an ist er mit den deutschen Nachwuchs-Nationalteams unterwegs: Zunächst bei der U-19-WM vom 1. bis 9. Juli in Kairo (Ägypten) und dann bei der U-20-EM vom 15. bis 23. Juli auf Kreta. „Danach mache ich zwei Wochen Urlaub, ehe ich voll in Frankfurt einsteige.“ Bei den Skyliners hat Freudenberg einen Vertrag bis 2020 unterschrieben. Sollte die US-Profiliga NBA anklopfen, besäße er eine Ausstiegsoption. „Die NBA ist immer das Ziel. Man wird in den nächsten Jahren sehen, ob es was werden kann“, sagt er vorsichtig: „Jetzt will ich erst mal in Frankfurt ankommen und mich reinarbeiten.“

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