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Frings fühlt sich angekommen: Trainer des SV Darmstadt 98 will dem Verein mindestens bis 2020 bei der Entwicklung helfen

Von Torsten Frings will in Darmstadt noch viel entwickeln – und warnt vor dem Duell mit Bochum und dem Wiedersehen mit Sidney Sam vor Rückschlägen.
Am Sonntag gibt es ein Wiedersehen, dann aber in gegnerischen Lagern: Torsten Frings (rechts) und der Ex-Darmstädter Sidney Sam. Foto: imago sportfotodienst (imago sportfotodienst) Am Sonntag gibt es ein Wiedersehen, dann aber in gegnerischen Lagern: Torsten Frings (rechts) und der Ex-Darmstädter Sidney Sam.
Darmstadt. 

Für Torsten Frings hatte es früh festgestanden, dass er sich nach seiner langen und erfolgreichen Karriere einem Trainerjob widmen würde. „Ich weiß, dass ich kritischer gesehen werde als andere“, sagt der ehemalige Nationalspieler. Und dass mancher von ihm „Wunderdinge“ erwarte. Trotzdem zögerte der heute 40-Jährige nach seinem Abschied vom Profifußball 2013 nicht, den entsprechenden Weg einzuschlagen.

Vier Jahre später, gleich bei seiner ersten Stelle als Chefcoach, scheint der langjährige Werderaner angekommen. Beim SV Darmstadt 98 hat Frings sich schon viel Anerkennung verdient. Der Abstieg aus der Bundesliga am Ende der vergangenen Saison konnte ihm nicht angelastet werden; es herrschte bereits höchste Not, als er im Januar ans Böllenfalltor kam. Der Start in die Zweitklassigkeit gelang bestens: Nach vier Spieltagen und vor dem Heimauftritt am Sonntag (13.30 Uhr) gegen den VfL Bochum stehen die Lilien mit zehn Punkten auf Tabellenplatz zwei, und obwohl sie selbst daran erinnern, dass damit nichts erreicht sei, werden sie als Aufstiegskandidat gehandelt.

Auch die Vereinsoberen scheinen von einer guten Weiterentwicklung überzeugt: Anfang der Woche gaben sie die Vertragsverlängerung mit Frings und seinem Trainerteam bis 30. Juni 2020 bekannt. Die Gespräche hätten nicht sehr lange gedauert, verrät der Coach. „Wenn etwas passt, muss man es nicht lange hinauszögern.“

Vom ersten Moment an habe er bei den Südhessen 100-prozentiges Vertrauen gespürt. „Ich werde unterstützt, wo ich Hilfe brauche.“ Er selbst zahlt das ausgiebig zurück. Die Mannschaft stabilisierte sich noch in der vergangenen Rückrunde, zu den einzelnen Spielern entwickelte der Kumpeltyp einen guten Draht. Frings verlangt viel, vollen Einsatz und Arbeitseifer, aber er gibt seinen Kickern auch das Gefühl, nicht gleich fallengelassen zu werden, wenn es auf dem Platz mal nicht so klappt. Zudem bemüht er sich redlich um diejenigen, die er in seinem Kader haben will. So lockte Frings Weltmeister Kevin Großkreutz nach Südhessen und hielt auch Hamit Altintop.

Dabei sieht der Trainer sich und seinen Verein erst am Anfang. Über einen sofortigen Wiederaufstieg redet er ungern. „Auch wenn wir gut gestartet sind, ist das kein Selbstläufer.“ Jedes Spiel „stand auf der Kippe“, hätte anders ausgehen können. „Und Rückschläge werden kommen.“ Man sei weiterhin erst dabei, sich im Profifußball zu etablieren. „Es ist schön, wenn man etwas entwickeln kann. Und hier gibt es noch viel zu entwickeln.“

So blicken die Lilien von Spiel zu Spiel und damit erst mal zum Duell mit Bochum, das sich zuletzt noch einmal verstärkt und unter anderem Sidney Sam geholt hat. Der war vergangene Saison von Schalke nach Darmstadt ausgeliehen und will sich an alter Wirkungsstätte, wie Ex-Mitspieler Immanuel Höhn vermutet, beweisen.

Höhn selbst, der sich vor dem Saisonauftakt mit Abwanderungsgedanken trug, zeigt sich froh, wieder spielen zu dürfen. Frings hatte den 25-Jährigen zwischenzeitlich auf die Tribüne verbannt. Doch das gegenseitige Vertrauen ist wiederhergestellt. So begrüßt auch Höhn den Verbleib von Frings, der sich an der Seitenlinie genauso vorbildlich einsetzt wie seine Spieler auf dem Feld. Das war als Aktiver nicht immer so. 79-mal stand Frings für Deutschland auf dem Platz. Auf mehrere Länderspiele habe er verzichtet und Verletzungen vorgetäuscht. Heute bedauert der Familienvater, die 100 nicht vollgemacht zu haben. „Aber wer fährt schon gerne nach Aserbaidschan? Da hat man halt mal Rückenschmerzen.“

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