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SV Darmstadt 98: Darmstädter Heimspiele in Offenbach?

Darmstadt 98 erhält die Lizenz für die nächste Saison nur unter strengen Auflagen: Entweder das alte Stadion wird weiter überdacht – oder der Verein muss in eine andere Arena ausweichen.
In der Klemme: Lilien-Präsident Rüdiger Fritsch. Foto: Huebner/Voelker (Jan Huebner) In der Klemme: Lilien-Präsident Rüdiger Fritsch.
Darmstadt. 

Nach dem Spiel beim Hamburger SV an diesem Samstag könnte der SV Darmstadt 98 als erster Absteiger der laufenden Bundesliga-Saison feststehen. Seit Mittwochabend droht den „Lilien“ aber noch ein anderes Schreckensszenario: Zweitliga-Heimspiele in den Stadien der Erzrivalen Eintracht Frankfurt oder Kickers Offenbach.

Die Darmstädter müssen bis zum 31. Januar 2018 die Gegentribüne ihres Böllenfalltor-Stadions überdachen oder ihre Heimspiele von der Rückrunde der nächsten Saison an in einer anderen Arena austragen. Diese Auflage hat die Deutsche Fußball Liga in dem Lizenzierungsverfahren für die nächste Spielzeit gemacht. „Wegen der Stadionsituation droht nun das einzutreten, wovor wir bereits seit Jahren warnen. Heimspiele in Frankfurt oder Offenbach wären eine Katastrophe für den Fußball in Darmstadt und existenzbedrohend für den Verein“, sagte Präsident Rüdiger Fritsch. Das Stadionthema schwelt seit Jahren. Die DFL hat nun noch einmal den Druck erhöht. Bereits seit ihrer Zweitliga-Rückkehr im Jahr 2014 spielen die „Lilien“ nur dank einer Ausnahmegenehmigung an ihrem baufälligen Böllenfalltor.

Die Stadt muss bauen

Diese Genehmigung wurde nur deshalb immer wieder verlängert, weil der Verein vieles in die Infrastruktur des maroden Jonathan-Heimes-Stadions investierte und vor allem auf eines verweisen konnte: Eine neue Arena soll kommen. Dass diese Pläne seit Jahren ins Stocken geraten sind, ist das Hauptproblem des Clubs. Der Grund für die strengen Auflagen sei „im Wesentlichen der fehlende konkrete Zeitplan für die Errichtung einer den Anforderungen des Profifußballs genügenden neuen Spielstätte“, teilte die DFL mit.

Ein Blick in das Stadion am Böllenfalltor in Darmstadt. Foto: Fredrik von Erichsen/ Archiv
Kommentar: Darmstadt, die Schnarchstadt

Jetzt ist der Deutschen Fußball Liga (DFL) der Geduldsfaden gerissen. Zu lange war man von der Stadt Darmstadt vertröstet worden, wenn ein den Anforderungen entsprechendes neues Stadion gefordert wurde.

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Bereits 2013 stellte die Stadt Darmstadt eine Machbarkeitsstudie vor, derzufolge ein Umbau des alten „Bölle“ für rund 30 Millionen Euro die sinnvollste Variante sei. Doch 2016 wurde dieses Vorhaben vor allem aufgrund von Lärmschutz-Auflagen wieder gestoppt. Der aktuelle Stand ist, dass ein Frankfurter Architektenbüro gerade im Auftrag der Stadt vier mögliche Standorte für einen Neubau überprüft und im Frühsommer ein Ergebnis vorlegen will. Sicher ist weiterhin also nur: Die Stadt muss das Stadion bauen, weil der Verein allein das nicht bezahlen kann. Und bis zum Stichtag 31. Januar 2018 kann eine neue Arena auf keinen Fall irgendwo entstehen.

Eine Grundvoraussetzung

Für Präsident Fritsch ist ein neues Stadion die Grundvoraussetzung dafür, dass Darmstadt 98 überhaupt eine Zukunft im Profifußball hat. Deshalb nutzt der Verein die Auflagen der DFL nun auch, um den Druck auf die Stadt zu erhöhen.

Ohne Angst nach Hamburg

Von Abstiegsangst keine Spur: Auch wenn Schlusslicht SV Darmstadt 98 nach der Partie beim Hamburger SV am Samstag als erster Bundesliga-Absteiger feststehen könnte, gibt sich Trainer Torsten Frings gelassen.

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„Selbstverständlich würden wir da gerne mehr Fortschritt sehen“, sagte Fritsch in der FAZ. „Wir haben die Gespräche mit der Stadt wieder aufgenommen und werden gemeinsam neuen Schwung in die Sache bringen.“ Es wäre „superschade“, meinte der Jurist, „wenn dieses tolle Fußballfest, das wir hier in den vergangenen Jahren gefeiert haben und das Hunderttausenden von Menschen viel bedeutet hat und noch bedeutet, verloren ginge. Wir haben alle gemeinsam die Fußball-Identität nach Darmstadt zurückgebracht. Es wäre bitter, wenn Darmstadt wieder von der Fußball-Landkarte verschwinden würde.“

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